Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Kolberg (Kołobrzeg) und Umgebung

Zuletzt aktualisiert: September 2026

Kolbergs Sehenswürdigkeiten verteilen sich vor allem auf zwei Bereiche. Rund um den Hafen und die Strandpromenade stehen der Leuchtturm, das Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer und die Seebrücke. Etwa 1,5 Kilometer entfernt beginnt das Stadtzentrum mit Rathaus, Marienbasilika und den verbliebenen Spuren der alten Festungsstadt.

Für einen ersten Rundgang kannst du beide Bereiche gut zu Fuß verbinden. Unterwegs führen die Wege durch mehrere Parks, vorbei an alten Befestigungen und kleinen Details, die leicht übersehen werden. Dazu gehören die Möwenfiguren der „Mariany“, die Zwerge am historischen Postamt und die Reste einer mittelalterlichen Gefängnisbastion.

Karte der Sehenswürdigkeiten von Kolberg

Sehenswürdigkeiten am Meer und im Hafen

Leuchtturm und Fort Ujście

Der 26 Meter hohe Leuchtturm steht direkt an der Einfahrt zum Kolberger Hafen. Sein massiver Unterbau ist das Fort Ujście. Die Festung entstand zwischen 1770 und 1774, um die Mündung der Parsęta und den Zugang zum Hafen zu sichern. Der Vorgänger des heutigen Leuchtturms wurde 1945 zerstört. Noch im selben Jahr setzte man den neuen Backsteinturm auf die erhaltene Rotunde des Forts.

Der Aufstieg beginnt mit breiteren Metalltreppen. Im Turm wird es enger, bevor du auf den umlaufenden Balkon hinaustrittst. Von dort überblickst du die Hafeneinfahrt, die Molen und den Verlauf der Ostseeküste. Das Stadtzentrum ist dagegen nur teilweise zu sehen, weil ein hohes Wohnhaus die Sicht in diese Richtung einschränkt. Im Untergeschoss des Forts befindet sich außerdem ein kleines Mineralienmuseum.

Beleuchteter Leuchtturm von Kolberg bei Nacht
Der Kolberger Leuchtturm steht auf den Mauern des früheren Fort Ujście.

Die beiden Hafenmolen

Die 308 Meter lange Ostmole beginnt direkt hinter dem Leuchtturm und führt an der Hafeneinfahrt hinaus ins Meer. Von ihrem Ende siehst du Ausflugsboote, Fischkutter und Segelyachten ein- und auslaufen. Bei stärkerem Seegang brechen die Wellen an den äußeren Betonblöcken und werfen die Gischt in die Höhe.

Während der Saison kostet der Zugang zur Ostmole innerhalb der Kassenzeiten Eintritt. Eine kostenlose Alternative ist die Westmole auf der gegenüberliegenden Seite der Hafeneinfahrt. Sie beginnt am Weststrand und ist 205 Meter lang.

Begehbare Ostmole und Westmole an der Hafeneinfahrt von Kolberg
Die Mole an der Hafenmündung von Kolberg – ein beliebter Aussichtspunkt mit Blick auf die Ostsee und den Schiffsverkehr.
Informationen
Östliche Hafenmole
308 Meter lang
Eintritt

Während der Kassenzeiten im Sommer 4 PLN. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.

Kassenzeiten

Im Sommer gewöhnlich 9:00 bis 21:30 Uhr, im September 10:00 bis 19:00 Uhr.

Zugang

Direkt hinter dem Leuchtturm am Ende des Passagierhafens.

Aktuelle Informationen

Kolberger Hafen

Der Kolberger Hafen zieht sich von der Mündung der Parsęta ein Stück weit ins Stadtgebiet hinein. Direkt neben dem Leuchtturm liegt der Passagierhafen. Dort legen der Katamaran Jantar und mehrere kleinere Ausflugsschiffe ab. Die Schiffe „Pirat“ und „Viking“ sind als Piraten- beziehungsweise Wikingerschiff gestaltet. Die „Santa Maria“ ist dem Schiff von Christoph Kolumbus nachempfunden. Die meisten Rundfahrten auf die Ostsee dauern etwa 40 bis 60 Minuten. Tickets werden vor der Abfahrt am Hafen verkauft.

