Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Kolberg (Kołobrzeg) und Umgebung
Wer durch Kolberg läuft, stolpert eigentlich ständig über Geschichte – ob man will oder nicht. Der Leuchtturm am Hafen steht auf den Resten einer Festung aus dem 18. Jahrhundert, das Rathaus ist ein Nachbau nach der napoleonischen Belagerung, und an der Festung erinnern noch heute Wälle und Redouten an die wechselvolle Vergangenheit der Stadt. Gleichzeitig ist Kolberg ein ganz normales, quirliges Ostseebad: Seebrücke, Strandpromenade, Eisdielen, Kurgäste mit Nordic-Walking-Stöcken.
Diese Übersicht zeigt dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – mit Öffnungszeiten, aktuellen Preisen und ein paar Details, die man beim ersten Spaziergang leicht übersehen kann.
Karte der Sehenswürdigkeiten von Kolberg
Der Leuchtturm
26 Meter Backstein, 16 Seemeilen Lichtreichweite – und ein Fundament, das älter ist als der Turm selbst. Der Leuchtturm von Kolberg steht auf den Resten von Fort Ujście, einer Festung aus den Jahren 1770 bis 1774, die bis zum letzten Kriegstag 1945 die Hafeneinfahrt verteidigte.
Der heutige Turm ist deutlich jünger als sein Fundament. Nachdem das alte Leuchtfeuer im Krieg zerstört worden war, entstand direkt nach 1945 ein Neubau – unter sowjetischer Aufsicht, denn die Schifffahrt entlang der Küste musste schnell wieder funktionieren. Sein Licht weist bis heute Schiffen den Weg in den Hafen. Von der Aussichtsplattform reicht der Blick über die Stadt, die Mündung der Parsęta und das offene Meer.
Im Untergeschoss lohnt sich ein kurzer Abstecher ins kleine Mineralienmuseum. Und wer die Anlage schon vor 2006 besucht hat, wird die Umgebung kaum wiedererkennen: Ein grenzüberschreitendes Infrastrukturprojekt hat bis 2008 die Wege und den Platz rund um den Turm komplett neugestaltet – heute lädt er zum Verweilen ein, statt nur Durchgangsstation zu sein.
Öffnungszeiten & Eintritt
- Täglich 10:00–17:00 Uhr, im Juli und August bis Sonnenuntergang
- Erwachsene: 15 PLN, ermäßigt (Kinder/Jugendliche bis 18, Senioren ab 65 mit Nachweis): 10 PLN
Weitere Infos: Latarnia Kołobrzeg

Die Mole an der Hafeneinfahrt
Der Falochron Wschodni schützt die Einfahrt in den Kolberger Hafen vor dem offenen Wasser der Ostsee und ragt auf einer Länge von 308 Metern hinaus . Zusammen mit dem kürzeren westlichen Pendant, das rund 205 Meter misst, bildet er ein Paar aus Wellenbrechern, die das Hafenbecken vor Seegang absichern – eine reine Zweckkonstruktion aus Beton, die dennoch zur beliebten Aussichtsmole geworden ist. Vom äußeren Ende blickst du auf die Reede vor dem Hafen, auf ein- und auslaufende Ausflugsschiffe und Fischkutter sowie, bei klarem Himmel, auf besonders eindrucksvolle Sonnenuntergänge über der Ostsee . Wer die Mole entlangläuft, trifft meist auf ein paar Angler mit ausgeworfenen Ruten und spürt bei auflandigem Wind schnell, wie die Wellen gegen die massiven Betonblöcke schlagen.
Eintritt und Öffnungszeiten:
- Eintritt kostet 4 PLN, aber nur während der Saisonzeiten (9:00–21:30 Uhr, im September bis 19:00 Uhr)
- Außerhalb dieser Zeiten und außerhalb der Saison ist der Zugang ganzjährig kostenlos
- Kinder bis 6 Jahre und Kolberger mit Kołobrzeska Karta Mieszkańca zahlen generell nichts

