Anreise und Verkehr – Wissenswertes für deine Reise an die Polnische Ostsee
An die Polnische Ostsee kannst du mit Auto, Bahn, Fernbus, Flugzeug oder Boot anreisen. Hier findest du die wichtigsten Unterschiede und Punkte für die Planung. So entscheidest du schneller, welche Anreiseart für deine Strecke sinnvoll ist.
➤ Hinweis: Grenzkontrollen an der deutsch-polnischen Grenze
Polen gehört zum Schengen-Raum. Trotzdem gibt es seit Juli 2025 wieder Grenzkontrollen an der Grenze zu Deutschland. Deshalb solltest du bei der Anreise immer deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass dabei haben. Das gilt auch für Kinder. Weitere Infos findest du hier: Einreisebestimmungen in Polen.
Mit der Bahn an die Polnische Ostsee
Willst du mit dem Zug an die polnische Ostsee anreisen, lohnt sich ein kurzer Realitätscheck. Je nach Zielort ist die Fahrt entspannt oder deutlich aufwendiger. Wir gehen die Küste in Regionen durch und zeigen dir, welche Orte du meist schnell erreichst und wo du mit mehreren Umstiegen und langen Fahrtzeiten rechnen musst.
Westen: zwischen Wolin und Rewal, Pobierowo, Niechorze
Świnoujście: direkt mit der Usedomer Bäderbahn
Für Świnoujście (Swinemünde) ist die Anreise mit dem Zug oft überraschend einfach. Du fährst bis Züssow und steigst dort in die Usedomer Bäderbahn (UBB) um. Ab Züssow bringt dich die UBB über Usedom direkt nach Świnoujście Centrum. Wenn du ein Deutschlandticket hast, kannst du es in der UBB nutzen.
Wolin und Misdroy: meist über polnische Regionalzüge
Międzyzdroje (Misdroy) erreichst du mit der Bahn relativ gut. Am einfachsten ist in der Regel die Verbindung über Szczecin (Stettin). Du steigst dort einmal um und fährst dann auf der Küstenstrecke weiter bis nach Międzyzdroje.
Es gibt auch eine Alternative über Świnoujście Centrum. Du fährst dabei, wie oben beschrieben, mit der Usedomer Bäderbahn bis ins Zentrum von Swinemünde. Für Misdroy musst du danach aber noch zum polnischen Bahnhof Świnoujście (PKP) wechseln. Dafür geht es über die Swine. Danach sind es nur noch etwa 10 bis 12 Minuten Zugfahrt bis Misdroy.
Rewal-Küste: Bahn fast nie bis vor die Tür
Für Rewal, Trzęsacz, Niechorze, Pogorzelica, Pobierowo und Łukęcin ist die Bahn leider nicht die bequemste Lösung. Die Orte haben keine eigenen Bahnhöfe und du kommst nur bis Trzęsacz/Trzebiatów oder Gryfice im Hinterland. Die letzten Kilometer musst du mit dem Taxi oder dem Bus zurücklegen.
Vor Ort gibt es zwar die Schmalspurbahn Nadmorska Kolej Wąskotorowa zwischen Gryfice und Pogorzelica. Diese ist aber eher eine Sommerattraktion als eine verlässliche Anreiseoption, vor allem mit Gepäck. Der reguläre Betrieb läuft zudem nur in der Hauptsaison.
Zentrale Küste: von Kolberg bis zum Słowiński-Nationalpark
An der zentralen Küste ist die Bahn für die Anreise oft möglich, aber nicht immer bequem. Zu den größeren Orten kommst du meist noch gut, weil sie an gut bedienten Strecken liegen und regelmäßig angefahren werden. Je kleiner der Badeort ist, desto öfter endet die Zugfahrt jedoch im Hinterland oder in einem größeren Küstenort. Dann brauchst du für den letzten Abschnitt einen Regionalbus oder ein Taxi.
Gerade in Richtung Słowiński-Nationalpark merkst du den Unterschied. Die Region ist dünner an das Bahnnetz angebunden als Kolberg oder die Dreistadt. Dadurch kann die Fahrt schnell länger werden, selbst wenn die Kilometer gar nicht so viel wirken. Wenn du mit der Bahn anreist, lohnt es sich deshalb, vorab zu prüfen, wie viele Umstiege auf deiner Strecke wirklich anfallen und ob am Ende noch ein Busstück dazukommt.