Boote und Anlegestellen im Hafen von Kolberg
Im Kolberger Hafen liegen Passagierhafen, Fischereihafen und Marina nah beieinander.

Auf der westlichen Seite der Parsęta liegt der Fischereihafen. Hier werden Kutter entladen, Netze ausgebessert und Boote gewartet. Im Fischmarkt an der ul. Szyprów verkaufen die Betreiber der Fischkutter ihren Fang in mehreren kleinen Geschäften. Neben frischem Fisch bekommst du dort auch geräucherte und tiefgekühlte Ware. Die Geschäfte öffnen meist ganzjährig an Werktagen und schließen bereits am Nachmittag.

Weiter flussaufwärts liegt auf der Wyspa Solna die Marina Solna. Zwischen den Stegen des Yachthafens steht mit der Reduta Morast zugleich ein erhaltener Teil der früheren Festung Kolberg.

Zwischen Innenstadt und Hafen liegt die Salzinsel, die von der Parsęta und dem Holzgraben Kanał Drzewny umschlossen wird. Ihren Namen verdankt sie den Solequellen, aus denen in Kolberg bereits im frühen Mittelalter Salz gewonnen wurde. Nahe der Brücke an der ul. Solna findest du noch heute eine öffentlich zugängliche Solequelle. Aus einem kleinen Wasserspeier fließt sechs Promille starke Sole in ein steinernes Becken. Einige Kolberger füllen das Wasser dort ab und verwenden es zum Einlegen von Gurken.

Die Strandpromenade

Zwischen Leuchtturm und Seebrücke verläuft der rund 500 Meter lange Hauptabschnitt der Kolberger Promenade. Unterwegs kommst du am Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer vorbei und blickst über den zentralen Strand. Rund um die Seebrücke stehen Cafés, Restaurants und saisonale Verkaufsstände.

Hinter der Seebrücke führt die Promenade mehrere Kilometer weiter nach Osten. Dort verläuft sie zwischen Strand, Kurviertel und dem Küstenpark mit seinen alten Bäumen. Seit 2024 trägt der mehr als drei Kilometer lange Weg offiziell den Namen Promenada Morskich Szeptów. Über zahlreiche Zugänge kannst du den Spaziergang unterbrechen und direkt zum Strand hinuntergehen.

Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer

Das Denkmal zwischen Leuchtturm und Seebrücke erinnert an eine symbolische Zeremonie vom 18. März 1945. Nach den Kämpfen um Kolberg sprach der polnische Korporal Franciszek Niewidziajło an der Hafeneinfahrt ein Gelöbnis und warf einen goldenen Ring in die Ostsee. Damit knüpfte die Zeremonie an die erste polnische „Vermählung mit dem Meer“ an, die 1920 in Puck stattgefunden hatte.

Der Bildhauer Wiktor Tołkin entwarf das 1963 enthüllte Denkmal als große Flagge, die von einer Gruppe Soldaten getragen wird. Der Durchgang unter der Flagge symbolisiert ein „Fenster zur Welt“. Auf den Steinplatten am Fuß des Denkmals stehen die Einheiten, die 1945 an den Kämpfen um Kolberg beteiligt waren. Einer lokalen Legende zufolge soll ein Wunsch in Erfüllung gehen, wenn du den Durchgang mit angehaltenem Atem durchquerst.

Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer in Kolberg
Das Denkmal erinnert an die symbolische Vermählung Polens mit der Ostsee vom 18. März 1945.

Die Seebrücke in Kolberg

Kolbergs Seebrücke ist 220 Meter lang und mit neun Metern ungewöhnlich breit. Dadurch wirkt sie eher wie eine Fortsetzung der Promenade als wie ein schmaler Steg. Zugleich ist sie die längste Stahlbeton-Seebrücke Polens. Am Brückenkopf befindet sich ein Café direkt über der Ostsee.

