Marienburg in Polen (Malbork): größte Backsteinburg der Welt
Die Marienburg in Polen, auf Polnisch Zamek w Malborku, liegt direkt am Ufer der Nogat in der pommerschen Stadt Malbork. Von Danzig aus sind es je nach Route etwa 50 bis 60 Kilometer. Die ehemalige Ordensburg des Deutschen Ordens gilt als größte Backsteinburg der Welt und gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe.
Im Mittelalter war die Marienburg Sitz des Hochmeisters und politisches Zentrum des Ordensstaates. Die gewaltige Anlage mit Hochschloss, Mittelschloss und Vorburg umfasst rund 21 Hektar. Nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie über Jahrzehnte restauriert. Heute kannst du große Teile der Burg als Museum besichtigen.
Für deinen Besuch solltest du genügend Zeit einplanen. Allein die historische Route dauert ungefähr 3,5 Stunden und führt durch die Innenräume, Höfe und Ausstellungen der weitläufigen Anlage.
Besichtigung der Marienburg: Routen, Audioguide und Führungen
Für die Besichtigung der Marienburg stehen dir zwei reguläre Routen zur Auswahl. Die Historische Route führt durch den gesamten zugänglichen Burgkomplex einschließlich der Innenräume und Ausstellungen. Die kürzere Spazierroute konzentriert sich dagegen weitgehend auf Höfe, Gärten und Außenanlagen. Beide Routen besichtigst du mit einem Audioguide oder im Rahmen einer Führung.

Historische Route: die ausführliche Besichtigung
Wenn du zum ersten Mal in der Marienburg bist und genügend Zeit mitbringst, ist die Historische Route die beste Wahl. Der Rundgang dauert ungefähr 3,5 Stunden und führt durch die zugänglichen Bereiche der Hochburg, des Mittelschlosses und der Vorburg. Du besichtigst ehemalige Wohn- und Repräsentationsräume, Kapellen, Kreuzgänge und verschiedene Ausstellungen des Burgmuseums.
Die Historische Route schließt die Spazierroute vollständig mit ein. Du musst also nicht beide Routen buchen. Da der Audioguide an vielen Stationen ausführliche Erklärungen gibt, sind die angegebenen 3,5 Stunden durchaus realistisch. Wenn du häufig fotografierst oder dir einzelne Räume genauer ansehen möchtest, kann der Besuch auch etwas länger dauern.
Spazierroute: die Marienburg ohne Ausstellungen und Innenräume
Die Spazierroute, auf Polnisch Trasa Spacerowa, dauert ungefähr 1,5 Stunden. Sie führt durch Teile der Vorburg und die Toranlagen, über die Höfe des Mittel- und Hochschlosses sowie zu den Terrassen mit dem Garten der Hochmeister. Auch die Burggräben, der Zwinger und die Kapelle St. Anna gehören zur Route.
Die eigentlichen Schlossräume und Ausstellungen sind bei dieser Variante nicht enthalten. Trotzdem bekommst du einen guten Eindruck von der Größe und dem Aufbau der Marienburg. Die Spazierroute eignet sich vor allem, wenn du wenig Zeit hast, erst später am Tag ankommst oder die Burg an einem Montag kostenlos besuchen möchtest.
Audioguide auf Deutsch und Führungen
Der Audioguide ist bei beiden Routen bereits im Eintrittspreis enthalten und steht auch auf Deutsch zur Verfügung. Das Gerät erhältst du im Gebäude bei den Kassen. Es führt dich von Station zu Station durch die Burg, sodass du dein eigenes Tempo weitgehend selbst bestimmen kannst. Eine Besichtigung ganz ohne Audioguide oder Führung ist regulär nicht vorgesehen.
Alternativ kannst du dich einer Führung auf Polnisch anschließen. Diese Gruppen starten nach Angaben des Museums alle 30 Minuten. Wenn du eine persönliche Führung auf Deutsch möchtest, musst du sie vorab reservieren. Ein exklusiver Guide kostet derzeit zusätzlich 350 zł pro Gruppe. Die Reservierung erfolgt per E-Mail an rezerwacja@zamek.malbork.pl.
Welche Route solltest du wählen?
