Danzig – Eine Schatzkammer der Geschichte und Kultur an der Polnischen Ostsee

Danzig, auch bekannt als Gdańsk, ist eine historisch bedeutende Stadt und die Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern an der polnischen Ostseeküste. Sie wird daher auch als „Königin der Ostsee“ bezeichnet. Mit ihren schmalen Giebelhäusern und einer Vielzahl robuster Backsteinkirchen wirkt die Altstadt der ehemaligen Hansestadt Danzig so malerisch und in sich geschlossen, dass man sie für die Kulisse eines historischen Films halten könnte. Währenddessen verwandelt sich die ehemalige Werft, in der Arbeiter einst einen Aufstand gegen den Sozialismus anführten, in die „Hansestadt“, ein schickes Viertel am Fluss.

Als die Restauratoren nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Wiederaufbau der zerstörten Altstadt begannen, hatten sie nur Stiche, Fotos und die Erinnerungen der ehemaligen Bewohner als Anhaltspunkte. Anhand dieses Bildmaterials wurde somit die Stadt wieder aufgebaut. Dabei konnte es sich nicht um eine exakte Nachbildung des verlorenen Danzig handeln, da alte Pläne und Dokumente nicht immer verfügbar waren. In vielen Fällen mussten Bereiche daher „neu erdacht“ und umgestaltet werden. Außerdem entsprachen dunkle Innenhöfe und überfüllte Gassen nicht der sozialistischen Vorstellung vom städtischen Leben; einige Häuserzeilen wurden weggelassen und enge Ecken geöffnet. Wie der damalige Bürgermeister Mackiewicz erklärte, entstand „nicht das Danzig der Vorkriegszeit, sondern ein sorgfältig rekonstruiertes Danzig des 18. Jahrhunderts“ mit dem Rathaus, den prächtigen Patrizierhäusern, der imposanten Marienkirche und dem Krantor umfasst es mehr als 600 Gebäude.

Neptunbrunnen in Danzig
Der Neptunbrunnen in Danzig ist zentral gelegen

Ehemalige Einwohner, die ihre Heimatstadt nach vielen Jahren besuchten, waren von den Wiederaufbauarbeiten beeindruckt. Sie riefen aus, dass ihr altes Danzig noch nie so schön ausgesehen habe wie heute. Wegen der im Vergleich zu Lübeck besser erhaltenen hanseatischen Atmosphäre in dieser Stadt wurde die Verfilmung von Thomas Manns „Buddenbrooks“ 1959 beispielsweise in Danzig und nicht am Originalschauplatz gedreht.

Danzig in Zahlen

470 800

Einwohner

6

Autostunden
ab Berlin

Ø 8

Sonnenstunden pro Tag
im Sommer

21 km

Küste vom Leuchtturm
Neufahrwasser bis
Gdynia

Geschichte – Ein Blick in die Vergangenheit

Ein Spaziergang durch die Straßen offenbart die vielfältigen Einflüsse, die Danzig im Laufe seiner Geschichte aufgenommen hat. Im 14. Jahrhundert war die Stadt eine der bedeutendsten Hafenstädte der Hanse, deren Verbindungen von Nowgorod bis Sevilla reichten. Die weitreichenden Handelsbeziehungen korrespondierten mit einer ausgeprägten kosmopolitischen Lebensweise. Einwanderer aus ganz Europa waren willkommen und bereicherten die Stadt mit neuen Ideen. Vom 14. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte Danzig zu dem vom Deutschen Orden errichteten zentralistischen Staat. Seine wahre Blütezeit begann danach, im späten 15. Jahrhundert, als sich Danzig im Dreizehnjährigen Krieg (1454-66) von der Vormundschaft des Deutschen Ordens befreite und als Stadtstaat im Königreich Polen bemerkenswerte Freiheiten genoss. Es entstanden weitere Wirtschaftsgebäude wie zum Beispiel die große Mühle. Ihren Namen trägt sie nicht zu unrecht, denn sie war damals die größte Mühle Europas und gilt auch heute als der größte erhaltene mittelalterliche Gewerbebetrieb in Europa. 

Die Große Mühle von Danzig
Der Deutsche Orden errichte z.B. im 14. Jahrhundert die Große Mühle

Das Danziger Bürgertum behielt konsequent seine Autonomie und seine Privilegien gegenüber dem polnischen König bei.

Die „Freie Stadt“ (1466-1793) hatte ihre eigene Regierung und Bürgermiliz und sicherte sich Zoll- und erhebliche Steuerbefreiungen sowie das Recht, Münzen zu prägen.