Auf dem Steg stehen mehrere Bänke. Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Seebrücke beleuchtet und bildet vom Strand aus eine lange Lichtspur über dem Wasser.

Die heutige Seebrücke wurde 1971 eröffnet. Zuvor stand hier seit 1881 ein hölzerner Steg, der im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Bei der umfassenden Sanierung von 2014 bis 2015 wurden der Gehweg, die Sitzplätze und die Beleuchtung erneuert.

Seebrücke von Kolberg vom Strand aus gesehen
Die 220 Meter lange Seebrücke ist die längste Stahlbeton-Seebrücke Polens.
Informationen
Kolberger Seebrücke
220 Meter lang
Eintritt

9 PLN regulär und 5 PLN ermäßigt. Kinder unter vier Jahren haben freien Eintritt.

Kassenzeiten

Vom letzten Freitag im April bis zum dritten Sonntag im Oktober täglich von 9:00 bis 21:00 Uhr.

Mit Kurtaxennachweis

Gäste mit einem gültigen Nachweis über die gezahlte Kurtaxe erhalten das ermäßigte Ticket für 5 PLN.

Aktuelle Preise und Zeiten

Die Kolberger Möwen „Mariany“ mit der App suchen

An vielen Stellen in Kolberg stehen kleine Möwenfiguren, die jeweils zu ihrem Standort passen. Unter ihnen befinden sich etwa ein Schwimmer, ein Fußballer und ein Radfahrer. Die Figuren stammen vom Kolberger Bildhauer Romuald Wiśniewski und sind inzwischen zu einem kleinen Rundweg durch die Stadt geworden.

An jeder Möwe befindet sich ein QR-Code. Mit der deutsch-polnischen App Kołobrzeg RE kannst du die Codes scannen, gefundene Figuren speichern und deinen Fortschritt verfolgen. Die App zeigt außerdem die Standorte auf einer Karte. Bei besonderen Aktionen lassen sich gesammelte Punkte gegen Prämien eintauschen. Alle Figuren und weitere Hinweise findest du auf der offiziellen Seite der Kolberger Mariany.

Sehenswürdigkeiten in der Kolberger Altstadt

Rathaus und Adebar-Säule

Mit seinen Zinnen, Ecktürmen und hohen Spitzbogenfenstern erinnert das Kolberger Rathaus an eine kleine Backsteinburg. Karl Friedrich Schinkel entwarf den neugotischen Bau unter Einbeziehung der erhaltenen Teile des mittelalterlichen Rathauses. Errichtet wurde er zwischen 1829 und 1832, nachdem der Vorgänger während der napoleonischen Belagerung von 1807 weitgehend zerstört worden war.

Neugotisches Rathaus am Marktplatz von Kolberg
Das Kolberger Rathaus entstand von 1829 bis 1832 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel.

An der Rückseite findest du zwischen den alten Pfeilern die Adebar-Säule. Der Pranger aus dem 16. Jahrhundert trägt das steinerne Gesicht von Jakob Adebar, der nach einem gescheiterten Aufstand gegen eine mächtige Kolberger Patrizierfamilie hingerichtet wurde. Einer lokalen Legende zufolge bringt es Glück, über das Gesicht zu streichen. Vor dem Rathaus liegt außerdem eine schwarze Granitkugel auf einem dünnen Wasserfilm. Trotz ihres Gewichts lässt sie sich mit der Hand drehen.

Das Rathaus wird weiterhin von der Stadtverwaltung genutzt. Im rechten Flügel befindet sich die Galerie für zeitgenössische Kunst. Im Keller zeigt das Museum Patria Colbergiensis alte Karten, Münzen, Dokumente und Modelle zur Geschichte Kolbergs und seiner früheren Festung.