Für einen ersten Besuch empfehlen wir eindeutig die Historische Route. Sie dauert zwar deutlich länger, aber erst in den Innenräumen erschließt sich, wie die Marienburg als Kloster, Residenz und politisches Zentrum genutzt wurde. Die Spazierroute ist eine gute Alternative, wenn du nur wenig Zeit hast oder vor allem die Architektur und Außenanlagen sehen möchtest.
Für Familien gibt es außerdem eine verkürzte Fassung der Historischen Route mit einer Dauer von ungefähr zwei Stunden. Der dazugehörige Familien-Audioguide wird derzeit allerdings nur auf Polnisch und Englisch angeboten.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Marienburg 2026/2027
Die Öffnungszeiten der Marienburg unterscheiden sich deutlich zwischen der Sommer- und Wintersaison. Außerdem gelten für die Historische Route und die kürzere Spazierroute jeweils andere Einlasszeiten.
| Route | Sommersaison 25.04.–30.09.2026 | Wintersaison 01.10.2026–24.04.2027 |
|---|---|---|
| Historische Route | Dienstag–Sonntag, 9:00–20:00 Uhr Letzter Einlass: 16:30 Uhr | Dienstag–Sonntag, 9:00–15:00 Uhr Letzter Einlass: 12:45 Uhr |
| Spazierroute | Dienstag–Sonntag, 16:45–20:00 Uhr Letzter Einlass: 18:30 Uhr | Dienstag–Sonntag, 13:00–16:00 Uhr Letzter Einlass: 14:30 Uhr |
| Montag, nur Spazierroute | 9:00–20:00 Uhr Eintritt kostenlos | 9:00–16:00 Uhr Letzter Einlass: 14:30 Uhr, Eintritt kostenlos |
Während der Sommersaison schließen die Innenräume und Ausstellungen um 19:00 Uhr. Der letzte Einlass zur Historischen Route erfolgt bereits um 16:30 Uhr, da du für den vollständigen Rundgang ungefähr 3,5 Stunden benötigst.
Montags ist nur die Spazierroute geöffnet. Der Besuch ist kostenlos, du musst dir an der Kasse aber trotzdem ein kostenfreies Ticket holen. Dieses Ticket kann nicht online gebucht werden. Für den letzten Einlass am Montag nennen die offiziellen Sommerseiten derzeit unterschiedliche Zeiten. Wenn du sicher gehen möchtest, solltest du spätestens am späten Nachmittag an der Burg sein.
An polnischen Feiertagen gelten teilweise andere Öffnungszeiten. Einige Feiertage sind vollständige Schließtage. Vor einem Besuch an Ostern, Weihnachten oder einem anderen Feiertag solltest du deshalb noch einmal die aktuellen Öffnungszeiten des Museums prüfen.
Eintrittspreise 2026
| Ticket | Regulär | Ermäßigt |
|---|---|---|
| Historische Route, ca. 3,5 Stunden | 80 zł | 60 zł |
| Spazierroute, ca. 1,5 Stunden | 35 zł | 25 zł |
| Kombiticket Malbork, Sztum und Kwidzyn | 105 zł | 75 zł |
| Burgturm, zusätzlich zur Historischen Route | 17 zł | 13 zł |
Im Eintrittspreis für die Historische Route und die Spazierroute ist entweder eine polnischsprachige Führung oder ein Audioguide enthalten. Der Audioguide steht auch auf Deutsch zur Verfügung und kostet keinen Aufpreis.
Kinder unter sieben Jahren haben freien Eintritt. An der Kasse muss für sie trotzdem ein kostenloses „0-Ticket“ abgeholt werden. Für Familien mit Kindern zwischen 7 und 18 Jahren gibt es eigene Familientarife. Bei der Historischen Route zahlen Erwachsene 70 zł und Kinder 60 zł pro Person. Bei der Spazierroute kostet das Familienticket 35 zł für Erwachsene und 20 zł für Kinder.
Das Kombiticket gilt für die Historische Route in Malbork sowie für die Burgen in Sztum und Kwidzyn. Es bleibt 14 Tage gültig und lohnt sich, wenn du während deines Urlaubs mehrere Ordensburgen besuchen möchtest.
