Stettin

Die alte Hansestadt Stettin (polnisch Szczecin) liegt an der unteren Oder und ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Westpommern. Mit einer Einwohnerzahl von 405.000 ist sie die größte Küstenstadt zwischen Hamburg und Danzig. Stettin beeindruckt mit einer malerischen Kulisse aus farbenfrohen mittelalterlichen Giebelhäusern und einem Renaissance-Schloss. Dieses charmante Bild wird von Parks, großzügigen Alleen sowie lebhaften Terrassen und Plätzen begleitet, die gemeinsam eine einladende Atmosphäre schaffen und Stettin heute zur grünen Großstadt machen.

An den insgesamt acht Hochschulen sind etwa 50.000 Studierende eingeschrieben und die vielfältige Kulturszene reicht von Avantgarde-Konzerten bis hin zu traditioneller Oper.

Die Geschichte von Stettin

Vor nicht allzu langer Zeit war die Zukunft des Hafens unsicherer als die Aussicht auf Kultur. Nach der Schließung der Stocznia Szczecińska, einer der größten Werften im Ostseeraum, verließen etwa 40.000 Bewohner die Stadt. Diese Zahlen sind jedoch längst in Vergessenheit geraten, denn Geschäftsleute träumen nun von einer neuen wirtschaftlichen Drehscheibe zwischen Mitteleuropa und dem Baltikum, angetrieben durch Brüsseler Fördergelder.

Ambitionierte Projekte wie ein Technopark im westlichen Teil von Stettin, ein neuer Flughafen in Dąbie und ein Flüssiggas-Terminal wurden gestartet. Unter dem Namen „Baltic Neopolis Floating Garden 2050“ strebt man eine architektonische Neugestaltung der Stadt an. Das verlassene Werftgelände auf der Insel Lasztownia soll dafür in eine moderne Hafenstadt verwandeln werden. Die Altstadt, Uferpromenaden und Boulevards erfahren ebenfalls eine Verschönerung.

Bazylika Archikatedralna Stettin
Jakobskathedrale (Bazylika Archikatedralna) in Stettin

Der moderne polnische Staat

Noch vor der Gründung des modernen polnischen Staates errichteten slawische Stämme auf einem Hügel an der Oder eine Wehrburg. Von ihnen stammt ebenso der Name der Region Pommern (po morze = „Land am Meer“). Deutscher Einfluss gewann im 12. und 13. Jahrhundert an Bedeutung, als das Land systematisch christianisiert und besiedelt wurde. Die pommerschen Fürsten aus dem slawischen Greifen-Geschlecht machten Stettin infolgedessen zu ihrer Residenzstadt, eine Position, die sie bis 1630 innehielten. Stettin trat dann im Jahre 1278 der Hanse bei.

Während des Dreißigjährigen Krieges fiel die Stadt unter die Kontrolle Schwedens, das jedoch nur wenig Interesse am Besitz zeigte. Schließlich wurde Stettin im Jahr 1720 gegen eine geringe Summe an Preußen verkauft. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Stettin zu einem bedeutenden Verwaltungszentrum, und seine Blütezeit erreichte es im Zuge der Einigung des Deutschen Reiches.

1873 wurde ein großer Bahnhof errichtet, gefolgt von einem Hauptpostamt im darauf folgenden Jahr und einem neuen Rathaus weitere fünf Jahre später. Die Stadt avancierte zu einem maritimen Vorposten Berlins, in dem Ordnung, Handel und Industrie florierten. Allerdings gab es zu dieser Zeit nur wenige Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Noch 1936 wurde empfohlen, höchstens eine Stunde für einen Rundgang einzuplanen. Sogar der in Stettin geborene Schriftsteller Alfred Döblin zeigte sich nicht besonders beeindruckt. „Der Paradeplatz“, schrieb er, „war außergewöhnlich langweilig… Die Häuser waren niedrig, die Stadt war sehr ruhig und farblos.“

Wiederaufbau Stettins nach dem 2ten Weltkrieg

Infolge des zweiten Weltkrieges waren zwei Drittel der Häuser zerstört worden, und sowohl die Altstadt als auch der Hafen lagen in Trümmern. Die einstige Hauptstadt Pommerns mit einem polnische Bevölkerungsanteil von nur 4 Prozent verwandelte sich rasch in Szczecin, die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Innerhalb kürzester Zeit sank der deutsche Bevölkerungsanteil somit von 96% auf 1%. Die neu ankommenden Bewohner stammten aus den früher polnischen, nun sowjetischen „Ostgebieten“. Diese Gruppe umfasste nicht nur Polen, sondern auch viele Litauer und zwangsweise umgesiedelte Ukrainer. Sie waren es, die die Stadt, zu der sie anfangs wenig Verbindung hatten, wieder aufbauten.