Informationen Rathaus in Kolberg 1829–1832
Museum im Keller

Täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet

Eintritt ins Museum

25 PLN regulär, 20 PLN ermäßigt und 70 PLN für Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern

Kunstgalerie

Dienstag bis Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr, zwischen den Ausstellungen zeitweise geschlossen

Museum Patria Colbergiensis

Marienbasilika und Aussichtsturm

Der wuchtige Turmblock der Marienbasilika ragt über die Dächer der Kolberger Altstadt. Die Backsteinkirche wurde ab 1300 errichtet und ist die einzige fünfschiffige gotische Kirche Polens. Im März 1945 wurde sie schwer zerstört. Der Wiederaufbau begann 1957 und dauerte mehrere Jahrzehnte.

Backsteingotische Marienbasilika im Zentrum von Kolberg
Die Marienbasilika bildet den Mittelpunkt der Neuen Altstadt von Kolberg.

Ein ungewöhnliches Detail findest du zwischen dem Mittelschiff und dem südlichen Seitenschiff. Dort stehen vier Pfeiler, die sich durch den feuchten Untergrund um bis zu 60 Zentimeter aus der Senkrechten verschoben haben. Am deutlichsten siehst du die Neigung in der Nähe des Altars. Die Pfeiler sind außerdem leicht an ihren metallenen Verstärkungen zu erkennen.

Das älteste Kunstwerk der Basilika ist der vier Meter hohe siebenarmige Bronzeleuchter von 1327. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er zerlegt und versteckt. Nach Kriegsende landeten seine Teile auf einem Schrottplatz, konnten jedoch wiedergefunden und nach Kolberg zurückgebracht werden. Sehenswert sind auch das auf vier Löwen ruhende Taufbecken von 1355 und der hölzerne Schlieffenleuchter von 1523. Reste der mittelalterlichen Wandmalereien haben sich im Turmbereich und unter dem Gewölbe des nördlichen Seitenschiffs erhalten.

Den größten Teil des Turms fährst du mit einem Aufzug hinauf. Danach folgen noch ungefähr 46 Stufen. Die Aussichtsräume liegen hinter Fenstern und bieten daher keine vollständig offene Rundumsicht. Zu sehen sind unter anderem das Rathaus, das Dach der Basilika und die Ostsee in einiger Entfernung. Im Turm hängt außerdem ein Modell des befestigten Kolbergs im 19. Jahrhundert. Für den Besuch des Aussichtsturms genügen etwa 20 Minuten.

Informationen Marienbasilika in Kolberg Aussichtsturm
Besichtigung der Kirche

Werktags 9:00–16:30 Uhr, freitags 9:00–14:30 und 15:45–16:30 Uhr, sonntags 14:00–15:30 Uhr

Öffnung des Turms

Montag bis Donnerstag und Samstag 10:00–16:00 Uhr, Pause 13:00–14:00 Uhr. Freitag 10:00–13:00 Uhr

Eintritt in den Turm

10 PLN regulär und 8 PLN ermäßigt

Zugang zum Aussichtspunkt

Mit dem Aufzug und anschließend über rund 46 Stufen

Hinweis

Während der Gottesdienste ist keine Besichtigung möglich. Fotografieren und Filmen sind im Kirchenraum untersagt.

Aktuelle Angaben zum Aussichtsturm

Spuren der Festung Kolberg

Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Kolberg zu einer Festungsstadt ausgebaut. Im 19. Jahrhundert verloren die Befestigungen jedoch ihre militärische Bedeutung. Zugleich begrenzten sie die Ausdehnung der Stadt und den Aufbau des aufkommenden Kurortes. Deshalb ordnete der preußische König 1872 die Aufhebung der Festung an. Danach wurden große Teile der Mauern, Bastionen und Erdwälle abgetragen. Wo sich die erhaltenen Anlagen befinden, zeigt die Karte des Festungsrundwegs durch Kolberg.

Erhaltene Mauern einer früheren Festungsanlage in Kolberg
Forts, Redouten und einzelne Mauerreste erinnern an die ehemalige Festung Kolberg.