Kolberger Hafen – lebendiger Knotenpunkt am Wasser
Der Hafen liegt an der Mündung der Parsęta und trennt sich in zwei sehr unterschiedliche Welten. Auf der Ostseite dominieren Handel und Fährverkehr, drüben im Westen liegen Fischerboote und Segelyachten dicht an dicht, verbunden nur durch eine schmale Pontonbrücke . In der Marina Solna finden gut 100 Boote einen Liegeplatz mit eigenem Strom- und Wasseranschluss – kein Vergleich zum Fischereihafen nebenan, wo tatsächlich noch gearbeitet wird und mehr als die Hälfte des gesamten polnischen Ostseefangs angelandet wird .
Am Targ Rybny in der ul. Szyprów verkaufen die Fischer direkt ab Kutter, meistens zwischen 7 und 13 Uhr. Sonntags bleibt hier alles zu. Im Angebot: Flunder, Hering, Sprotten, saisonal auch Hornhecht. Wenn du am frühen Morgen unterwegs bist, siehst du zudem, wie die Fischer ihre Netze reparieren oder die letzte Ladung aus der Nacht sortieren .

Auffällig sind außerdem die umgebauten Ausflugsboote im östlichen Hafenbecken: Das Piratenschiff „PIRAT“, das als Wikingerschiff verkleidete Boot „Viking“ und die Kolumbus-Nachbildung „Santa Maria“ starten hier zu ihren Küstentouren .
Die Promenade – zwischen Strand, Leuchtturm und Stadtleben
Die Promenade zieht sich über gut 4 Kilometer an der Küste entlang, aufgeteilt in zwei sehr unterschiedliche Abschnitte. Der erste, der Bulwar Jana Szymańskiego, verbindet auf etwa 500 Metern den Leuchtturm mit der Seebrücke. Danach geht’s weiter über die Aleja Nadmorska und die Straßen Rodziewiczówny, Sikorskiego und Sułkowskiego – nochmal rund 3,5 Kilometer, vorbei am Hauptstrand bis in die östlichen Strandabschnitte.
An diesem längeren Teilstück triffst du auf einen Brunnen mit Möwenskulpturen, an dem sich ständig Touristen tummeln. Wenn du weiter Richtung Kurviertel läuft, landet im Solanki-Park mit seinen gepflegten Alleen und dem Amphitheater. Straßenmusiker, Karikaturisten und kleine Kunsthandwerkstände gehören mittlerweile fest zum Bild, genau wie die Fischbratereien und Eisdielen, die sich an heißen Tagen die Klinke in die Hand geben.
Das Denkmal „Vermählung Polens mit der Ostsee“ (Zaślubiny Polski z Morzem)
Nahe dem Leuchtturm an der Promenade steht ein monumentales Denkmal für die symbolische „Vermählung Polens mit dem Meer“ vom 18. März 1945 – dem Tag, an dem polnische Truppen Kolberg nach schweren Kämpfen einnahmen. Wiktor Tołkin entwarf das Werk, errichtet wurde es 1963. Im Zentrum steht eine stilisierte Flagge, gehalten von einer Figurengruppe, darunter ein Durchgang, der als „Fenster zur Welt“ gedacht ist.
Für das Denkmal wurde eigens Platz geschaffen: Teile des Küstenparks wichen, Wege wurden neu angelegt, dazu kam ein Mosaik von Władysław Jackiewicz. Im Sockel liegt eine Zeitkapsel aus der PRL-Zeit, über deren genauen Inhalt bis heute nur spekuliert wird – niemand weiß, wo die angeblich zwei Zugänge dazu liegen. Am Fuß des Denkmals stehen Granitplatten mit den Namen der Militäreinheiten, die an der Befreiung Kolbergs beteiligt waren.