Der Burgturm ist nur in der Sommersaison vom 25. April bis zum 30. September geöffnet. Der Aufstieg ist dienstags bis sonntags zwischen 11:00 und 18:15 Uhr möglich und dauert ungefähr 30 Minuten. Für den Turm brauchst du zusätzlich ein Ticket für die Historische Route.
Da höchstens 500 Besucher pro Stunde eingelassen werden, empfiehlt das Museum eine frühzeitige Buchung über den offiziellen Ticketshop. Vor allem im Sommer und an Wochenenden können beliebte Zeiten ausgebucht sein.
Anreise nach Malbork und Parken an der Marienburg
Die Marienburg liegt rund 50 bis 60 Kilometer südöstlich von Danzig. Du kannst sie gut mit dem Auto oder mit dem Zug erreichen. Wenn du in Danzig übernachtest, ist die Bahn meist die angenehmste Möglichkeit. Von anderen Orten an der polnischen Ostsee bist du mit dem Auto oft flexibler.
Mit dem Auto nach Malbork
Malbork liegt an den Landesstraßen DK22 und DK55. Von Danzig dauert die Fahrt je nach Verkehr und Ausgangspunkt ungefähr 50 bis 60 Minuten. Die übliche Route führt zunächst über die Schnellstraße S7 und später über die DK55 nach Malbork.
Auch von Sopot, Gdynia und vielen Badeorten an der Danziger Bucht eignet sich die Marienburg gut als Tagesausflug. In Malbork ist die Burg ausgeschildert. Da das Burgmuseum keinen eigenen Besucherparkplatz hat, musst du dein Auto auf einem der Parkplätze in der Umgebung abstellen.
Mit dem Zug von Danzig nach Malbork
Zwischen dem Hauptbahnhof Gdańsk Główny und Malbork fahren tagsüber regelmäßig direkte Regional- und Fernzüge. Je nach Verbindung dauert die Fahrt ungefähr 30 bis 50 Minuten. Fernzüge sind meist schneller, können aber etwas teurer sein als Regionalzüge. Die aktuellen Verbindungen findest du im polnischen Bahnportal Portal Pasażera.
Vom Bahnhof Malbork läufst du etwa 15 bis 20 Minuten bis zum Eingang der Marienburg. Der Weg führt über die Kościuszki-Straße und anschließend über die Piastowska-Straße oder die Sierakowskich-Straße zur Burg. Du musst dabei nicht über die Nogat gehen: Bahnhof und Burgeingang liegen auf derselben Seite des Flusses.
Wenn du nicht so weit laufen möchtest oder mit kleinen Kindern und viel Gepäck unterwegs bist, kannst du am Bahnhof ein Taxi nehmen. Eine direkte öffentliche Busverbindung bis vor den Museumseingang gibt es nicht.
Organisierte Touren ab Danzig
Alternativ kannst du einen organisierten Tagesausflug ab Danzig buchen. Je nach Angebot sind der Transfer, der Eintritt und eine Führung oder ein Audioguide bereits enthalten. Das ist vor allem praktisch, wenn du dich nicht selbst um Zugverbindungen, Tickets und den Weg zur Burg kümmern möchtest. Vor der Buchung solltest du prüfen, welche Route im Preis enthalten ist und in welcher Sprache die Führung stattfindet.
Parken an der Marienburg
Direkt an der Marienburg gibt es keinen eigenen Museumsparkplatz. In der Innenstadt und rund um die Burg findest du jedoch mehrere öffentliche und private Parkmöglichkeiten.
| Parkplatz | Lage und Besonderheiten |
|---|---|
| Sierakowskich-Straße | Einer der nächstgelegenen Parkplätze zum Eingang der Marienburg |
| Plac Słowiański | Zentraler, gebührenpflichtiger Parkplatz beim Rathaus |
| Mikołaja-Kopernika-Straße | Gebührenpflichtige Stellplätze in der Innenstadt |
| Dworcowa-Straße | Parkplatz am Bahnhof, etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß von der Burg entfernt |
| Toruńska-Straße | Größerer kostenloser Parkplatz beim städtischen Stadion und Dinopark |
Für einen möglichst kurzen Fußweg ist der Parkplatz an der Sierakowskich-Straße am praktischsten. Wenn dort nichts mehr frei ist, bieten sich der Plac Słowiański und die Stellplätze an der Mikołaja-Kopernika-Straße an. Der kostenlose Parkplatz an der Toruńska-Straße liegt etwas weiter entfernt, kann sich aber bei einem längeren Aufenthalt lohnen.