Der wichtigste Überrest der mittelalterlichen Stadtmauer ist der viergeschossige Luntenturm aus dem 15. Jahrhundert. Auf der Seite zum Park erkennst du noch die schmalen Schießscharten. Häufig wird der Bau als Pulverturm bezeichnet, doch dieser Name beruht auf einer alten Verwechslung. Der tatsächliche Pulverturm stand an anderer Stelle und wurde 1657 infolge eines Blitzeinschlags durch eine Explosion zerstört.

Die oberen Geschosse des Luntenturms sind im Rahmen einer etwa halbstündigen Führung zugänglich. Dabei erfährst du, wie der Turm in die mittelalterliche Stadtbefestigung eingebunden war und wofür die einzelnen Räume genutzt wurden. Einige historische Waffen und andere Ausstellungsstücke können aus der Nähe betrachtet werden. Da höchstens 19 Personen an einer Führung teilnehmen, solltest du vorab den Onlinekalender prüfen.

Mittelalterlicher Luntenturm aus Backstein in Kolberg
Der Luntenturm ist der einzige vollständig erhaltene Teil der mittelalterlichen Stadtmauer.
Informationen Luntenturm 15. Jahrhundert
Besichtigung

Die oberen Geschosse öffnen zu angekündigten Führungsterminen.

Führung

Etwa 30 Minuten, höchstens 19 Personen pro Gruppe

Eintritt

10 PLN, ermäßigt 5 PLN, bis einschließlich fünf Jahre kostenlos

Termine und Tickets prüfen

Nur wenige hundert Meter entfernt stehen in einem Innenhof an der ul. Wąska die Reste des ehemaligen Gefängnisturms. Von dem Bau aus dem 15. Jahrhundert sind lediglich das untere Geschoss und ein Teil der angrenzenden Stadtmauer erhalten.

Weitere Befestigungen findest du rund um die Salzinsel. Die zwischen 1770 und 1774 errichtete Morast-Redoute gehört heute zur Marina und beherbergt eine Taverne. Etwa 340 Meter entfernt liegt die jüngere Salz-Redoute. Dort sind der Erdwall, der Graben und zwei gewölbte Backsteinbauten erhalten. An der ul. Szpitalna steht außerdem das Radzikowska-Tor von 1708, das einzige erhaltene Tor der späteren Festung Kolberg.

Schlieffenhaus – ein Kaufmannshaus aus der Hansezeit

Das Schlieffenhaus ist das älteste erhaltene Wohnhaus Kolbergs. Der spätgotische Backsteinbau entstand in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und gehörte vermutlich der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Schlieffen. Er ist das einzige Gebäude der Stadt, an dem sich die Architektur eines mittelalterlichen Hansekaufmannshauses noch erkennen lässt.

Durch das breite Spitzbogenportal konnten früher Wagen mit Waren in die große Diele einfahren. Im Erdgeschoss lagen außerdem das Kontor und die Handelsräume. Die Familie wohnte im oberen Stockwerk, während Keller und Dachgeschosse als Lager für Wein, Bier, Heringe und andere Handelswaren dienten. Ein Lastenaufzug beförderte die Güter in die oberen Etagen.

Im Jahr 1945 brannte das Haus aus. Die Fassade und Teile der Außenmauern blieben jedoch erhalten und wurden beim Wiederaufbau von 1957 bis 1963 einbezogen. Heute gehört das Gebäude zum Museum für Polnische Waffen und wird für Sonderausstellungen genutzt. Die militärhistorische Dauerausstellung befindet sich hingegen im angrenzenden Museumspavillon. Mehr dazu erfährst du in unserer Übersicht über die Museen in Kolberg.

Neue Altstadt, Ritterakademie und historisches Postamt

Kolbergs Altstadt wurde im Frühjahr 1945 fast vollständig zerstört. Was heute rund um Rathaus und Marienbasilika wie ein historisches Viertel wirkt, entstand größtenteils erst ab 1985. Dabei stellte man das mittelalterliche Straßennetz wieder her. Die Giebel und Fassaden erinnern an alte pommersche Bürgerhäuser, sind jedoch keine Rekonstruktionen der früheren Gebäude. Einige tatsächlich ältere Häuser stehen noch zwischen dem Luntenturm und der Marienbasilika.