Die Seebrücke in Kolberg – Wahrzeichen und beliebtes Ausflugsziel
Die Seebrücke (Molo w Kołobrzegu) ist mit 220 Metern Länge die längste Stahlbeton-Seebrücke Polens – insgesamt aber nur die zweitlängste im Land, weil die Mole in Sopot noch etwas weiter rausragt. Der Steg ist 9 Meter breit und liegt rund 4,5 Meter über dem Meeresspiegel.
Schon 1881 stand hier ein hölzerner Vorgängersteg, der im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Die heutige Konstruktion aus Stahlbeton eröffnete am 19. Juni 1971. Ein Café am Ende war eigentlich schon in den 70er Jahren geplant, scheiterte damals aber am rauen Wetter direkt am offenen Meer. Erst mit der großen Sanierung 2014 – neue Tragkonstruktion, LED-Beleuchtung, neue Wege – wurde die Idee endlich umgesetzt, und heute sitzt du dort tatsächlich mit Blick aufs Meer.
Eintritt und Öffnungszeiten:
- Kurkarten-Inhaber zahlen seit 2025 trotzdem die ermäßigte Karte
- 9 PLN normal, 5 PLN ermäßigt (Kinder ab 4, Senioren ab 60, Studierende)
- Saison: von Ende April bis Ende September, täglich 10–22 Uhr
- Kostenlos für Kinder bis 4 Jahre und Menschen mit Behinderung; außerhalb der Saison und Uhrzeiten für alle frei

Das Rathaus am Marktplatz
Das Rathaus fällt sofort auf, wenn du über den Marktplatz läufst – rote Backsteine, spitze Fenster, Zinnen oben drauf, sieht fast aus wie eine kleine Festung. Kein Zufall: Das alte Rathaus ist 1807 im Krieg gegen Napoleon abgebrannt, und beim Neubau wollte man offenbar was Wehrhaftes hinstellen. Karl Friedrich Schinkel hat den Entwurf gemacht, gebaut hat zwischen 1829 und 1832 dann Ernst Friedrich Zwirner, der später am Kölner Dom mitgebaut hat. 1913 kam noch ein Anbau dazu.
An der Rückseite steht die Adebar-Säule. Ein Ratsherr namens Jakob Adebar hatte 1524 einen Aufstand der Zünfte gegen die Schlieffens angezettelt, eine der mächtigsten Patrizierfamilien der Stadt. Der Aufstand scheiterte, Adebar wurde hingerichtet, sein Kopf landete als steinerne Maske genau an der Stelle, wo vorher der Pranger stand – als Warnung für alle, die auch mal aufmucken wollten. Der Legende nach bringt es Glück, den Kopf zu berühren.
Drinnen sitzt heute die Touristeninfo, außerdem gibt’s die Galerie für zeitgenössische Kunst (di–so, 10–17 Uhr). Im Keller liegt das Museum Patria Colbergiensis, das sich mit der deutschen Vergangenheit der Stadt beschäftigt – täglich 10 bis 16 Uhr, 10 PLN Eintritt, ermäßigt 5 PLN.

Basilika Mariä Himmelfahrt
Die Marienkirche (Kościół Mariacki) ist das bedeutendste Gotteshaus der Stadt, errichtet im 14. und 15. Jahrhundert im Stil der Backsteingotik. 1945 schoss sowjetische Artillerie das Gebäude fast vollständig in Trümmer; erst 1957 begann der Wiederaufbau, orientiert am Zustand des 15. Jahrhunderts. Die einst zwei Türme verschmolzen dabei zu einem 74 Meter hohen Turmblock, der schon früher als Landmarke auf Seekarten verzeichnet war.
Zu den bedeutendsten Kunstschätzen im Inneren zählen der siebenarmige Kandelaber von 1327, gegossen vom Lübecker Glockengießer Johann Apengeter und einer jüdischen Menora nachempfunden, sowie das bronzene Taufbecken von 1355 mit 26 Szenen aus dem Leben Christi. Der „Schlieffenleuchter“ von 1523, ein bemalter und vergoldeter Holz-Kronleuchter mit Figuren der Muttergottes und der Apostel, hängt im Hauptschiff. Ein Blick nach rechts im Kirchenschiff lohnt sich außerdem: Einige Pfeiler neigen sich sichtbar zur Seite, weil die Kirche auf dem sumpfigen Boden eines alten Friedhofs steht. Ein Teil der jüngsten Sanierung, darunter der neue barrierefreie Turmaufzug, wurde über den norwegischen Finanzierungsmechanismus finanziert.
Turmbesteigung: Preise und Zeiten
- Höhe der Aussichtsplattform: 40 Meter, erreichbar über rund 200 Stufen oder mit dem Aufzug
- Öffnungszeiten: werktags 10 bis 16:30 Uhr
- Eintritt: 8 PLN normal, 5 PLN ermäßigt
- Kinder unter 7 Jahren: kostenlos