Danzig im Wandel der Zeit: Eine historische Reise durch die Jahrhunderte

Fast der gesamte Außenhandel Polens wurde über Danzig abgewickelt. Auf der Speicherinsel stapelte sich das Getreide aus dem Königreich, bevor es in das übrige Europa verschifft wurde. Im 16. Jahrhundert gestalteten Architekten und Künstler aus Italien, Flandern und Holland eine Stadt, die bald zu den schönsten Europas zählte. Schon früh setzten sich lutherische Ideen durch. Der König besuchte die Stadt nur einmal im Jahr, zog durch das Hohe Tor ein und ließ sich seine Hoheit im Rathaus der Stadt feierlich bestätigen.  In Konflikten mit auswärtigen Mächten blieb Danzig der Krone gegenüber loyal. 

Der Niedergang Polens im 17. und 18. Jahrhundert wirkte sich jedoch auch auf Danzig aus: Der Handel brach ein, und die Bevölkerung schrumpfte um mehr als die Hälfte. Bei den Teilungen Polens blieb Danzig zunächst bei Polen, fiel aber 1793 an Preußen und verlor seine Privilegien als unabhängiger Stadtstaat. Die Zeit der hanseatischer Grandiosität und republikanischer Vorstellungen war daher vorbei. An ihre Stelle trat eine Ordnung nach preußischem Muster.

Das Krantor in Danzig bei Nacht
Danzig bei Nacht – Photo by Krzysztof Kowalik on Unsplash

Wandel und Widerstand: Danzigs Geschichte im 19. Jahrhundert und bis zum Zweiten Weltkrieg

Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im 19. Jahrhundert – der Schiffbau wurde zur wichtigsten Industrie – wuchs die Zustimmung zu den „Besatzern“. Nach der Eingliederung in das Deutsche Reich stieg die Zahl der Danziger, die stolz darauf waren, Deutsche zu sein.

Nach dem Ersten Weltkrieg trennten die Siegermächte Danzig vom Deutschen Reich und erklärten es zu einer „Freien Stadt“ unter dem Protektorat des Völkerbundes.

Sie war jedoch nicht so frei, wie der Name vermuten ließ. Die Mehrheit der Bevölkerung strebte indes die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich an und empfand die vom Völkerbund gewährten Privilegien für Polen, insbesondere die Schaffung eines „Korridors“, der dem Nachbarland Zugang zum Meer verschaffte, als Provokation. Gdynia (Gdingen), ein großer polnischer Hafen, in dem bald mehr Waren umgeschlagen wurden als in Danzig selbst, entstand. Die Frage des „Polnischen Korridors“ diente als Vorwand für den Überfall der Nazis auf Polen im Jahr 1939. Am 1. September bombardierte die „Schleswig-Holstein“ das polnische Militärdepot auf der Westerplatte in Danzig und markierte somit den Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Blick vom gegenüberliegenden Leuchtturm auf das Denkmal der Westerplatte in Danzig
Blick vom gegenüberliegenden Leuchtturm auf das Denkmal der Westerplatte in Danzig

Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg: Danzig zwischen Zerstörung und Wiederaufbau

Am Ende des Krieges lag die „Perle der Ostsee“ in Trümmern. 1945 wurde Danzig an Polen abgetreten, und die meisten deutschen Einwohner mussten die Stadt verlassen. Dafür wurden Menschen aus dem polnischen Hinterland und aus den ehemaligen polnischen Gebieten, die an die Sowjetunion abgetreten wurden, angesiedelt. In der Folge beschloss die sozialistische Regierung, das „historische“ Zentrum wieder aufzubauen, während im nördlichen Teil der Stadt Plattenbausiedlungen errichtet wurden. Im Jahr 1956 hatte die Stadt mehr Einwohner als vor dem Krieg. Gdańsk/Danzig, Sopot/Zoppot und Gdynia/Gdingen schlossen sich zur so genannten „Dreistadt“ (Trójmiasto) zusammen.

Metallkräne im Hafen von Danzig
Die Danziger Werft – Photo by Jens Peter Olesen on Unsplash

Die Streiks der Danziger Werftarbeiter im Jahr 1980 führten zur Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność und signalisierten somit den Beginn des politischen und wirtschaftlichen Wandels in Polen.

Nach der „Wende“ von 1989 strebte die Dreistadt in jeder Hinsicht die Integration in den Westen an. Gdańsk feierte 1997 sein 1000-jähriges Bestehen, Sopot vier Jahre später. Nach dem Beitritt Polens zum Bündnis wurde Gdynia zum wichtigsten Marinestützpunkt der NATO im Ostseeraum.