Im Gegensatz zu Danzig oder Warschau wurde die Altstadt von Stettin nur teilweise wieder aufgebaut. Die Planung des Neuen war jedoch nicht immer erfolgreich, wodurch Überreste des früheren prunkvollen Stettiner Reichtums schmerzhaft mit einer gesichtslosen Nachkriegsarchitektur und überdimensionierten Autotrassen durchzogen wurden.

Sehenswürdigkeiten in Stettin

Die bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Altstadt lassen sich bequem zu Fuß erkunden, da sie zwischen dem westlichen Ufer der Oder (Nabrzeże Wieleckie) und dem ehemaligen Hohenzollernplatz (pl. Grunwaldzki) liegen. Der sieben Kilometer lange sogenannte Rote Weg mit 42 Stationen führt dich zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Als Ausgangspunkt bietet sich das Hafentor (Brama Portowa) an. Es wurde von 1725 bis 1729 vom westfälischen Architekten Cornelius von Wallrave erbaut. Ursprünglich Teil der preußischen Stadtbefestigung, steht es heute als Festung mitten im Verkehrsgewühl. Über die Wyszyńskiego-Allee gelangt man zum Oderufer und sieht auf der linken Seite den roten Turm eines großen Backsteinbaus.

Die Jakobskathedrale

Die Jakobskathedrale (Katedra Św. Jakuba) ist die größte Kirche in Stettin. Sie wurde im späten Mittelalter erbaut. Das Innere ist weniger prunkvoll, als es von außen erscheint. Besonders sehenswert sind die Marienkapelle mit einem Kreuzgewölbe, das auf zwei Säulen ruht, und der gotische Flügelaltar in der Sakramentskapelle. In einem Pfeiler nahe der Orgel befindet sich das Herz des Komponisten Carl Loewe, der von 1820 bis 1862 als Organist in der Kirche tätig war. Die Aussichtsterrasse in 56 Metern Höhe bietet zudem einen weiten Blick über die Stadt. Interessanterweise ist der im Krieg zerstörte Turm, der erst vor wenigen Jahren wiederaufgebaut wurde, doppelt so hoch.

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Stettin

Johanniskirche

Bei der Rückkehr zur Wyszyński-Allee und schon nahe am Oderufer befindet sich rechts die dreischiffige Johanniskirche (Kościół Św. Jana). Sie wurde Ende des 14. Jahrhunderts durch den Franziskanerorden gestiftet, dessen Ordensbrüder bereits im Jahr 1240 nach Stettin kamen. Fast zur selben Zeit wie der Bau der Kirche begann man mit der Errichtung einer Brücke, die die heutige Altstadt mit der gegenüberliegenden Insel Lasztownia (Lastadie) verband. Für die Stadtkaufleute war diese Brücke alsbald eine bedeutende Einnahmequelle. Da die Brücke an dieser Stelle so niedrig war, dass Schiffe nicht hindurchfahren konnten, wurde für angelieferte Waren ein hoher Preis verlangt. Infolge ihrer Wiederherstellung im Jahr 1959 wurde die Hansabrücke in „Most Długi“ (Lange Brücke) umbenannt.

Uferpromenade

Am Fuße der Langen Brücke beginnt die kilometerlange Uferpromenade (Bulwar Piastowski). Die Promenade ist von Grün umgeben und so breit, dass Fußgänger und Radfahrer problemlos nebeneinander gehen können. Sitzbänke und Stufen führen bis zum Wasserrand hinunter und laden zu einer Rast ein. Hier findet man maritime Skulpturen und vor Anker liegende Boote, die dadurch eine maritime romantische Atmosphäre schaffen. An der Promenade gibt es aber auch Terrassenlokale, in denen man seine Zeit gerne verbringt.