Die Parkgebühren und gebührenpflichtigen Zeiten können sich ändern. Achte deshalb vor Ort auf die Beschilderung. Eine aktuelle Übersicht findest du auf der offiziellen Seite von Visit Malbork.
Der beste Blick auf die Marienburg
Den klassischen Panoramablick auf die gesamte Burg hast du vom westlichen Ufer der Nogat im Stadtteil Kałdowo. Dorthin gelangst du über die Fuß- und Radwegbrücke nahe der Marienburg. Besonders am späten Nachmittag und am Abend lohnt sich der kurze Abstecher für Fotos.
Praktische Tipps für deinen Besuch der Marienburg
Ein Rundgang durch die Marienburg ist länger und anstrengender, als die meisten Besucher erwarten. Auf der Historischen Route bist du etwa dreieinhalb Stunden unterwegs – über Kopfsteinpflaster, Treppen und teilweise unebene Böden. Bequeme Schuhe sind deshalb wichtiger als eine möglichst leichte Tasche. Da auch Außenbereiche zum Rundgang gehören, solltest du außerdem an Regen- oder Sonnenschutz denken.
Essen und Trinken
Direkt in der Burg befindet sich das Restaurant „Piwniczka“. Es liegt im Westflügel des Mittelschlosses und serviert vor allem polnische Gerichte. Weitere Restaurants, Cafés und Imbisse findest du rund um die Burg sowie auf der gegenüberliegenden Seite der Nogat.
Für die lange Historische Route ist es sinnvoll, vorher etwas zu essen oder anschließend eine längere Pause einzuplanen. In den Ausstellungsräumen darf grundsätzlich nicht gegessen oder getrunken werden. Dafür stehen ausgewiesene Bereiche zur Verfügung.
Schließfächer, Toiletten und Kinderwagen
Im Gebäude bei den Kassen gibt es kostenlose Schließfächer. Dort befinden sich auch Toiletten und ein Wickelraum. Weitere Toiletten findest du im Bereich des Mittelschlosses.
Kinderwagen können an einem ausgewiesenen Platz im Eingangsbereich abgestellt werden. Für den vollständigen Rundgang sind sie wegen der vielen Treppen, engen Durchgänge und unebenen Wege ohnehin nur eingeschränkt geeignet. Wertsachen solltest du nicht im Kinderwagen oder unbeaufsichtigt im Ablagebereich lassen.
Besuch mit Kindern
Für Familien bietet das Burgmuseum einen speziellen Audioguide an, der die Historische Route kindgerecht erklärt. Trotzdem kann der mehrstündige Rundgang für kleinere Kinder lang werden. Wenn ihr vor allem die Größe der Anlage, die Höfe und Befestigungen sehen möchtet, kann die kürzere Spazierroute die angenehmere Wahl sein.
Plant bei einem Familienbesuch genügend Pausen ein. Besonders die Innenhöfe, der Brunnen im Hochschloss und der Dansker sind für Kinder meist anschaulicher als längere Ausstellungsbereiche.
Barrierefreiheit
Die Marienburg ist nur teilweise barrierefrei. Das Gebäude mit Kassen, Schließfächern und Toiletten ist mit einem Aufzug ausgestattet. Dort kann bei Bedarf auch ein Rollstuhl ausgeliehen werden. Einzelne Bereiche des Mittelschlosses sind mithilfe von Plattformliften erreichbar.
Große Teile der historischen Anlage haben jedoch Kopfsteinpflaster, hohe Schwellen, schmale Wendeltreppen und enge Durchgänge. Besonders das Hochschloss ist für Rollstuhlfahrer und Menschen mit starken Gehbehinderungen nur sehr eingeschränkt zugänglich. Am Hauptzugang gibt es zwei Parkplätze für Personen mit Behindertenparkausweis. Vor dem Besuch lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Hinweise zur Barrierefreiheit des Museums.