Unterkünfte

Danzig bietet eine Vielzahl von Unterkunftsmöglichkeiten, von gehobenen Hotels bis zu gemütlichen privaten Übernachtungsmöglichkeiten. In der Altstadt findet man elegante Boutique-Hotels mit historischem Charme, die einen authentischen Aufenthalt versprechen. Die modernen Hotels an der Danziger Bucht bieten dafür oft einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Private Unterkünfte, wie Ferienwohnungen und Bed-and-Breakfasts, präsentieren eine persönlichere Note und ermöglichen es somit den Gästen, sich wie Einheimische zu fühlen. Die Umgebung von Danzig bietet zudem zahlreiche Campingplätze für Naturliebhaber. Insgesamt spiegelt die Vielfalt der Unterkünfte die reiche kulturelle und touristische Anziehungskraft dieser historischen Stadt wider.

Hotels in Danzig

Es ist schwer, die absolut „schönsten“ Hotels zu benennen, da dies stark von individuellen Vorlieben und Bedürfnissen abhängt. Jedoch zählen zu den renommiertesten und herausragenden Hotels in Danzig:

Hotel Gdańsk

Elegantes Boutique-Hotel an der Mottlau mit einem Mix aus traditioneller und moderner Architektur. Die Lage in der Altstadt ist ideal für Erkundungen.

Radisson Blu Hotel, Gdańsk

Ein modernes Hotel an der Danziger Bucht mit Panoramablick auf die Ostsee. Die stilvolle Einrichtung und erstklassige Annehmlichkeiten machen es zu einer erstklassigen Wahl.

PURO Gdańsk Stare Miasto

Ein zeitgemäßes Designhotel in der Altstadt mit schickem Interieur und modernster Ausstattung. Hier verbinden sich Luxus und urbaner Lifestyle.

Hanza Hotel

Mit Blick auf die Mottlau bietet dieses Hotel eine Mischung aus historischem Charme und modernem Komfort. Die Nähe zur Altstadt macht es besonders attraktiv.

Scandic Gdańsk

Ein stilvolles Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs. Auch bekannt für sein skandinavisches Design und ökologische Ausrichtung. Es bietet Komfort und Umweltbewusstsein in idealer Kombination.

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Sehenswürdigkeiten in Danzig und Umgebung

Die Marienkirche in Danzig: Ein Meisterwerk der Backsteingotik

Majestätisch erhebt sich die Marienkirche über den rotgedeckten Dächern der Danziger Altstadt. Mit ihren gewaltigen Ausmaßen und der reichhaltigen Ausstattung ist sie ein beeindruckendes Zeugnis der Backsteingotik und eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Sie ist etwa 105 Meter lang und 66 Meter breit und gilt als eine der größten Backsteinkirchen der Welt. Ihr massiver, gedrungener Kirchturm (405 Stufen) ragt 82 Meter hoch in die Danziger Stadtsilhouette.

Begonnen im Jahr 1343 an der Stelle einer früheren Holzkirche, wuchs die Marienkirche über 150 Jahre hinweg zu ihrer heutigen Größe heran. Von 1529 bis 1945 diente sie als protestantisches Gotteshaus, bevor sie im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den folgenden Jahrzehnten wiederaufgebaut wurde.

Im Kontrast zur wuchtigen Erscheinung des Äußeren empfängt den Besucher im Inneren ein lichtdurchfluteter Raum von erhabener Klarheit. Weiß getünchte Wände und hohe Fenster schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und Einkehr, die den Blick auf die kunstvollen Ausstattungsstücke lenkt. Gotische, manieristische und barocke Elemente fügen sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen.

Blick in die Marienkirche von Innen
Die Marienkirche in Danzig von innen

Unübersehbar dominiert der Hochaltar den Chorraum. Ein prunkvolles Polyptychon aus dem 15. Jahrhundert zeigt die Krönung der Jungfrau Maria im Zentrum und zeugt von der hohen Kunstfertigkeit der damaligen Bildhauer. Ebenso beeindruckend ist das monumentale Kruzifix (4 Meter) auf dem Triumphbogen, das den gekreuzigten Christus inmitten der Leidensgeschichte darstellt.

Daneben beherbergt die Marienkirche eine Vielzahl weiterer Schätze, darunter eine astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert, zahlreiche Grabplatten und Epitaphe sowie eine bedeutende Sammlung von Gemälden und Skulpturen.

