Sehenswürdigkeiten an der polnischen Ostsee – von West nach Ost
Jeder Abschnitt der polnischen Ostseeküste hat seine eigenen Ausflugsziele. Rund um Wolin führen Wege durch Buchenwälder und entlang der Steilküste, bei Łeba liegen die großen Wanderdünen. In den Hafenstädten bestimmen dagegen Leuchttürme, alte Speicher, Kirchen und Festungsanlagen das Bild.
Diese Übersicht ist nach Lage geordnet und führt von West nach Ost. So kannst du schneller erkennen, welche Sehenswürdigkeiten sich von deinem Urlaubsort aus erreichen lassen und welche sich für die Anreise oder einen längeren Tagesausflug anbieten. Deshalb gehören auch Stettin und die Marienburg zur Auswahl, obwohl beide nicht direkt an der offenen Ostsee liegen.
Stettin – der Rote Weg zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Stettin lässt sich auf der Anreise an die westliche Ostseeküste einplanen. Von Swinemünde, Misdroy und den Urlaubsorten am Stettiner Haff kommt die Stadt außerdem für einen Tagesausflug infrage.
Für den ersten Besuch ist der Rote Weg besonders praktisch. Die sieben Kilometer lange Route beginnt und endet am Hauptbahnhof. Eine rote Linie auf dem Gehweg führt zu 42 historischen Gebäuden und anderen Sehenswürdigkeiten im Zentrum. Wenn du die Stationen hauptsächlich von außen ansiehst, ist der Rundgang gut an einem Tag zu schaffen. Möchtest du Museen besuchen, auf Aussichtstürme steigen und längere Pausen einlegen, kannst du ihn auf zwei Tage verteilen.

Zu den bekanntesten Stationen gehören die Hakenterrasse mit dem Blick über die Oder und das Schloss der pommerschen Herzöge. Das Renaissanceschloss war über Jahrhunderte die Residenz der Greifenherzöge. Weitere Stationen und Tipps findest du bei unseren Sehenswürdigkeiten in Stettin.
Swinemünde – Mühlenbake, Leuchtturm und Festungen
Viele Sehenswürdigkeiten in Swinemünde liegen rund um die Hafeneinfahrt. Auf der Usedomer Seite führt ein längerer Spaziergang von der Promenade zur Mühlenbake, polnisch Stawa Młyny. Das zehn Meter hohe Seezeichen in Form einer Windmühle steht seit dem 19. Jahrhundert auf der Westmole und ist heute das bekannteste Wahrzeichen der Stadt.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Swine stehen der Leuchtturm und das Fort Gerhard. Der Leuchtturm ist der höchste an der Ostsee. Das Fort gehörte zu den Befestigungsanlagen, die im 19. Jahrhundert den Zugang zum Hafen sicherten. Der Landweg zu beiden Sehenswürdigkeiten ist derzeit gesperrt. In der Saison erreichst du sie per Ausflugsschiff von der Usedomer Stadtseite. Plane die Mühlenbake und die beiden Ziele deshalb nicht als einen kurzen Rundgang. Weitere Festungen und aktuelle Hinweise zur Anfahrt findest du bei unseren Sehenswürdigkeiten in Swinemünde.
Nationalpark Wolin – Steilküste, Buchenwald und Wisente
Direkt bei Misdroy beginnt der Nationalpark Wolin. Seine bekanntesten Landschaften sind die bewaldete Steilküste und das Mündungsgebiet der Swine. Vom Ort aus erreichst du zu Fuß den Aussichtspunkt Kawcza Góra. Auch das Wisentgehege liegt nur etwa 1,5 Kilometer vom Zentrum entfernt und lässt sich gut in einen halben Urlaubstag einbauen.

Für weitere Ziele im Nationalpark brauchst du mehr Zeit. Der Gosań liegt auf dem höchsten Abschnitt der Woliner Kliffküste und öffnet den Blick über die Ostsee. Im Süden der Insel liegen der Türkissee und mehrere Aussichtspunkte am Stettiner Haff. Da diese Orte über die Insel verteilt sind, solltest du sie nicht alle in einen kurzen Ausflug packen. Wanderrouten und Hinweise zur Planung findest du in unserem Artikel zum Nationalpark Wolin.
Trzęsacz – die Kirchenruine am Kliff
Von der gotischen Kirche in Trzęsacz ist heute nur noch ein Teil der südlichen Backsteinwand erhalten. Als das Gotteshaus im 14. oder 15. Jahrhundert gebaut wurde, stand es noch weit von der Küste entfernt. Durch die fortschreitende Erosion rückte das Kliff immer näher. Im Jahr 1901 stürzten die ersten Teile der Kirche ins Meer.