Altstadtumgebung

Um die Jahrtausendwende führte man schließlich die Rekonstruktion des Viertels rund um den Alten Markt (Stary Rynek) durch. Bunte, pastellfarbene Giebelhäuser mit Fassadenschmuck und gepflasterte Gassen, die von schmiedeeisernen Laternen beleuchtet werden, verleihen der Umgebung ein hanseatisches Flair. In diese Häuser sind Cafés, Restaurants und Blues-Bars eingezogen. Besonders in den Abendstunden erwecken junge Stettiner das Viertel wieder zum Leben. Mitten in diesem lebhaften Ensemble steht das Alte Rathaus (Stary Ratusz), ein zierlicher Backsteinbau mit einem filigranen Ziergiebel. Das im Rathaus untergebrachte Stadtmuseum erzählt mit Dokumenten, Karten und Fotografien die Geschichte Stettins von den Anfängen im 10. Jahrhundert bis heute nach. Einen besonderen Anziehungspunkt bieten ebenfalls die original erhaltenen Keller­gewölbe, die nun als Mikrobrauerei Wyszak genutzt werden.

Loitzenhof

Nur wenige Schritte entfernt, über eine mittelalterliche Gasse erreichbar, gelangt man zum Loitzenhof (Dom Loitzów), einem der wenigen original erhaltenen Bürgerhäuser der Stadt. Mit seinen vier Stockwerken und dem markantem Fassadenschmuck diente es im frühen 16. Jahrhundert als repräsentativer Sitz der Bankiersfamilie Loitz, auch bekannt als die „baltischen Fugger“. Diese Familie hatte eine eigene Flotte und pflegte Handelsbeziehungen von der Ostsee bis zur Nordsee. Heute erinnert das ehemalige Schloß an vergangene Zeiten und an die Bedeutung der Familie Loitz.

Schloss der Pommerschen Herzöge in Stettin
Schloss der Pommerschen Herzöge in Stettin

Schloss der Pommerschen Herzöge

Das eindrucksvollste Gebäude der Stadt thront majestätisch am Ufer der Oder – das Schloss der Pommerschen Herzöge (Zamek Książąt Pomorskich). Bereits von Weitem fallen die weiß verputzte Renaissance-Attika und der hohe, kuppelgekrönte Turm ins Auge. Trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hat man das Schloss erst vor wenigen Jahrzehnten wiederaufgebaut, und es strahlt noch immer die Pracht vergangener Zeiten aus. Die Anlage besteht aus fünf Gebäudeflügeln, die um Innenhöfe angeordnet sind. Heute fungiert das Schloss als ein bedeutendes städtisches Kunst- und Kulturzentrum. Hier finden Opern- und Operettenaufführungen statt, Konzerte erklingen in der ehemaligen Schlosskapelle mit ihrem prachtvoll bemalten Renaissance-Gewölbe, und im Sommer finden Veranstaltungen auch im zentralen Haupthof statt. Verschiedene Galerien präsentieren moderne polnische Kunst.

Die Krypta

Ein besonderes Highlight ist die winzige Krypta, in deren Mauern eine mysteriöse Geschichte verborgen ist: Nach dem Tod des letzten Greifen wurden die Krypta und ihre Geheimnisse von den neuen schwedischen Machthabern versiegelt und im Laufe der Zeit vergessen. Erst beim Wiederaufbau des Schlosses nach 300 Jahren wurden sie unter den Trümmern zufällig wiederentdeckt. Die Krypta beherbergt nun 14 Sarkophage, die seit 2016 wieder zugänglich sind. In der „Gotischen Galerie“ können Besucher anhand vergilbter Dokumente und Fotos in die verschiedenen Bauphasen und Herrschaftsepochen des Schlosses eintauchen. Ein virtuos gezeichneter Stich von Matthäus Merian aus dem Jahr 1652, der als wichtige Vorlage für den Wiederaufbau diente, ist ebenfalls ausgestellt. Auf diesem Stich sind Menschen zu sehen, die auf dem Schlossdach spazieren gehen.