Ein Besuch der Marienkirche ist ein Muss für jeden Besucher Danzigs. Beim Betreten dieses gewaltigen Raumes spürt man die Geschichte der Stadt und die tiefe Religiosität ihrer Bewohner. Die Marienkirche ist ein Ort der Stille und der Einkehr, aber auch ein beeindruckendes Zeugnis der Kunst und Kultur des Mittelalters.

Danziger Krantor (Żuraw Gdański)

Der Danziger Krantor, auch als Żuraw Gdański bekannt, ist ein beeindruckendes Wahrzeichen an der Motława und erzählt lebendig von der maritimen Geschichte der Stadt. Heute beherbergt dieses historische Hafengebäude das Nationale Maritime Museum, das die Handelstraditionen und den einzigartigen Einfluss der Hanse auf Danzig eindrucksvoll dokumentiert.

Der auffällige Kran erhebt sich majestätisch über der Uferpromenade on Danzig. Ursprünglich im 15. Jahrhundert als das größte doppeltürmige Tor an der Küste erbaut, diente er auch dazu, schwere Fracht direkt auf die am Kai angedockten Schiffe zu verlagern. Erstaunlicherweise konnte diese durch Menschenkraft angetriebene Vorrichtung Lasten von bis zu 2000 kg heben und galt somit als der größte Kran im mittelalterlichen Europa. Im frühen 17. Jahrhundert wurden höher gelegene Räder hinzugefügt, um Masten zu installieren.

Das Danziger Krantor(Żuraw Gdański)  auf der linken Seite beherbergt heute das Nationale Maritime Museum
Danziger Krantor (Żuraw Gdański) beherbergt das Nationale Maritime Museum

Im Jahr 1945 durch Bombardierung zerstört, wurde alles in den Nachkriegsjahrzehnten sorgfältig wieder zusammengesetzt, und somit ist es das einzige vollständig restaurierte Relikt seiner Art weltweit. Innerhalb des Krantors findet man Ausstellungen zur Geschichte des Schiffsverkehrs sowie eine Sammlung von Muscheln, Korallen und anderem Meeresleben. Sie können auch in die Abschnitt mit Blick auf das Wasser hochsteigen und einen genaueren Blick auf die Hebeausrüstung werfen (leider jedoch nicht an einem der Räder drehen).

Neptunbrunnen (Fontanna Neptuna)

Der Neptunbrunnen, ein Meisterwerk der Renaissance, schmückt den Langen Markt. Die beeindruckende Bronzestatue des Meeresgottes Neptun verleiht dem Platz seine majestätische Atmosphäre. Der Brunnen ist zudem ein beliebtes Fotomotiv und ein zentraler Treffpunkt in der Altstadt.

Fontanna Neptuna in Danzig
Der Neptunbrunnen – Fontanna Neptuna

Westerplatte: Ein geschichtsträchtiger Ort an der Danziger Bucht

Westerplatte, eine schmale Landzunge am Hafeneingang von Danzig, ist ein Ort von großer historischer Bedeutung. 7 Kilometer nördlich des geschichtsträchtigen Zentrums gelegen, war es am 1. September 1939 Schauplatz der ersten Schüsse des Zweiten Weltkriegs.

Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Polen die Erlaubnis, an diesem Ort eine Station für Handels- und Militärzwecke zu betreiben. Die 182 Mann starke Garnison unter Major Henryk Sucharski widerstand den Angriffen der deutschen Wehrmacht sieben Tage lang, bevor sie kapitulieren musste. Ihr Widerstand wurde zum Symbol des polnischen Kampfes gegen die nationalsozialistische Besatzung.

Das Denkmal der Westerplatte in Danzig
Das Denkmal der Westerplatte in Danzig

Heute zeugen Überreste von Baracken und Betonbunkern sowie ein Denkmal für die Verteidiger von diesem historischen Drama. Das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig beherbergt außerdem eine Dauerausstellung zu den Ereignissen auf Westerplatte.

Historisch Bedeutend und Beeindruckende Aussicht

Der Leuchtturm (Latarnia Morska) in Nowy Port, von dem aus die ersten polnischen Schüsse des Zweiten Weltkriegs abgefeuert wurden, bietet heute eine beeindruckende Aussicht auf das Denkmal der Westerplatte sowie auf die Danziger Bucht, einschließlich der Halbinsel Hel.