Die Festung Kolberg
Die Festung Kolberg war einst eine beeindruckende Verteidigungsanlage, errichtet im 18. Jahrhundert, um die strategisch wichtige Hafenstadt zu schützen. Sie war Teil der preußischen Verteidigungslinie welche besonders während der napoleonischen Belagerung von 1807 eine wichtige Rolle spielte.
Die Anlage bestand aus Bastionen, Wällen, Gräben und Forts rund um das damalige Stadtgebiet. Vollständig erhalten ist davon nichts mehr, aber einige Teile lassen sich noch besichtigen:
Die überbleibenden Festungen
- Fort Ujście (Münde) am Passagierhafen: erbaut 1770–1774, bildete zusammen mit der Morastschanze ein Verteidigungspaar zur Kontrolle der Flussmündung. Auf seinen Fundamenten steht heute der Leuchtturm, das Fort selbst ist aber begehbar – mit Mineralienmuseum und Schiffsmodell-Ausstellung, in der Saison täglich 10–18 Uhr geöffnet.
- Die Morastschanze (Reduta Morast) im heutigen Yachthafen: ebenfalls 1770–1774 auf der Wyspa Solna errichtet. Nach einem Umbau in den 1830ern erhielt sie zu Ehren des Verteidigers Ferdinand von Schill den Beinamen „Schill-Redoute“. Die fünfeckige Anlage mit Erdwällen und Backsteingebäuden beherbergt heute eine Seglertaverne.
- Die Salzschanze (Reduta Solna) nahe dem Maritimen Freilichtmuseum: gebaut 1832–1836 als Reaktion auf die Kriegserfahrungen von 1807, mit Schießscharten, Gewölbebauten und Wassergraben. Heute läuft dort „Piracka Przygoda“, ein Bildungsprogramm mit „Piraten“, die Kindern maritimes Wissen vermitteln.
Diese erhaltenen Anlagen machen Kolbergs militärische Vergangenheit noch erlebbar. Wer die ursprüngliche Ausdehnung der Festung nachvollziehen will, findet auf dieser historischen Karte die einzelnen Standorte im Überblick.

Der „Pulverturm“ – was wirklich noch steht
Der Turm in der ul. Dubois heißt eigentlich Luntenturm (Baszta Lontowa), nicht Pulverturm – der Name „Pulverturm“ ist ein Übersetzungsfehler aus der Nachkriegszeit, hat sich aber so eingebürgert, dass beide Bezeichnungen kursieren. Der echte Pulverturm stand woanders, nahe der heutigen Straßen Katedralna und Rzeczna, und wurde 1657 durch einen Blitzschlag komplett zerstört – die 82 Zentner gelagertes Schießpulver explodierten und beschädigten sogar den Domturm. Wiederaufgebaut wurde er jedoch nie.
Der Luntenturm selbst stammt aus dem 14./15. Jahrhundert und ist das einzige vollständig erhaltene Stück der mittelalterlichen Stadtmauer. Er überstand den Zweiten Weltkrieg, wurde danach instand gesetzt und diente lange dem polnischen Touristenverein PTTK als Sitz. Heute ist er in Privatbesitz.