Gäste sind dazu eingeladen, es ihnen gleichzutun und Stettins größte Aussichtsterrasse zu besuchen, die einen atemberaubenden Blick über die Stadt bietet. Besonders lohnenswert ist auch der Aufstieg über 204 Stufen oder per Aufzug zur Spitze des Glockenturms. Von dort aus genießt man nicht nur einen Panoramablick auf die Stadt und das Oderhaff, sondern erhält auch Einblicke in Stettins Wehranlagen. Die skurrile Schlossuhr von 1693, die ein Gesicht auf ihrem Zifferblatt zeigt, hängt auf Augenhöhe. Dabei zeigt der weit aufgerissene Mund den Monatstag an, während der Stundenzeiger auf der Nase sitzt und von den rollenden Augen verfolgt wird.

Hakenterrasse direkt an der Oder

Nicht weit entfernt erstreckt sich die Trasa Zamkowa, ein über 2 km langes Brückenbauwerk, das man 1987 dem Verkehr übergab. Um dem Autolärm zu entkommen, überquert man diese so schnell wie möglich und betritt die Hakenterrasse (Wały Chrobrego). Hier, hoch über der Oder, zeigt sich Stettin von seiner schönsten Seite. Unter schattigen alten Bäumen laden daher Café-Pavillons und Biergärten zum Verweilen ein, von denen aus man auf die vorbeiziehenden Schiffe auf dem Fluss hinabblicken kann.

Ende des 19. Jahrhunderts ließ der damalige Bürgermeister Hermann Haken die mittelalterlichen Wehranlagen abreißen und an ihrer Stelle imposante Repräsentationsbauten errichten – ein Symbol der Macht des wohlhabenden Bürgertums in der Gründerzeit. Das prächtige Gebäude wurde 1911 im Stil der Neorenaissance erbaut. In vergangenen Zeiten diente es noch als Sitz der preußischen Bezirksregierung, während es heute die Marinehochschule und das polnische Woiwodschaftsamt beherbergt. 1913 gründeten Stettiner Kaufleuten das Schifffahrtsmuseum, dass sich auf maritime Themen spezialisiert hat und ebenfalls Artefakte zeigt, die Seefahrer von ihren Reisen mitgebracht haben. Ein absolutes Highlight sind ebenso die Kranosaurier – drei Krupp-Kräne aus den 1920er-Jahren, die sich heute zu einem Kultobjekt entwickelt haben und nachts spektakulär beleuchtet sind.

Hakenterrassen Stettin
Hakenterrasse und die Woiwodschaft Westpommern in Stettin

Weitere Touristeninformationen für Stettin

  • Gratis-Touristen information: Hier kannst du dich über Stettin informieren:: https://visitszczecin.eu/de.
  • CIT Zamek (Touristisches Informationszentrum am Schloss): Adresse: Zamek Książat Pomorskich, ul. Korsarzy 34, Tel. 91 489 16 30, Website: https://zamek.szczecin.pl/de/. Täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, im Winter montags geschlossen. Hier erhältst du Hotelinformationen, Eintrittskarten für kulturelle Veranstaltungen und für die Turmbesteigung des Schlosses.
  • Tourist Card: Diese Karte ist in beiden touristischen Informationsbüros erhältlich. Sie ist für 24 oder 72 Stunden gültig und kostet 4 bzw. 6,50 €. Die Karte bietet Ermäßigungen von bis zu 50 % in verschiedenen Museen, Cafés und Restaurants der Stadt sowie kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Weitere Informationen findest du hier: https://visitszczecin.eu/de/25-stettiner-touristenkarte.

Übernachtung – Von Hotel bis Ferienhaus

In Stettin stehen eine breite Palette von Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung, die verschiedenen Bedürfnissen und Budgets gerecht werden. Hier sind einige hervorragende Arten von Unterkünften in Stettin:

Hotels: Die Stadt bietet eine Auswahl an hochwertigen Hotels, von luxuriösen 5-Sterne-Unterkünften bis hin zu stilvollen Boutique-Hotels. Oft bieten die Hotels ebenfalls erstklassige Annehmlichkeiten, ausgezeichneten Service und eine zentrale Lage.

