Cannabis und Marihuana in Polen – Regeln, Strafen und Wissenswertes für Touristen

Viele deutsche Urlauber glauben seit der Teilegalisierung, dass sie den Joint einfach über die Grenze nehmen können. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Für die polnischen Behörden ist und bleibt Cannabis eine illegale Droge und der Grenzübergang mit THC im Gepäck wird als internationaler Rauschgifthandel gewertet.

Auch wenn in Deutschland der Besitz von bis zu 25 Gramm im öffentlichen Raum erlaubt ist, endet diese Freiheit an der Grenze zu Polen. Wer mit Cannabis erwischt wird, dem drohen in Polen nicht nur Bußgelder, sondern im schlimmsten Fall Freiheitsstrafen. Die polnische Polizei macht hier keinen Unterschied, ob man das Gras für den Eigenbedarf mit sich trägt oder es verkaufen will. Die Einfuhr ist strikt verboten und wird konsequent strafrechtlich verfolgt.

Konsumenten sollten deshalb vor der Abfahrt alle Taschen und das Auto gründlich kontrollieren. Wer mit Restmengen in eine Polizeikontrolle gerät, riskiert seinen gesamten Urlaub und ein Strafverfahren in einem Land, das bei Drogendelikten keinen Spaß versteht.

Die Rechtslage in Polen: Keine Toleranz für kleine Mengen

Wenn man in Polen mit Cannabis erwischt wird, bekommt man es sofort mit dem Strafrecht zu tun. Es gibt keine gesetzliche Grenze für den legalen Eigenbedarf. In Deutschland sind 25 Gramm im öffentlichen Raum erlaubt, in Polen kann schon ein einziger Joint direkt zu einem Strafverfahren führen. Das Gesetz zur Bekämpfung der Drogensucht ist hier eindeutig. Wer Cannabis besitzt, anbaut oder einführt, begeht eine Straftat. Diese kann im schlimmsten Fall mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Bei größeren Mengen steigt dieser Rahmen sogar auf bis zu zehn Jahre.

Zwar wird in Warschau seit einiger Zeit intensiv über eine Lockerung diskutiert, aber das ist für Urlauber derzeit ohne Bedeutung. Ein Vorschlag, den Besitz von bis zu 15 Gramm und den Anbau einer Pflanze straffrei zu stellen, liegt der Regierung zwar vor, wurde jedoch bisher nicht umgesetzt. Im Gegenteil: Die aktuelle Linie bleibt restriktiv, da konservative Kräfte in Polen jede Liberalisierung als Gesundheitsrisiko ablehnen. Man sollte sich also nicht von Schlagzeilen über Reformpläne täuschen lassen, denn davon ist nichts rechtskräftig.

Werden Urlauber kontrolliert, landet der Fall fast immer erst einmal bei der Polizei. Es gibt zwar eine Regelung, nach der Staatsanwälte Verfahren bei kleinsten Mengen einstellen können, aber das ist eine reine Ermessensentscheidung ohne Rechtsanspruch. Das bedeutet die volle Prozedur mit Wache, Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung. Selbst wenn das Verfahren später gegen eine Geldauflage eingestellt wird, ist der Urlaub ruiniert und man hat ein Strafverfahren am Hals. Wer also hofft, dass die polnische Polizei bei einem Krümel Marihuana beide Augen zudrückt, geht ein enormes Risiko ein.

Strenge Regeln für medizinisches Cannabis

Wer aus gesundheitlichen Gründen auf Cannabis angewiesen ist, hat es etwas leichter, muss jedoch eine Menge Papierkram erledigen. Seit 2017 ist die medizinische Nutzung in Polen zwar legal, doch das ist kein Freifahrtschein für die Einfuhr von Cannabis. Wer als Patient einreist, muss zwingend die Originalverpackung, das ärztliche Rezept und eine amtlich beglaubigte Bescheinigung nach dem Schengener Abkommen dabeihaben. Diese Bescheinigung stellt der behandelnde Arzt aus. Sie muss jedoch von der zuständigen Gesundheitsbehörde in Deutschland vorab bestätigt werden.

Ohne diese lückenlose Dokumentation wird medizinisches Marihuana an der Grenze wie eine illegale Droge behandelt. Auch der Bezug vor Ort ist für Touristen schwierig, da polnische Apotheken nur spezielle, zertifizierte Präparate auf ein lokales Rezept ausgeben. Zudem müssen die Patienten die Kosten vollständig selbst tragen. Eine „Ersatzbeschaffung“ im Urlaub ist also kaum möglich. Wer seine Medikamente dabei hat, sollte zudem darauf achten, dass die Menge exakt für die Reisedauer (max. 30 Tage) berechnet ist.