Die verbliebene Wand kannst du von einer Aussichtsplattform oberhalb des Strandes und vom Strand selbst betrachten. Direkt daneben zeigt ein kleines Multimedia-Museum die Geschichte der Kirche und der Küstenerosion. Für Trzęsacz musst du keinen ganzen Tag einplanen. Der Besuch lässt sich gut mit Rewal oder dem Leuchtturm in Niechorze verbinden. Mehr zur Kirchenruine findest du bei unseren Burgen, Schlössern und Kirchen.
Kolberg – vom Hafen über die Promenade
Starte deinen Rundgang am Hafen beim Leuchtturm. Der 26 Meter hohe Turm steht auf dem alten Fort Ujście und kann besichtigt werden. Oben blickst du über die Hafeneinfahrt, die Mündung der Parsęta und den Strand. Nur wenige Minuten entfernt erinnert das Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer an die Ereignisse vom März 1945.

Anschließend kannst du der Promenade durch den Küstenpark bis zur Seebrücke folgen. Für einen ersten Besuch in Kolberg ist das die schönste zusammenhängende Strecke, weil du dabei Hafen, Strand und Kurviertel kennenlernst.
Wenn danach noch Zeit bleibt, gehst du weiter in die Innenstadt. Dort steht die mächtige Marienbasilika. Im Inneren fallen vor allem die schiefen Pfeiler und einige erhaltene mittelalterliche Ausstattungsstücke auf. Gleich neben der Kirche liegen das Rathaus und die kleinen Gassen der Neuen Altstadt. Mehr dazu findest du bei unseren Sehenswürdigkeiten in Kolberg.
Darłowo – Herzogsschloss und Hafen in Darłówko
Das Schloss der pommerschen Herzöge steht in der Altstadt von Darłowo, rund drei Kilometer von der Küste entfernt. Die Backsteinburg wurde im 14. Jahrhundert gebaut und beherbergt heute ein Museum. Einer ihrer bekanntesten Bewohner war Erik von Pommern, der über Dänemark, Norwegen und Schweden herrschte und nach dem Verlust seiner Königreiche nach Darłowo zurückkehrte.
Vom Schloss sind es nur wenige Schritte zum Marktplatz und zur Marienkirche. Auch das erhaltene Hohe Tor gehört noch zur mittelalterlichen Stadtbefestigung.
Der Leuchtturm und die blaue Schiebebrücke liegen dagegen in Darłówko direkt am Hafen. Wer alle Sehenswürdigkeiten sehen möchte, muss also zwischen Altstadt und Küste wechseln. Mehr über beide Ortsteile findest du in unserem Reiseführer zu Darłowo und Darłówko.
Slowinzischer Nationalpark – die Wanderdünen bei Łeba
Die bekannten Wanderdünen liegen im östlichen Teil des Nationalparks bei Łeba. Der Weg zur Łącka-Düne beginnt am Parkzugang in Rąbka und führt zunächst durch den Küstenwald. Später öffnet sich die Landschaft, bis zwischen Ostsee und Łebsko-See nur noch Sand zu sehen ist. An den Rändern der Düne lässt sich beobachten, wie der wandernde Sand langsam den Wald unter sich begräbt.

Der Weg bis zur Düne ist mehrere Kilometer lang. Plane deshalb mindestens einen halben Tag ein, besonders wenn du zu Fuß unterwegs bist und über den Strand zurückgehen möchtest.
Der Nationalpark reicht im Westen bis nach Rowy. Dort liegen mit der Czołpino-Düne und dem Leuchtturm weitere Ziele, die du besser als eigenen Ausflug planst. Routen, Zugänge und praktische Hinweise findest du in unserem Artikel zum Slowinzischen Nationalpark.
Halbinsel Hel – Strände auf zwei Seiten und die Stadt Hel
Die Fahrt über die Halbinsel gehört bereits zum Ausflug. Zwischen Władysławowo und Hel ist die Landzunge stellenweise nur wenige hundert Meter breit. Auf der einen Seite liegt die offene Ostsee, auf der anderen die geschützte Putziger Bucht. Unterwegs kommst du durch Kuźnica, Jastarnia und Jurata.