Historische Herrenhäuser und Schlösser: Einige historische Herrenhäuser und Schlösser in der Umgebung von Stettin wurden zu charmanten Hotels umgebaut. Diese bieten nicht nur komfortable Unterkünfte, sondern auch ein einzigartiges Ambiente und oft eine reiche Geschichte.

Bed & Breakfasts: Für eine gemütliche und persönliche Atmosphäre kannst du in Bed & Breakfasts (Pensjonat) übernachten. Diese Art von Unterkunft bietet oft individuell gestaltete Zimmer und persönlichen Kontakt zu den Gastgebern.

Ferienwohnungen und Apartments: Wenn Du mehr Platz und Unabhängigkeit wünschst, sind Ferienwohnungen und Apartments eine großartige Option. Du kannst sie in verschiedenen Stadtvierteln mieten. Sie eignen sich besonders gut für Familien oder längere Aufenthalte.

Unsere Empfehlungen in Stettin:

Campingplätze: Wenn Du die Natur genießen möchtest, gibt es Campingplätze in der Umgebung von Stettin, die Dir die Möglichkeit bieten, inmitten der Natur zu übernachten. Einige Plätze liegen direkt an Seen oder Flüssen.

  • Großer Campingplatz am See – Marina: Adresse: ul. Przestrzenna 23, Tel. 91 460 11 65, Website: www.campingmarina.pl. Diese ganzjährig geöffnete Anlage auf einem Wiesengelände am Dąbie-See bietet 150 Stellplätze und 26 Campinghütten.

Anreise und Verkehr in Stettin

Zug

Von Deutschland aus kannst du Stettin sehr bequem und günstig mit dem Zug erreichen. Beispielsweise fahren stündlich Züge von Berlin nach Stettin zum Verbundpreis ab 10 EUR. Die Fahrtzeit beträgt etwa 2,5 – 3 Stunden. Der wichtigste Bahnhof, an dem diese Züge ankommen, ist der zentral gelegene Bahnhof Szczecin Glowny.

Die polnische Bahn ist auch eine gute Option, um schnell und bequem einen Ausflug nach Międzyzdroje und Swinemünde zu unternehmen.

Fernbus

Die Zahl der Fernbus-Linien von Deutschland nach Stettin übersteigt die eng getakteten Bahnverbindungen sogar noch. Von Berlin fahren täglich mehrere Busse pro Stunde. Die Fahrt kostet kaum mehr als 10 EUR und dauert gut 2 Stunden.

Der Fernbus ist auch das Verkehrsmittel der Wahl, wenn du von Stettin aus nach Kolberg reisen willst.

Auto

Von Stettin aus ist über die A-6 eine Anbindung an das deutsche Autobahnnetz gegeben. Auf der Schnellstraße S-6 fährt man über Goleniów in Richtung Küste. Bei Wollin überquert man eine Brücke zur gleichnamigen Insel, wo sich erstmals ein weiter Blick auf das Haff öffnet. Nach weiteren 14 km gibt es eine Entscheidung zu treffen: Entweder rechts nach Międzyzdroje abbiegen oder den Schildern nach Karsibór folgen. Dort besteht die Möglichkeit, mit einer kostenlosen Autofähre im 30-Minuten-Takt auf die Westseite von Swinemünde überzusetzen.

Flugzeug

Der kleine internationale Flughafen Stettin-Goleniów (SZZ) befindet sich bei Goleniów, etwa 40 km nordöstlich der Stadt. Er wird von verschiedenen Billig-Airlines angeflogen und bietet tägliche Linienverbindungen der polnischen Fluggesellschaft LOT nach Warschau.

Um vom Flughafen aus nach Stettin zu kommen, kannst du einen Shuttlebus nehmen, den du über Getyourguide buchen kannst.

Öffentliche Verkehrsmittel in Stettin

Da Stettin Teil des Verkehrsverbunds Berlin–Brandenburg ist, können Reisende mit einer in Berlin erworbenen Tages- oder Wochenkarte alle öffentlichen Verkehrsmittel in Stettin frei nutzen.