Besuch mit Hund
Hunde und andere Haustiere dürfen nicht in die Burganlage mitgenommen werden. Das Verbot gilt auch für die Innenhöfe. Ausgenommen sind anerkannte Assistenz- und Blindenführhunde.
Vom 1. April bis zum 30. September bietet das Museum eine kostenlose Tieraufbewahrung mit Wasser und schattigen Plätzen an. Dafür benötigst du ein gültiges Eintrittsticket sowie einen aktuellen Impf- oder Gesundheitsnachweis für dein Tier. Da nur wenige Plätze vorhanden sind, solltest du dich vor deinem Besuch über die aktuellen Bedingungen der Tieraufbewahrung informieren.
Aufbau der Marienburg: die wichtigsten Bereiche der Burg
Die Marienburg besteht nicht aus einem einzigen großen Gebäude. Hinter ihren Mauern liegen mehrere Burghöfe, Wohn- und Wirtschaftsbauten, Kirchen, Säle und Befestigungsanlagen. Der Komplex gliedert sich in drei Hauptbereiche: das Vorschloss, das Mittelschloss und das Hochschloss. Jeder Teil hatte im Mittelalter eine eigene Aufgabe.
Auf der Historischen Route lernst du alle drei Bereiche kennen und besichtigst zahlreiche Innenräume. Die kürzere Spazierroute führt dagegen vor allem durch die Höfe und Außenanlagen.
Das Vorschloss: der Wirtschaftsbereich
Das Vorschloss, auch Vorburg genannt, bildete den äußeren Bereich der Marienburg. Hier befanden sich Werkstätten, Ställe, Scheunen, Speicher und weitere Wirtschaftsgebäude. In diesem Teil der Burg wurde gearbeitet, gelagert und die Versorgung der Ordensritter, Bediensteten und Gäste organisiert.

Von den ursprünglichen Gebäuden ist nicht mehr alles erhalten. Trotzdem vermittelt die weitläufige Vorburg einen ersten Eindruck von der Größe der Anlage. Zu den bedeutenden Bauwerken dieses Bereichs gehören die St.-Laurentius-Kapelle, der Karwan und Teile der äußeren Befestigung.
Das Mittelschloss: Verwaltung und Repräsentation
Das Mittelschloss war das politische und administrative Zentrum der Marienburg. Seine drei Flügel umschließen einen großen Innenhof, über den du zu mehreren der wichtigsten Räume der Burg gelangst.

Im westlichen Flügel liegen der Große Remter und der Hochmeisterpalast. Der Große Remter war einer der größten Versammlungs- und Festsäle der Burg. Sein Gewölbe ruht auf drei schlanken Granitsäulen und gehört zu den eindrucksvollsten Innenräumen des Rundgangs.

Direkt daneben befindet sich der Hochmeisterpalast. Hier lebte und arbeitete das Oberhaupt des Deutschen Ordens. Besonders sehenswert ist der Sommerremter, dessen weit gespanntes Gewölbe von einem einzigen Pfeiler getragen wird.
Im Mittelschloss befindet sich außerdem die Bernsteinausstellung des Burgmuseums. Zu sehen sind Schmuckstücke, Gefäße, Figuren und sakrale Gegenstände aus unterschiedlichen Epochen.
Das Hochschloss: das Leben der Ordensritter
Das Hochschloss ist der älteste und am stärksten befestigte Teil der Marienburg. Vier Gebäudeflügel umgeben einen fast quadratischen Innenhof mit gotischen Kreuzgängen. In seiner Mitte steht ein überdachter Brunnen, der früher die Wasserversorgung der Ordensbrüder sicherte.
Im Hochschloss lagen die wichtigsten Räume des Konvents: der Kapitelsaal, der Speisesaal, die Schlafräume und die Arbeitsbereiche der Ordensritter. Auch die Marienkirche gehört zu diesem Teil der Burg. An ihrer Außenwand befindet sich die große, nach dem Zweiten Weltkrieg rekonstruierte Marienfigur mit Kind.