Für einen Tagesausflug würde ich nicht an jedem Ort halten, sondern bis zur Stadt Hel fahren. Dort führt ein langer Holzsteg durch die Dünen und um die Spitze der Halbinsel. In der Nähe steht der 41,5 Meter hohe Leuchtturm. Auf der Hafenseite befindet sich das Fokarium der Universität Danzig, das sich mit der Erforschung und dem Schutz der Kegelrobben in der Ostsee beschäftigt.
Wenn noch Zeit bleibt, kannst du eine der alten Küstenbatterien oder das Museum der Küstenverteidigung besuchen. Im Sommer ist die Bahn oft angenehmer als die einzige Straße über die Halbinsel. Weitere Orte und Ausflugsziele findest du in unserem Reiseführer zur Halbinsel Hel.
Sopot – von der Monte-Cassino-Straße zur Seebrücke
Vom Bahnhof führt die autofreie Bohaterów-Monte-Cassino-Straße geradewegs hinunter zum Meer. Die Sopoter nennen sie meist nur Monciak. Unterwegs kommst du am Krzywy Domek vorbei, dem „Krummen Haus“ mit seiner auffällig verzogenen Fassade.
Am unteren Ende der Straße liegen der Kurplatz und die 511,5 Meter lange hölzerne Seebrücke. Von dort blickst du zurück auf den Strand, das Grand Hotel und die Häuser des Kurviertels. Direkt neben dem Molo steht außerdem der als Leuchtturm verkleidete ehemalige Schornstein des alten Kurhauses. Heute dient der Turm als Aussichtspunkt.

Die zentralen Sehenswürdigkeiten liegen so dicht beieinander, dass du Sopot gut zu Fuß erkunden kannst. Wenn du aus Danzig oder Gdynia kommst, ist der Bahnhof dafür ein praktischer Ausgangspunkt. Weitere Ziele findest du bei unseren Sehenswürdigkeiten in Sopot.
Danzig – zu Fuß durch die Rechtstadt
Für den ersten Besuch reicht zunächst die Rechtstadt. Der klassische Weg beginnt am Goldenen Tor und führt durch die Langgasse zum Langen Markt. Auf dieser kurzen Strecke liegen das Rechtstädtische Rathaus, der Artushof und der Neptunbrunnen. Viele der reich verzierten Häuser wurden nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wiederaufgebaut.

Vom Langen Markt gehst du weiter zur Marienkirche. Durch die schmale Frauengasse mit ihren Beischlägen und Bernsteingeschäften gelangst du anschließend direkt zur Mottlau. Dort stehen das Krantor und die historischen Wassertore entlang der Uferpromenade.
Die Strecke lässt sich in wenigen Stunden ablaufen. Mit einer Kirchenbesichtigung, dem Aufstieg auf einen Turm und längeren Pausen füllt sie jedoch schnell einen ganzen Tag. Das Museum des Zweiten Weltkriegs und das Europäische Solidarność-Zentrum solltest du nicht noch dazwischenquetschen. Schon für eines der beiden Museen brauchst du mehrere Stunden. Ausführliche Rundgänge und weitere Ziele findest du bei unseren Sehenswürdigkeiten in Danzig.
Marienburg – die Ordensburg an der Nogat
Die Marienburg liegt rund 50 Kilometer südöstlich von Danzig und ist kein Ziel für einen kurzen Zwischenstopp. Allein für die historische Besichtigungsroute gibt das Museum etwa dreieinhalb Stunden an. Der Weg führt durch Vorburg, Mittel- und Hochschloss und macht erst nach und nach sichtbar, wie groß die Anlage tatsächlich ist.

Zu sehen sind unter anderem der Große Remter mit seinem auf schlanken Pfeilern ruhenden Gewölbe, der Palast der Hochmeister und die Marienkirche. Dazwischen geht es durch Innenhöfe, Kreuzgänge und ehemalige Wohnräume des Deutschen Ordens. Auch mehrere Sammlungen des Burgmuseums gehören zur Route.
Die Besichtigung ist nur mit einem Guide oder Audioguide möglich. Eine deutsche Version wird angeboten. Nach dem Rundgang lohnt sich noch der Weg über die Fußgängerbrücke auf die andere Seite der Nogat. Von dort siehst du die gesamte Burgfront am Fluss. Öffnungszeiten, Eintritt und die verschiedenen Routen findest du in unserem ausführlichen Artikel zur Marienburg in Polen.
Sehenswürdigkeiten nach Thema
Für Natur, Strände, Bernstein sowie Burgen und Kirchen findest du bei uns eigene Seiten.
Natur in Polen
Von den Kliffs auf Wolin bis zu den Wanderdünen bei Łeba. Unsere Naturseite erklärt die Küstenlandschaften und stellt wichtige Schutzgebiete vor.
Strände an der polnischen Ostsee
Unsere Übersicht ordnet die wichtigsten Küstenabschnitte und Badeorte von Swinemünde bis zur Frischen Nehrung ein.
Burgen, Schlösser und Kirchen
Ordensburgen, pommersche Herzogsschlösser und alte Backsteinkirchen zwischen Stettin, Danzig und dem Frischen Haff.
Bernstein an der Ostsee
Wie Bernstein entsteht, wo du ihn mit etwas Glück finden kannst und worauf du beim Kauf von Bernsteinschmuck achten solltest.