Der Leuchtturm Latarnia Morska in Danzig
Der Leuchtturm Latarnia Morska kann heute bestiegen werden und bietet einen Ausblick auf den Hafen und die Westerplatte

Anreise und Öffnungszeiten

Westerplatte ist mit den Buslinien 106, 606 und 138 vom Hauptbahnhof Danzig aus zu erreichen. Gelegentlich werden auch Bootsverbindungen von der Danziger Uferpromenade angeboten.

Die Gedenkstätte ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 10 PLN und für ermäßigte Personen 5 PLN.

Die Speicherinsel: Herzstück Danziger Geschichte und Wirtschaft

Einst pulsierendes Herz des Danziger Handels, heute ein Ort voller Charme und Geschichte: Die Speicherinsel, auch Ołowianka genannt, ist ein faszinierendes Viertel, das eng mit der Identität und dem wirtschaftlichen Aufstieg Danzigs verbunden ist.

Jahrhunderte lang wuchsen auf der Insel zahlreiche Kornspeicher, die Waren aus aller Welt beherbergten. Getreide war die wichtigste Ware, die den Reichtum der Danziger Kaufleute begründete. Der Hafen an der Mottlau verdankte seinen florierenden Handel diesen riesigen Lagern.

Ein Historische Häuserzeile in Danzig - Gdańsk, Polen
Historische Häuserzeile in Danzig – Gdańsk, Polen

„Polens Kornspeicher“ – so lautete ein berühmtes Zitat, das die Bedeutung Danzigs als Handelszentrum treffend beschrieb. Die Insel war Drehscheibe für den Austausch von Waren und Ideen.

Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Speicherinsel fast vollständig. Doch nach Jahrzehnten des Wiederaufbaus erstrahlt sie heute in neuem Glanz und lädt Besucher ein, ihre faszinierende Geschichte zu entdecken.

Die Speicherinsel ist ein Ort der Erinnerungen, ein Symbol für Danziger Unternehmergeist und ein lebendiges Zeugnis der maritimen Vergangenheit der Stadt. Sie ist ein Muss für jeden, der die Seele Danzigs verstehen und die Spuren seiner bewegten Geschichte erkunden möchte.

Besondere Architektur

Danzig, eine Stadt mit reicher Geschichte, präsentiert majestätische Tore und beeindruckende Sakralbauten, die ihre historische Bedeutung widerspiegeln. Das Grüne Tor (Brama Zielona) markiert den Eingang zur Rechtstadt und beeindruckt mit seiner gotischen Architektur. Es symbolisiert zudem den Reichtum und die Pracht der Hansestadt. Das Hohe Tor (Brama Wyżynna) bildet den südlichen Zugang zur Altstadt und beeindruckt mit seinen Türmen und der prächtigen Fassade.

Diese Tore und Sakralbauten erzählen nicht nur von Danzigs Vergangenheit, sondern sind auch lebendige Zeugnisse der kulturellen und spirituellen Entwicklung dieser einzigartigen Stadt an der Ostsee.

Polen Doku - Städtetrip Danzig und Road trip an der Ostsee
Kurze Video Impressionen aus Danzig

Museen in Danzig: Eine Reise durch die Zeit

Nationale Maritime Museum

Im 17. Jahrhundert strebte Polen danach, den Titel „Herrscher der Ostsee“ zu beanspruchen, und ihre Seefahrer waren mit Eifer darauf bedacht, Polens maritimen Einfluss zu wahren. Die faszinierende Geschichte dieser Seefahrtstraditionen wird im Nationalen Maritimen Museum ausführlich erforscht. Das Museum ist in vier separate Abschnitte unterteilt, zwei auf jeder Seite des Flusses.

Das Herzstück dieser weitreichenden Ausstellung zur maritimen Geschichte und zur Rolle Danzigs im Laufe der Jahrhunderte als Ostseehafen ist das mehrere Millionen Euro teure Maritime Kulturzentrum. Hier befindet sich eine dauerhafte interaktive Ausstellung mit dem Titel ‚Menschen-Schiffe-Häfen‘. Weitere Ausstellungen umfassen die MS Sołdek, das erste Schiff, das in den Nachkriegsjahren in der Gdańsk-Werft gebaut wurde, und den Żuraw, einen Ladekran aus dem 15. Jahrhundert, der in seiner Zeit der größte war. Die Speicher auf der anderen Flussseite beherbergen weitere Ausstellungen, die ebenfalls sehr zu empfehlen sind.