Die Schlieffen-Kaufmannshaus (Kamienica Schlieffenów)
In der ul. Gierczak 5 steht das älteste erhaltene Haus Kolbergs: das spätgotische Kaufmannshaus der Familie Schlieffen, errichtet in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es ist das einzige Handelshaus, das aus der Hansezeit der Stadt übrig geblieben ist. Im Erdgeschoss gab es früher eine befahrbare Diele mit Kontor und einen Kran, mit dem die Kaufleute ihre Waren in die oberen Stockwerke hievten, im Keller lagerten Lebensmittel.
Von 1938 bis zur Zerstörung 1945 war hier ein kleines Museum für Joachim Nettelbeck untergebracht – den Bürger, der 1807 mit dabei war, als Kolberg sich gegen Napoleon behauptete. Im Krieg brannte das Haus aus, nur die Fassade hielt durch. Aufgegeben wurde es trotzdem nicht: Man baute es originalgetreu wieder auf, bis 1963 war es fertig, dann übernahm das Museum für Polnische Waffen das Gebäude und zeigt dort bis heute wechselnde Ausstellungen.
Parks in Kolberg – grüne Oasen zwischen Kurzone und Ostseestrand
Kolberg ist überraschend grün: Allein die großen Parks der Stadt kommen zusammen auf weit über 100 Hektar. Direkt am Strand liegt der Park im. Stefana Żeromskiego, im Volksmund auch Strandpark genannt – er zieht sich als breites Band vom Kurviertel bis fast zum Leuchtturm und wurde im 19. Jahrhundert ursprünglich angelegt, um die Dünen vor Sandverwehung zu schützen. Neben Spazierwegen findest du hier eine Konzertmuschel, Tennisplätze und einen Fitness-Parcours. Auf einem Teil des heutigen Parkgeländes lag früher ein Militärfriedhof, auf dem die Verteidiger der Stadt von 1807 begraben wurden.
Direkt südöstlich schließt der Park im. Aleksandra Fredry an, 21 Hektar groß, mit zwei alten Sumpfzypressen als Naturdenkmal. Im Park liegt zudem das Amphitheater – errichtet auf den Resten der Wolfsschanze, einer Verteidigungsstellung aus der Belagerung von 1807, deren Wassergraben teilweise noch erhalten ist.
Ganz im Osten liegt der Ekopark Wschodni, ein rund 381 Hektar großes Schutzgebiet um das Moor „Solne Bagno“, mit Holzstegen und über 80 nachgewiesenen Vogelarten – ein deutlicher Kontrast zu den gepflegten Parks im Zentrum.
In der westlichen Altstadt liegt dagegen der deutlich kleinere Park Antoniego Szarmacha, nur 6,5 Hektar groß, aber vermutlich der älteste Stadtpark Polens. Seine heutige Form als Erholungspark hat er erst seit 1971. Davor war das Gelände seit 1881 der zentrale städtische Friedhof, angelegt vom Kolberger Gärtner Henryk Martens. Nach der Einnahme der Stadt 1945 wurde der Friedhof verwüstet und später aufgelöst. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Areal weitgehend sich selbst überlassen, was dem Park bis heute seinen fast waldartigen Charakter verleiht. Seit 2000 erinnert ein deutsches Lapidarium an der ul. Arciszewskiego an diese Vergangenheit.

Hainbuchenallee (Aleja Grabowa)
Zwischen den Straßen Spacerowa und Towarowa, nahe einem kleinen Brunnen, liegt der Bindaż grabowy, im Deutschen meist Hainbuchenallee genannt. Statt einer gewöhnlichen Baumreihe wachsen hier 277 Hainbuchen auf einem Gestell zu einem 130 Meter langen, geschlossenen grünen Tunnel zusammen – eine Gartenform, die es in Polen kaum noch gibt.
Angelegt wurde der Tunnel Mitte des 19. Jahrhunderts, als aus der Festungsstadt ein Kurort wurde. Verliebte trafen sich hier schon in der Zwischenkriegszeit, weshalb er bis heute den Spitznamen „Aleja Miłości“ trägt – die Allee der Liebe. Heute ist er vor allem bei Brautpaaren für Hochzeitsfotos beliebt. Seit 2025 wird er saniert, mit Baumpflege und neuen Pflanzungen.