Unterhalb der Kirche liegt die St.-Annen-Kapelle. Sie diente als Begräbnisstätte mehrerer Hochmeister des Deutschen Ordens.
Der Dansker: Wehrturm und mittelalterliche Toilette
Zu den ungewöhnlichsten Bauwerken der Marienburg gehört der Dansker. Ein rund 60 Meter langer überdachter Gang verbindet das Hochschloss mit dem freistehenden Turm über dem ehemaligen Wassergraben.
Der Dansker war Teil der Verteidigungsanlage und zugleich die Hauptlatrine des Hochschlosses. Die Abfälle gelangten direkt in den Graben. Vom gegenüberliegenden Ufer der Nogat kannst du den Turm und seinen langen Verbindungsgang besonders gut erkennen.
Drohnenflug über die Marienburg
Aus der Luft lässt sich besonders gut erkennen, wie groß die Marienburg ist und wie sich Vorschloss, Mittel- und Hochschloss entlang der Nogat aneinanderfügen.
Die Geschichte der Marienburg in Kürze
Die Marienburg wurde über mehrere Jahrhunderte immer wieder erweitert, umgebaut, beschädigt und restauriert. Ihre heutige Gestalt stammt deshalb nicht ausschließlich aus dem Mittelalter. Neben erhaltenen gotischen Bauteilen siehst du Rekonstruktionen aus dem 19. Jahrhundert und aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Vom Ordenssitz zur Hauptstadt des Ordensstaates
Der Deutsche Orden begann um 1280 mit dem Bau einer neuen Burg an der Nogat. Benannt wurde sie nach der Heiligen Maria, der Schutzpatronin des Ordens. Zunächst diente die Marienburg als Sitz eines örtlichen Komturs.
Das änderte sich 1309, als Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen seinen Sitz von Venedig nach Marienburg verlegte. Die Burg wurde zur Machtzentrale des Ordensstaates. Verwaltung, Diplomatie und Handel wurden von hier aus organisiert. Mit der wachsenden Bedeutung des Ordens wurde auch die Burg erweitert: Das Hochschloss wurde ausgebaut, das Mittelschloss entstand und der Hochmeister erhielt einen eigenen repräsentativen Palast.
Nach der Niederlage des Deutschen Ordens in der Schlacht bei Tannenberg beziehungsweise Grunwald im Jahr 1410 wurde die Marienburg von polnisch-litauischen Truppen belagert. Die Verteidiger unter Heinrich von Plauen konnten die Burg jedoch halten.

Die Marienburg unter der polnischen Krone
Im Dreizehnjährigen Krieg geriet der Deutsche Orden in große finanzielle Schwierigkeiten. Weil er seine Söldner nicht mehr bezahlen konnte, verkauften diese die Marienburg 1457 an den polnischen König Kasimir IV. Jagiełło.
Damit endete die Zeit der Marienburg als Hauptsitz des Deutschen Ordens. In den folgenden Jahrhunderten diente sie unter anderem als zeitweilige Residenz polnischer Könige, Verwaltungszentrum und militärischer Stützpunkt. Während der schwedisch-polnischen Kriege wurde die Burg mehrfach besetzt. Brände und Umbauten beschädigten zusätzlich Teile der mittelalterlichen Anlage.
Preußische Zeit und erste große Restaurierungen
Mit der ersten Teilung Polens fiel die Marienburg 1772 an Preußen. Die damals bereits stark vernachlässigte Burg wurde als Kaserne, Lager und Armenhaus genutzt. Zeitweise drohte sogar der Abriss einzelner Gebäudeteile.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts änderte sich der Umgang mit der Anlage. Historiker, Architekten und Künstler machten auf ihre Bedeutung aufmerksam, und 1817 begannen erste größere Restaurierungsarbeiten. Ab 1882 leitete der Architekt Conrad Steinbrecht eine jahrzehntelange Wiederherstellung. Dabei wurden viele Räume und Bauteile nach dem damaligen Wissen über das Mittelalter rekonstruiert.

Zerstörung, Wiederaufbau und UNESCO-Welterbe
Bei den Kämpfen um Malbork im Jahr 1945 wurden große Teile der Marienburg zerstört. Besonders schwer betroffen waren die Marienkirche, das Hochschloss und die östlichen Gebäudeflügel.