Östliche Küste: von Łeba bis zur Danziger Bucht
Im westlichen Teil dieser Region, also rund um Łeba, dauert die Anreise mit dem Zug oft deutlich länger als mit dem Auto. Du fährst häufig zuerst zu einem größeren Bahnhof im Hinterland. Danach geht es weiter Richtung Küste. Je nach Fahrplan kommt dabei noch ein zusätzlicher Umstieg hinzu. Für Łeba ist Lębork ein typischer Punkt für den Wechsel. Und die letzte Strecke ist nicht das ganze Jahr über gleich gut bedient. Darum lohnt es sich hier besonders, die Verbindung für dein Datum zu prüfen.
Je näher du an die Danziger Bucht kommst, desto besser passt die Bahn meist. In die Dreistadt mit Danzig, Sopot und Gdynia gibt es Fernzüge aus Deutschland. Damit kommst du oft mit deutlich weniger Umstiegen an als bei kleineren Badeorten weiter westlich.
Wenn du noch weiter an die Küste willst, ist auch die Halbinsel Hel mit der Bahn gut erreichbar. Du fährst dafür in der Regel erst in Richtung Gdynia und steigst dann auf die Regionalzüge Richtung Halbinsel um. Viele Orte liegen direkt an der Strecke.
Ticket-Tipps
Schau deine internationale Verbindung immer auch bei PKP Intercity nach. Dort sind Tickets für Deutschland–Polen oft günstiger als auf bahn.de. Ein kurzer Vergleich lohnt sich fast immer.
Fahrradmitnahme
Wenn du mit dem Fahrrad an die polnische Ostsee willst, plan früh. In vielen Zügen sind die Stellplätze schnell ausgebucht. Im deutschen Fernverkehr brauchst du in der Regel Fahrradkarte und Stellplatzreservierung. In polnischen Fernzügen von PKP Intercity brauchst du ebenfalls ein Fahrradticket. Das ist eine Pauschale und gilt nur, wenn dein Zug überhaupt Fahrradplätze hat. Prüfe das am besten direkt bei der Verbindung, bevor du buchst.

Mit dem Auto nach Polen – flexibel und bequem reisen
Mit dem Auto ist die Anreise an die polnische Ostsee für viele am einfachsten. Du bist unabhängig von Umstiegen und Fahrplänen. Und du kommst auch zu den kleineren Badeorten schnell und problemlos. Das ist ein klarer Vorteil, wenn du mit Gepäck oder Kindern unterwegs bist.
Die wichtigsten Routen Richtung Küste
Wenn du aus Deutschland kommst, ist Szczecin (Stettin) für viele Strecken der wichtigste Orientierungspunkt. Ab dort verteilen sich die Routen in Richtung Ostsee.
S3: schnell an die westliche Küste
Die S3 ist die Hauptstrecke, wenn du Richtung Świnoujście (Swinemünde) und zur Insel Wolin fährst. Sie ist für viele auch der schnellste Weg zu Orten rund um Międzyzdroje (Misdroy) und weiter Richtung Küstenorte westlich von Kołobrzeg.
S6: die Küstenachse nach Osten
Die S6 führt ab der Region Stettin weiter in Richtung der mittleren und östlichen Küste. Über sie erreichst du viele Ziele zwischen Kołobrzeg und der Dreistadt. Auf der S6 sind nicht alle Abschnitte überall im gleichen Ausbauzustand. Darum lohnt es sich, kurz vor der Abfahrt die aktuelle Verkehrslage zu prüfen.
Anfahrt je nach Startpunkt in Deutschland
- Aus Berlin ist der häufigste Weg die A11 Richtung Stettin.
- Aus Hamburg fährst du am besten über die A20 Richtung Stettin und dann weiter auf den Schnellstraßen.
- Aus Süddeutschland kommst du je nach Route entweder ebenfalls über Stettin oder über die großen polnischen Knoten wie Poznań (Posen) oder Wrocław (Breslau) und fährst dann weiter Richtung Küste.
Autodiebstahl in Polen
Polen hängt noch immer der Mythos an, dass dort besonders viele Autos gestohlen werden. Dies entspricht jedoch schon seit einigen Jahren nicht mehr. So werden zum Beispiel in Deutschland in den letzten Jahren mehr Autos gestohlen als in Polen. Es gilt daher im europäischen Vergleich als sicheres Reiseland. Wie überall gilt trotzdem: Lass keine Wertsachen sichtbar im Auto. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, findest du fast überall einen bewachten Parkplatz.