Zu den wenigen erhaltenen historischen Gebäuden gehört die ehemalige Ritterakademie. Friedrich Wilhelm von Brandenburg gründete die Militärschule 1655 für die Söhne pommerscher Adelsfamilien. Auf dem Lehrplan standen unter anderem Reiten, Fechten, Mathematik und der Bau von Festungen. Später diente das Gebäude als Arsenal. Heute befindet sich darin eine Sporthalle, weshalb du es normalerweise nur von außen ansehen kannst.

Auf dem Weg vom Zentrum zum Bahnhof kommst du am neugotischen Hauptpostamt vorbei. Der Backsteinbau stammt von 1884 und überstand die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Schau an der reich verzierten Fassade nach oben: Zwischen Giebeln und Ornamenten sitzen zehn kleine Terrakotta-Zwerge.

Parks und Natur in Kolberg

Küstenpark und Park Fredry

Der Stefan-Żeromski-Park begleitet die Küste vom Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer bis weit in das östliche Kurviertel. Seine Wege verlaufen direkt hinter der Promenade. Dadurch kannst du zwischen Hafen, Seebrücke und den östlichen Strandabschnitten auch abseits des Betriebs an der Wasserkante entlanggehen.

Spazierweg durch den grünen Küstenpark von Kolberg
Der Küstenpark verläuft über mehrere Kilometer parallel zum Strand und zur Promenade.

Die ersten Bäume wurden hier bereits ab 1809 auf den Dünen gepflanzt. Aus diesen Anpflanzungen entstand 1853 der Küstenpark. Heute gehören dazu der westliche Teil beim Denkmal und der größere Parkabschnitt östlich der Seebrücke. Dort befinden sich auch eine Konzertmuschel, Tennisplätze und ein 1,7 Kilometer langer Fitnesspfad mit 15 Stationen.

Weiter östlich schließt sich der Aleksander-Fredro-Park an. Das Amphitheater in seiner Mitte wurde auf den Resten des Forts Wilczy errichtet, einer Verteidigungsanlage aus dem Jahr 1807. Teile des Erdwalles, des Grabens und einer gemauerten Kasematte sind rund um das Amphitheater noch erhalten.

Ekopark Wschodni

Hinter den letzten großen Hotels im Osten der Stadt beginnt der Ekopark Wschodni. Das geschützte Moor- und Waldgebiet erstreckt sich rund um das salzhaltige Feuchtgebiet Solne Bagno. Schilfflächen, Bruchwald und flache Wasserstellen bieten zahlreichen Wasser- und Zugvögeln Nahrung und geschützte Brutplätze.

Durch den Ekopark führt der gemeinsame Fuß- und Radweg von Kolberg nach Podczele und weiter in Richtung Ustronie Morskie. Ein Abschnitt verläuft über einen schmalen Holzsteg. Da sich Fußgänger und Radfahrer den Weg teilen, solltest du dort mit dem Fahrrad langsam fahren.

Mit dem Auto gelangst du bis zu einem kleinen kostenlosen Parkplatz an der ul. Na Grobli. Ab dort geht es zu Fuß oder mit dem Fahrrad weiter, denn Kraftfahrzeuge dürfen nicht in das Schutzgebiet fahren.

Hainbuchenallee und die Stühle der Riesen

Nahe dem Weg zwischen Stadtzentrum und Hafen führt ein 130 Meter langer Laubengang durch den Park Teatralny. Für diesen sogenannten Bindaż wurden 277 Hainbuchen so gezogen, dass ihre Kronen über dem Weg zu einem grünen Dach zusammenwachsen. 101 der Bäume stammen aus dem älteren Bestand, die übrigen wurden später ergänzt.