Diese Ausstellungen auf der Insel Ołowianka in der Motława illustrieren die Geschichte der polnischen Seefahrt von den frühesten Zeiten bis heute. Dazu gehören Modelle alter Kriegsschiffe und Häfen, ein aus dem 9. Jahrhundert stammendes Einbaumboot, Navigationsinstrumente, Schiffsartillerie, Flaggen und dergleichen. Eine weitere interessante Ausstellung ist eine Sammlung geborgener Gegenstände von der General Carleton, einem britischen Schiff, das 1785 mysteriöserweise in der Ostsee verschwand.

Der Fährdienst des Museums (1,50 zł pro Fahrt, kostenlos mit Eintritt für alle Standorte) pendelt alle 15 Minuten zwischen dem Kran und der Insel. Alle weiteren Informationen findest du auf der englischen Seite des Museums.

Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig

Das Museum des Zweiten Weltkriegs (Muzeum II Wojny Światowej) in Danzig ist eines der jüngsten und gleichzeitig bedeutendsten Museen in Polen. Es wurde 2017 eröffnet und widmet sich der Geschichte des Zweiten Weltkriegs aus einer breiten, internationalen Perspektive.

Die Ausstellungen des Museums beleuchten die politischen, sozialen und militärischen Aspekte des Krieges sowie die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Exponate und interaktive Displays zeigen das Leben in den besetzten Ländern, den Widerstand gegen die Nazis und den Holocaust.

Neben der Dauerausstellung bietet das Museum auch Wechselausstellungen, Vorträge, Workshops und andere Bildungsveranstaltungen an.

Das Museum des Zweiten Weltkriegs ist ein wichtiger Ort der Erinnerung und des Lernens. Es bietet den Besuchern die Möglichkeit, mehr über die Schrecken des Krieges und die Opfer zu erfahren, aber auch über den Mut und die Widerstandskraft der Menschen in dieser dunklen Zeit.

Weitere Informationen zum Museum:

  • Website: https://muzeum1939.pl/en/
  • Adresse: Westerplatte 1, 80-383 Gdańsk, Polen
  • Öffnungszeiten: Dienstag: 10:00 – 16:00 Uhr, Mittwoch – Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 23 PLN, Ermäßigt 16 PLN, Familienkarte 55 PLN

Tipp: Buche deine Tickets online, um Warteschlangen zu vermeiden.

Museum des Zweiten Weltkriegs auf dem Władysław-Bartoszewski-Platz Gdansk
Das Museum des Zweiten Weltkriegs auf dem Władysław-Bartoszewski-Platz – Photo by Jacek Dylag on Unsplash

Bernsteinmuseum (Muzeum Bursztynu), Wielkie Młyny

Teil des Stadtmuseums Danzig, präsentiert das Bernsteinmuseum frühe und moderne Bernstein-Kunstwerke sowie faszinierende, unbearbeitete Stücke. Von Gemmen über Intarsien bis hin zu Skulpturen werden alle Techniken der Bernsteinbearbeitung anhand von Miniatur- und Großexponaten vorgestellt. Das 2,5 kg schwere Werk „Akt nach A. Rodin“ zählt zu den größten und schönsten Stücken der Sammlung.

Solidarność-Museum, Wały Piastowskie

In der Nähe der ehemaligen Lenin-Werft beherbergt das Solidarność-Museum die multimediale Ausstellung „Wege in die Freiheit“ im historischen Saal der Danziger Werft. Es dokumentiert die turbulenten Ereignisse und den Kampf der Polen für Freiheit und Gerechtigkeit. Das Museum zeigt außerdem die berühmten Tafeln mit den 21 Forderungen, die von der UNESCO als „außerordentliches Dokument mit besonderem gesellschaftlichen und menschlichen Wert und mit bedeutendem Einfluss auf die Geschichte Europas“ anerkannt sind. Auf dem Plac Solidarności steht das Solidarność-Denkmal, das an die Opfer der Danziger Werftarbeiterproteste von 1970 erinnert.

Museum der polnischen Post, ul. Obrońców Poczty Polskiej

In dem ehemaligen Gebäude der Post- und Telegrafendirektion der Freien und Hansestadt Danzig zeigt das Museum der polnischen Post Ausstellungsstücke zur Postgeschichte in Danzig und der Entwicklung des Fernmeldewesens. Das Museum erinnert weiterhin auch an die tapfere Verteidigung der polnischen Post gegen deutsche Soldaten im September 1939 und beherbergt ein Denkmal für die Opfer in der Nähe des Gebäudes.