Historisches Postamt
Mitten im Stadtzentrum, an der Ecke Plac 18 Marca und ul. Armii Krajowej, steht das neugotische Postamt von Kolberg – errichtet 1883/84 nach einem Entwurf von August Kind, dem Leiter der Bauabteilung im Reichspostamt Berlin. Der Backsteinbau mit seinen Ziergiebeln und Rundbogenfenstern gehört zu den wenigen Kolberger Gebäuden, die 1945 nicht zerstört wurden. Unter Denkmalschutz steht es allerdings erst seit 2016. Seit der letzten Sanierung 2020 zieren kleine Gartenzwerge die Fassade, die der Legende nach Glück bringen sollen.
Auch wenn du keine Post verschicken willst, lohnt sich ein Blick auf die Fassade. Das Gebäude wird derzeit noch von der polnischen Post genutzt, allerdings nur zur Miete. Der Vertrag läuft nur noch bis 2027, und der private Eigentümer plant, das Haus künftig auch für Bildungs- und Gesundheitszwecke zu nutzen.
Hortulus Gärten – ein Ausflug ins Grüne
Rund 20 Autominuten von Kolberg entfernt liegt in Dobrzyca die Gartenanlage Hortulus – gegründet 1992 und seitdem stetig gewachsen. Tatsächlich sind es zwei getrennte, rund 2 Kilometer auseinanderliegende Anlagen: die Themengärten Hortulus, und die Ogrody Hortulus Spectabilis mit dem Herzstück der Anlage, dem Hainbuchenlabyrinth. Aus 18.000 Setzlingen gepflanzt, gilt es mit über 3,2 Kilometern Gängen als das größte seiner Art weltweit – rund zwölf Jahre hat es gedauert, bis die Hecken so hoch gewachsen waren, dass man nicht mehr drüberschauen kann. In der Mitte steht ein Aussichtsturm, dessen Treppenform an die Doppelhelix der DNA erinnert.
Günstig ist der Ausflug nicht gerade, lohnt sich aber vor allem für Familien und botanisch Interessierte. Mehr über die Hortulus-Gärten findest du hier.

Kirche St. Johannes der Täufer in Budzistowo
Zwei Kilometer südlich vom Zentrum liegt Budzistowo, ein unscheinbares Dorf, das eigentlich die Wiege der ganzen Stadt ist. Schon im 7. oder 8. Jahrhundert stand hier eine slawische Siedlung, im Jahr 1000 gründete Bolesław Chrobry hier das erste Bistum. 1255 zog die Stadt dann an ihren heutigen Standort um, und Budzistowo verlor seine Bedeutung – zurück blieb nur ein Dorf.
Was von dieser frühen Zeit übrig ist, steht mitten im Ort: eine winzige Backsteinkirche, kaum größer als ein Wohnzimmer, gestiftet 1222 von Herzogin Mirosława. Sie gilt als das älteste erhaltene Sakralgebäude aus Backstein in ganz Mittelpommern. Früher hatte die Kirche zwei getrennte Eingänge, einen für Männer, einen für Frauen. Heute sind beide zugemauert und man kommt nur noch durch den westlichen Eingang hinein.
Ruhig war es hier nie ganz: Die russische Belagerung 1758 beschädigte die Kirche, repariert wurde sie 1776 auf Kosten der umliegenden Dörfer. Die napoleonischen Kämpfe 1807 richteten erneut Schaden an, diesmal folgte die Reparatur erst 1824. Zuletzt saniert wurde sie 1958/59, nachdem der Zweite Weltkrieg Turmspitze und Fenster zerstört hatte. Seit 1980 gehört sie wieder offiziell zur Kolberger Pfarrei. Zu Fuß bist du in etwa 30 Minuten vom Zentrum aus da.
Noch mehr Tipps für deinen Aufenthalt in Kolberg
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