Nach dem Krieg sicherten polnische Denkmalpfleger zunächst die Ruinen. Ab 1947 begann der schrittweise Wiederaufbau auf Grundlage historischer Pläne, Zeichnungen und Fotografien. 1961 wurde das Burgmuseum gegründet, das bis heute für die Anlage und ihre Sammlungen verantwortlich ist.
Seit 1997 gehört die „Burg des Deutschen Ordens in Malbork“ zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Restaurierung ist bis heute nicht vollständig abgeschlossen. Gerade das Nebeneinander aus mittelalterlicher Bausubstanz, späteren Rekonstruktionen und sichtbaren Kriegsschäden macht die Geschichte der Marienburg beim Rundgang nachvollziehbar.
Häufig gestellte Fragen zur Marienburg in Polen
Die Marienburg gilt als größte aus Backstein errichtete Burganlage der Welt und gehört auch flächenmäßig zu den größten Burgen. Häufig wird sie verkürzt als „größte Burg der Welt“ bezeichnet. Der genaue Vergleich hängt allerdings davon ab, ob Fläche, umbauter Raum oder die Größe einzelner Gebäude betrachtet wird.
Für die Historische Route solltest du ungefähr dreieinhalb Stunden einplanen. Die kürzere Spazierroute dauert etwa eineinhalb Stunden. Zusammen mit Anreise, Pausen und einem Abstecher zum gegenüberliegenden Nogat-Ufer wird aus dem Besuch schnell ein halber oder sogar ein ganzer Tagesausflug.
Ja. Für Einzelbesucher steht ein deutscher Audioguide zur Verfügung, der im Preis der Historischen Route und der Spazierroute enthalten ist. Reguläre Führungen starten vor allem auf Polnisch. Eine private Führung auf Deutsch muss vorab beim Museum reserviert und zusätzlich bezahlt werden.
Montags kann die Spazierroute kostenlos besucht werden. Die Innenräume und Ausstellungen der Historischen Route sind an diesem Tag jedoch nicht zugänglich. Das benötigte kostenlose Ticket erhältst du ausschließlich vor Ort an der Museumskasse und nicht im Online-Shop.
Grundsätzlich ja. Das Museum bietet einen Familien-Audioguide an, der die Geschichte der Burg kindgerecht erzählt. Die Historische Route dauert allerdings rund dreieinhalb Stunden und führt über viele Treppen und unebene Wege. Für kleinere Kinder kann die kürzere Spazierroute angenehmer sein.
Kinder bis einschließlich sechs Jahre haben freien Eintritt. An der Kasse muss trotzdem ein kostenloses „0-Ticket“ abgeholt werden.
Während der Sommersaison ist der Burgturm gegen Aufpreis zugänglich. Im Jahr 2026 gilt das vom 25. April bis zum 30. September. Voraussetzung ist ein Ticket für die Historische Route. Der Turm hat enge Treppen und ist nicht barrierefrei.
Da Öffnungszeiten und Zugang wetter- oder veranstaltungsbedingt geändert werden können, solltest du die Verfügbarkeit bei der Ticketbuchung noch einmal prüfen.
Nein. Hunde und andere Haustiere dürfen weder in die Innenräume noch auf die Burghöfe mitgenommen werden. Ausgenommen sind anerkannte Assistenz- und Blindenführhunde.
Zwischen dem 1. April und dem 30. September bietet das Museum eine kostenlose Tieraufbewahrung an. Dafür benötigst du ein gültiges Eintrittsticket und einen aktuellen Impf- oder Gesundheitsnachweis für dein Tier.
Nur teilweise. Das Kassen- und Servicegebäude hat einen Aufzug, barrierearme Toiletten und ausleihbare Rollstühle. Einzelne Räume im Mittelschloss sind über Plattformlifte erreichbar.
Viele Bereiche der Burg haben jedoch unebenes Kopfsteinpflaster, hohe Schwellen, schmale Gänge und steile Treppen. Das Hochschloss ist für Rollstuhlfahrer und Menschen mit starken Gehbehinderungen nur sehr eingeschränkt zugänglich.