Aktivitäten in Danzig und Umgebung

Danzig bietet neben seinen historischen Sehenswürdigkeiten auch eine Vielzahl an Aktivitäten für jeden Geschmack. Hier mal ein paar Vorschläge:

1. Stadtrundgang

Die beste Art, Danzig kennenzulernen, ist ein geführter Stadtrundgang. Bei einem Stadtrundgang siehst du alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie z. B. das Krantor, den Marienplatz und die Lange Gasse. Somit erfährst du ganz einfach mehr über die Geschichte und Kultur Danzigs.

Tipp: Es gibt verschiedene Anbieter von Stadtrundgängen in Danzig. Wähle daher einen Rundgang, der deinen Interessen entspricht. Es gibt z. B. Rundgänge, die sich auf die Geschichte der Stadt, die Architektur oder die Kultur Danzigs konzentrieren.

2. Bootstour

Eine Bootstour auf der Motlawa ist eine weitere großartige Möglichkeit, Danzig zu sehen. Bei einer Bootstour siehst du die Stadt aus einer anderen Perspektive und kannst die schöne Landschaft genießen. Es gibt verschiedene Bootstouren zur Auswahl, von kurzen Rundfahrten bis hin zu längeren Touren, die dich zu den Sehenswürdigkeiten sowie in der Umgebung von Danzig führen.

Tipp: Buche deine Bootstour im Voraus, besonders wenn du in der Hochsaison nach Danzig reist. So stellst du sicher, dass du einen Platz auf der gewünschten Tour bekommst.

3. Marienburg

Die polnische Marienburg ist die größte Backsteinburg der Welt. Die Burg liegt nur etwa 50 Kilometer von Danzig entfernt und ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Du kannst die Burg entweder auf eigene Faust besichtigen oder an einer Führung in verschiedenen Sprachen teilnehmen.

Tipp: Die Marienburg ist ein beliebtes Touristenziel. Plane daher genug Zeit für deinen Besuch ein. Es ist auch ratsam, bequeme Schuhe zu tragen, da du in der Burg viel laufen wirst.

4. Radtour

Danzig ist eine fahrradfreundliche Stadt und es gibt viele Radwege, die du erkunden kannst. Eine Radtour ist eine großartige Möglichkeit, die Stadt und die Umgebung zu sehen und gleichzeitig etwas Sport zu treiben.
In Danzig gibt es aber neben der Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust mit dem Fahrrad zu erkunden, auch geführte Radtouren. Somit lernst du die Stadt und ihre Umgebung von einem erfahrenen Guide kennen und erfährst interessante Informationen über Geschichte, Kultur und Sehenswürdigkeiten.

Tipp: In Danzig gibt es viele Fahrradverleihe, wo du Fahrräder mieten kannst.

5. Weitere Aktivitäten

Neben den oben genannten Aktivitäten gibt es in Danzig noch viele weitere Aktivitäten, die du unternehmen kannst. Du kannst z. B.:

  • Einen Ausflug nach Sopot oder Gdingen machen
  • Ein Konzert oder eine Theateraufführung besuchen
  • Die polnische Küche in einem der vielen Restaurants probieren

Am Meer in Danzig

Die Strände der Danziger Bucht gehören zu den am besten entwickelten touristischen Gebieten der Polnischen Ostsee. Hotels, Pensionen und große Campingplätze sind zahlreich vorhanden, welche vor allem im Hochsommer sehr belebt sind. Eine Bootsmiete ermöglicht die Erkundung der Kanäle mit Kajaks, Elektro- und Motorbooten. Die westlichen Strände erstrecken sich von Sopot über Oliwa bis nach Przymorze Wielkie. Brzeźno bietet eine Seebrücke sowie Kureinrichtungen. Der Ronald-Reagan-Park ist eine grüne Oase inmitten von Przymorze Wielkie. Die östlichen Strände beginnen in Stogi und führen bis Krakowiec-Górki Zachodnie, einem ruhigeren Naherholungsgebiet mit Stadtwald und breitem Sandstrand.

Die Polnische Ostsee im Sonnenuntergang
Schöne Strande vor den Toren der Stadt

Einkaufen in Danzig

In den letzten Jahren hat sich Danzig zu einem attraktiven Ziel für Shoppingbegeisterte entwickelt. Neben der charmanten Altstadt mit ihren kleinen Boutiquen und Läden, locken auch moderne Einkaufszentren mit vielfältigem Angebot. Nicht nur für Schmuckliebhaber, insbesondere Bernstein, bietet Danzig vielfältige Einkaufsmöglichkeiten.