Grüner Tunnel der historischen Hainbuchenallee in Kolberg
277 Hainbuchen bilden einen rund 130 Meter langen grünen Tunnel.

Die Hainbuchenallee entstand im 19. Jahrhundert und steht seit 2003 als Naturdenkmal unter Schutz. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Tunnel beleuchtet. Einheimische nennen ihn auch Aleja Miłości, Allee der Liebe.

Auf der anderen Seite des Parks stehen rund um das Regionale Kulturzentrum mehrere übergroße Stühle mit angedeuteten Musikinstrumenten. Die Krzesła Olbrzymów, die Stühle der Riesen, liegen etwas abseits der üblichen Wege und sind leicht zu übersehen.

Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten rund um Kolberg

Hortulus-Gärten in Dobrzyca

Rund 25 Kilometer von Kolberg entfernt liegen die Hortulus-Gärten in Dobrzyca. Hinter dem gemeinsamen Namen verbergen sich zwei getrennte Anlagen mit eigenen Eingängen und Kassen. Deshalb solltest du vor der Anfahrt entscheiden, ob du einen Garten oder beide besuchen möchtest.

Die älteren Themengärten bestehen aus 28 kleinen Gartenräumen. Dazu gehören unter anderem ein japanischer Garten, ein Kräutergarten und mehrere Anlagen nach mediterranem oder französischem Vorbild. Für einen Rundgang reicht ungefähr eine Stunde.

Hainbuchenlabyrinth in den Hortulus-Gärten
Das Hainbuchenlabyrinth gehört zum weitläufigeren Garten Hortulus Spectabilis.

Deutlich weitläufiger ist Hortulus Spectabilis. Auf 16 Hektar verteilen sich 45 Gärten, große Staudenflächen und ein Hainbuchenlabyrinth. Seine über zwei Meter hohen Hecken bilden Gänge mit einer Gesamtlänge von mehr als 3,2 Kilometern. In der Mitte steht ein 20 Meter hoher Aussichtsturm, von dem du das Muster des Labyrinths und weite Teile der Gartenanlage überblickst.

Für beide Anlagen gibt es ein gemeinsames Ticket. Du kannst die Gärten am selben Tag besuchen oder die Besuche auf zwei Termine innerhalb eines Kalenderjahres verteilen. Die Eingänge liegen einige Autominuten voneinander entfernt. An beiden stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Budzistowo – das alte Kolberg

Die Geschichte Kolbergs begann nicht an der heutigen Altstadt, sondern rund zwei Kilometer südöstlich davon in Budzistowo. Dort bestand spätestens seit dem 8. Jahrhundert eine slawische Siedlung. Im Jahr 1000 wurde sie Sitz eines der ersten polnischen Bistümer. Erst mit der Stadtgründung nach Lübecker Recht im Jahr 1255 verlagerte sich das Zentrum an seinen heutigen Standort.

Aus dieser frühen Zeit ist die Kirche St. Johannes der Täufer erhalten. Sie wurde 1222 erstmals erwähnt und von Herzogin Mirosława gestiftet. Mit einer Grundfläche von nur acht mal fünf Metern wirkt das Gebäude beinahe wie eine Kapelle. Dennoch gilt es als ältester erhaltener Backstein-Sakralbau in Mittelpommern.

An den Seitenwänden erkennst du zwei zugemauerte Portale. Durch den nördlichen Eingang betraten früher die Frauen die Kirche, der südliche war den Männern vorbehalten. Vor dem Gebäude erinnern vier Gedenksteine an die Gründung des Kolberger Bistums im Jahr 1000.

Informationen Kirche St. Johannes der Täufer Seit 1222
Anreise

Ab Kolberger Altstadt rund 30 Minuten zu Fuß, mit dem Fahrrad entsprechend schneller

Gottesdienst

Sonntags findet nach aktuellem Gemeindeverzeichnis um 12 Uhr eine Messe statt.

Bedeutung

Ältester erhaltener Backstein-Sakralbau Mittelpommerns

Informationen der Gemeinde

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