Die Umgebung von Stettin

Die Umgebung von Stettin zeichnet sich durch reiche Wälder und Seen aus. Die sanft gewellte Moränenlandschaft ist mit Buchen bewachsen, durchsetzt von Kiefern und Erlen. Richtung Süden führt der Weg durch die Buchheide (Puszcza Bukowa) zum Nationalpark Unteres Odertal (Narodowy Park Dolinu Odry), einem grenzüberschreitenden Großschutzgebiet mit Deutschland. Der Park erstreckt sich entlang beider Seiten des Flusses und umfasst eine ausgedehnte Auenlandschaft. Zwischen den Armen des geteilten Flusses erstreckt sich ein Wasserlabyrinth mit Schilfdickicht, das ein ökologischer Filter ist und ebenso ein Rastplatz für Zugvögel wie Kraniche und Graureiher bietet (www.unteres-odertal.de).

green plant near body of water during daytime

Weitere Hansestädte entstehen in der Nähe von Stettin

Die Landschaft rund um den Jezioro Miedwie (Madü-See) südöstlich von Stettin wird als die „Kornkammer Polens“ bezeichnet. Hier haben die Schmelzwasser der letzten Eiszeit eine fruchtbare Schwarzerde hinterlassen, auf der Weizen und Roggen gedeihen. Im 13. Jahrhundert errichteten Zisterzienser auf diesem Boden die berühmte Klosterkirche bei Kołbacz (Kolbatz). Rund 20 Jahre später gründeten die Bewohner die spätere Hansestadt Stargard Szczeciński (Stargard) an der Nordseite des Sees. Das historische Zentrum von Stargard zeigt das spätgotische Rathaus mit filigranem Schmuckgiebel, die arkadengeschmückte Alte Wache mit einem Regionalmuseum und die trutzige Marienkirche aus dem Jahr 1292, ein beeindruckendes Beispiel der Backsteingotik. Eine mächtige Wehrmauer mit Türmen und Toren umgibt das Altstadtareal, das auch die Johanniskirche beherbergt – von deren Aussichtsgalerie bietet sich ein weiter Blick über die Stadt (www.cit.stargard.com.pl).

Etwa zur gleichen Zeit wie Stargard entstand das nördlich gelegene Goleniów (Gollnow), das ebenfalls 1368 der Hanse beitrat. Umgeben von einem moorigen Waldgebiet, das sich bis zum Stettiner Haff erstreckt, hofft Goleniów auf wirtschaftliche Belebung durch die Nähe zum Stettiner Flughafen. Reste der Wehrmauer, eine backsteinerne Pfarrkirche und ein Kornspeicher am Ufer der Ihna erinnern an das Mittelalter. Etwa 15 km östlich wurde das ehemalige Schlösschen der Grafen von Flemming in ein schönes Hotel umgewandelt. Es liegt am See von Maciejewo (Matzdorf) inmitten eines alten Parks, bietet eine großartige Lage, ist derzeit jedoch für Besucher geschlossen (Pałac Maciejewo, 48 Zimmer, ab Goleniów auf Straße 113).

Die Europäische Akademie

Ein weiteres Schlosshotel in Kulice (Külz), östlich von Nowogard, verwandelte ein 300 Jahre altes Herrenhaus in die ‚Europäische Akademie‘. Philipp von Bismarck, der einstige Sprecher der Pommerschen Landsmannschaft, unter seiner Schirmherrschaft, restaurierte das Anwesen seiner Familie mit finanzieller Unterstützung Deutschlands.(Akademia Europejska Kulice, Tel. 91 391 33 83, www.kulice.pl)

Nordwestlich von Stettin lohnt sich ein Besuch in Trzebież („Ziegenort“), einem Fischerdorf mit Fachwerkhäusern, kleinen Molen und dem Schulungszentrum des polnischen Seglerverbands. An Wochenenden beleben die Stettiner das deutsch-polnische Grenzdorf Nowe Warpno (Neuwarp). Hier befindet sich ein Marktplatz mit einem 300 Jahre alten Rathaus und einer imposanten spätgotischen Kirche. Ein schilfbewachsener Strand bietet Ausblicke auf Altwarp, die Schwesterstadt in Mecklenburg-Vorpommern. Im Sommer gibt es regen Fährverkehr zwischen den beiden Ortsteilen.