Einkaufszentren – Moderne Shoppingmöglichkeiten in Danzig

Das Forum Gdańsk https://forumgdansk.pl/en vor dem Hohen Tor überzeugt mit elegantem Ambiente und internationalen Marken. In der Galeria Bałtycka https://www.galeriabaltycka.pl/ in Wrzeszcz hingegen findest du neben einem breiten Spektrum an Geschäften auch zahlreiche Restaurants und Unterhaltungsmöglichkeiten.

Märkte und Supermärkte

Die zentrale Markthalle, Hala Targowa, bietet wochentags von 8.00-18.00 Uhr Kleidung, Haushaltswaren sowie Obst und Gemüse. Zudem gibt es einen Weihnachtsmarkt auf dem Parkplatz am Targ Węglowy.

Die Supermarktkette Biedronka ist in der Innenstadt weit verbreitet, und in der Nähe des Hauptbahnhofs befindet sich außerdem ein Aldi. Zusätzlich sind die Zabka-Minisupermärkte, die in der Regel bis spät abends geöffnet sind, alle paar hundert Meter zu finden.

Geldwechsel

In Danzig gibt es zahlreiche Wechselstuben, die empfehlenswert sind, da ihre Wechselkurse in der Regel günstiger sind als am Bahnhof. Alternativ stehen viele Geldautomaten zur Verfügung, die gängige Kredit- und Debitkarten akzeptieren (allerdings keine reine Girocard). Oft lassen sich hier bessere Wechselkurse erzielen.

Anreise und Verkehr

Die Anreise nach Danzig gestaltet sich bequem, da der Lech-Wałęsa-Flughafen gut angebunden ist. Es gibt zum Beispiel eine direkt Flug von Hamburg nach Danzig. Zudem sind Zugverbindungen aus verschiedenen europäischen Städten verfügbar. Die Autobahnen A1 und A7 bieten eine komfortable Anbindung per Auto.

Mit der Bahn nach Danzig

Die Anreise nach Danzig mit der Bahn gestaltet sich aus Deutschland (über Berlin oder mit Umsteigen in Stettin) sowie aus Österreich (über Kattowitz) problemlos. Empfehlenswerte Verbindungen sind der ganzjährig täglich verkehrende EuroCity Berlin-Gdynia ab Berlin (Fahrzeit ca. 6 Stunden) und der Nachtzug Wien-Warschau ab Österreich. Ab Warschau bringt der komfortable Schnellzug ExpressInterCity Premium (EIP) der PKP die Reisenden in 2 Stunden und 47 Minuten nach Danzig. 

Eine kostengünstigere Alternative bieten zudem die älteren InterRegio der Tochtermarke TKM. Der zentrale Bahnhof ist Gdańsk Główny, ein wichtiger Bahnknotenpunkt für Nordpolen mit Direktverbindungen zu allen Großstädten. Regionale Züge nach Sopot nutzen separate Kopfbahnsteige auf der Rechtstadtseite. Das historische Bahnhofsgebäude wurde bis 2023 renoviert und bietet jedoch neben einer Gepäckaufbewahrung (Schließfächer im Untergeschoss) und einem besetzten Ticketschalter nur wenige Annehmlichkeiten.

Der zentrale Bahnhof von Danzig
Der zentrale Bahnhof von Danzig

Der Fernbusbahnhof befindet sich an der Ostseite des Hauptbahnhofs und ist durch den Bahnhofstunnel mit der Altstadt verbunden. Als zentraler Knotenpunkt für den Fern- und Regionalverkehr bietet der Danziger ZOB zahlreiche Buslinien, darunter auch Flixbus, mit beispielsweise direkten Verbindungen nach Berlin (Fahrzeit ca. 9 Stunden).

Mietwagen

Für Reisende, die flexibel unterwegs sein möchten, bietet sich die Anmietung eines Autos an. Mietwagenfirmen sind sowohl am Flughafen als auch in der Stadt verfügbar, was die Erkundung der Umgebung und entlegenerer Orte erleichtert.

Mit dem Rad

Danzig ist der Startpunkt des Radwegs EuroVelo 9 (Ostsee-Adria-Route oder Bernstein-Route, polnisch Szlak bursztynowy), der von Danzig durch Polen, Tschechien, Österreich und Slowenien nach Pula in Kroatien führt. Die rund um die Ostsee angelegte EuroVelo 10 (Ostsee-Radweg oder Hanse-Route, polnisch Obwód Hanzeatycki) führt ebenfalls durch Danzig.