Parken am Urlaubsort
Wenn du mit deinem eigenen Auto an die polnische Ostsee anreisen und dort ruhig abstellen willst, lohnt sich ein Blick auf den Parkplatz schon bei der Buchung. Denn viele Hotels und Ferienanlagen verfügen über eigene Stellplätze. Oft sind sie abgeschlossen oder zumindest klar zugeordnet. Häufig kostet das jedoch extra. Darum prüfen wir das immer vorab in der Unterkunftsbeschreibung. In den Orten selbst findest du zwar auch Parkplätze, jedoch sind diese in der Saison, besonders in Strandnähe, schnell belegt. Und Parken auf freien Stellplätzen in den Orten ist oft ebenfalls kostenpflichtig. Achte auf „Strefa płatnego parkowania“. Das ist die gebührenpflichtige Parkzone.
Kurzcheck vor der Abfahrt
- Ausweis einpacken. Grenzkontrollen sind möglich.
- Licht am Tag ist in Polen Pflicht.
- Maut kann auf einzelnen Autobahnabschnitten anfallen.
- Warndreieck und Feuerlöscher gehören ins Auto.
👉 Noch mehr Tipps zum Autofahren in Polen findest du hier: Autofahren in Polen
Straßenkarten Polen
Anreise zur Polnischen Ostsee mit dem Bus
Der Fernbus ist auf vielen Strecken eine günstige Alternative. Oft ist er langsamer als das Auto. Er kann aber je nach Verbindung schneller sein als die Bahn. Du sitzt dafür enger und lange. Das muss man mögen.
In der Hauptsaison ist der Fernbus besonders interessant. Dann werden nicht nur große Städte angefahren, sondern auch teils kleinere Badeorte direkt angefahren. Das gilt zum Beispiel für Orte wie Pobierowo oder Rewal.
In der Nebensaison sieht das jedoch anders aus. Dann konzentrieren sich die Fahrpläne auf größere Küstenorte und Knotenpunkte wie Szczecin (Stettin), Świnoujście (Swinemünde), Kołobrzeg (Kolberg), Koszalin, Mielno, Słupsk sowie die Dreistadt. Wenn du dann in einen kleineren Ort reisen willst, brauchst du am Ende oft noch einen Regionalbus oder ein Taxi.
Anbieter
- FlixBus Startseite: https://www.flixbus.de/
- Sindbad (Polnischer Anbieter): https://www.sindbad.pl
Anreise mit dem Flugzeug an die polnische Ostsee
Fliegen ist für die polnische Ostsee nur in wenigen Fällen eine gute Lösung. Es lohnt sich eigentlich nur, wenn du weit weg startest und an die Danziger Bucht willst. Viele Badeorte an der Küste sind mit dem Auto oder der Bahn oft genauso schnell erreichbar.
Welche Flughäfen wirklich sinnvoll sind
Gdańsk (GDN) ist der wichtigste Flughafen für die polnische Ostsee. Er passt besonders gut für Ziele rund um die Dreistadt und die Danziger Bucht. Aus Deutschland gibt es Direktflüge, zum Beispiel nach Frankfurt und München. Je nach Saison kommen weitere Städte dazu.
Szczecin–Goleniów (SZZ) klingt nach „Flughafen für den Westen“. In der Praxis bringt er dir aus Deutschland aber selten etwas, weil es aktuell keine Direktverbindungen gibt. Er ist eher interessant, wenn du aus anderen Ländern anreist.
Heringsdorf (HDF) auf Usedom ist eine Nischenlösung. Der Flughafen hat nur wenige saisonale Linienflüge. Stand 2025 gibt es die Linienflüge an festen Wochentagen und in einem klaren Sommerzeitraum. Für die polnische Ostsee ist das nur sinnvoll, wenn dein Abflugort genau zu diesem Flugplan passt.
Anreise nach Polen mit dem Boot
Auf dem Wasser ist die Einreise in der Praxis meist entspannt. Trotzdem läuft es nicht ganz „frei nach Gefühl“. Nach dem Anlaufen der polnischen Küste solltest du in einem Hafen ordnungsgemäß einklarieren. Das ist oft ein kurzer Gang zum Hafenbüro oder zum Hafenmeister.
Als Nachweis der Registrierung und des Eigentums reicht bei Sportbooten meist ein anerkanntes Dokument. Der Internationale Bootsschein (IBS) wird dafür in Polen akzeptiert. Ausweise gehören natürlich auch an Bord.
Mit Boot auf Trailer
Wenn du das Boot auf dem Trailer mitnimmst, ist die Grüne Versicherungskarte für Polen nicht vorgeschrieben. Sie kann die Abwicklung nach einem Unfall jedoch erleichtern.
Beim Trailer lohnt sich ein Blick in den Versicherungsschutz. Eine separate Trailer-Haftpflicht ist nicht verpflichtend. Sie wird aber häufig empfohlen, weil nicht immer alle Schäden automatisch über die Haftpflicht des Zugfahrzeugs abgedeckt sind.