Niechorze – Ostseeurlaub zwischen Strand, Leuchtturm und Küstensee

Niechorze liegt an der westpommerschen Ostseeküste, ungefähr auf halber Strecke zwischen Misdroy und Kolberg. Der Badeort liegt an einem schmalen Küstenstreifen zwischen der Ostsee und dem Liwia-Łuża-See. Im westlichen Teil erhebt sich der Leuchtturm über der Küste, weiter östlich reicht der Ort bis an das geschützte Ufer des Sees.

Im Sommer öffnen entlang der Bursztynowa zahlreiche Restaurants, Cafés und kleine Geschäfte. Nur wenige Schritte entfernt liegt der lange Sandstrand. An der Fischeranlegestelle werden die Boote noch direkt auf den Sand gezogen, und südlich des Zentrums beginnen die Wege durch das Naturschutzgebiet Liwia Łuża.

Auf dieser Seite findest du passende Unterkünfte, unsere Empfehlungen zum Essen und alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Niechorze. Dazu kommen Ausflugsziele in der Umgebung sowie praktische Hinweise zu Anreise, Parken und Urlaub mit Hund.

Strand von Niechorze mit Wellenbrechern und Leuchtturm
Strand von Niechorze mit Wellenbrechern und dem Leuchtturm im Hintergrund

Unterkünfte in Niechorze – Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäuser

Niechorze zieht sich über mehrere Kilometer an der Küste entlang. Rund um die Bursztynowa wohnst du mitten im Zentrum, nah an Restaurants und Geschäften. Westlich davon liegen der Leuchtturm und mehrere größere Ferienanlagen. Im östlichen Teil bist du näher an der Fischeranlegestelle und am Liwia-Łuża-See. Unsere Empfehlungen decken diese unterschiedlichen Lagen ebenso ab wie Hotels, Apartments und Ferienhäuser.

Leuchtturm von Niechorze mit den Backsteingebäuden am Turmfuß
Der 45 Meter hohe Leuchtturm von Niechorze wurde 1866 in Betrieb genommen.

Hotels und Ferienanlagen

Die Villa del Mar gehört zu den gehobeneren Unterkünften in Niechorze. Das Haus steht direkt hinter dem Strand und besitzt einen Innenpool, einen Whirlpool, zwei Saunen und ebenso einen Fitnessraum. Einige Zimmer haben einen Balkon und Meerblick. Das Frühstück solltest du hier dazubuchen, denn auch das Restaurant gehört zu den Stärken des Hauses.

Das Puchacz Spa liegt an der Bursztynowa und damit mitten im Zentrum. Du kannst zwischen klassischen Zimmern und Apartments wählen. Zum Hotel gehören ein Restaurant, ein Innenpool, ein Whirlpool sowie eine Trocken- und eine Dampfsauna. Zusätzlich werden Massagen und verschiedene Anwendungen angeboten. Damit ist das Puchacz eine gute Wahl, wenn du zentral wohnen und trotzdem einen vollständigen Wellnessbereich nutzen möchtest.

Der Amber Park Spa befindet sich am westlichen Ortsrand. Die Anlage umfasst Hotelzimmer und Ferienhäuser sowie einen großen Innenpool, einen saisonalen Außenpool, Saunen und einen Padelplatz. Kinder finden mehrere Spielbereiche und während der Ferien zusätzliche Programme. Auch das Restaurant Zatoka Kulinarna gehört zur Anlage. Da Hunde willkommen sind und rund um das Gelände mehr Platz vorhanden ist, eignet sich der Amber Park außerdem gut für einen längeren Urlaub mit Hund.

Das Chimera Centrum Spa ist kleiner und stärker auf Wellness, Kuranwendungen und Rehabilitation ausgerichtet. Neben 31 Zimmern gibt es einige Apartments, einen Innenpool, eine Sauna und einen Whirlpool. Der Strand liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Interessant ist das Chimera daher vor allem, wenn Anwendungen und Erholung einen größeren Teil des Urlaubs ausmachen sollen.

Ferienwohnungen und Apartments

Die e-baltic Apartments liegen unmittelbar an der Küste. Je nach Apartment gehören ein Balkon oder eine Terrasse dazu, teilweise kannst du von dort auf die Ostsee blicken. Die Küchen sind für Selbstversorgung ausgestattet. Außerdem sind Haustiere erlaubt, was die Anlage für einen Urlaub mit Hund interessant macht.

Noch näher an der Fischeranlegestelle wohnst du im Apartament NaFali. Die Apartments verfügen über eine Küche sowie einen Balkon oder eine Terrasse. Einige Kategorien bieten Meerblick. Ein privater Parkplatz ist vorhanden, und Frühstück kann über ein benachbartes Restaurant gebucht werden.

Die Apartamenty Bursztynowa17 verbinden eine zentrale Lage mit einigen Leistungen eines Hotels. Im Haus gibt es ein Restaurant, und Frühstück lässt sich direkt mitbuchen. Einige Apartments besitzen eine Küchenzeile. Klimaanlage, Parkplatz und ein kleiner Spielbereich machen die Unterkunft auch für längere Aufenthalte praktisch.

Ferienhäuser in Niechorze

Die Anlage Morze Niechorze liegt nahe dem Leuchtturm und gehört zu den interessantesten neuen Ferienhausangeboten im Ort. Die Häuser haben zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, eine Küche und eine eigene Terrasse. Zur Anlage gehören außerdem ein beheizter Innenpool, eine Sauna, ein Wasserspielbereich und mehrere Angebote für Kinder.

Die Białe Domki Paula bieten auf rund 70 Quadratmetern zwei Schlafzimmer sowie ausreichend Platz für eine Familie. Im Sommer stehen ein Außenpool und ein Whirlpool zur Verfügung. Hinzu kommen ein Spielplatz, eine Klimaanlage und eigene Terrassen. Auch Hunde dürfen gegen Aufpreis mitgebracht werden.

Im Olivina Park kannst du ein Ferienhaus mit drei Schlafzimmern, zwei Badezimmern und einer voll ausgestatteten Küche buchen. Gleichzeitig kannst du die Pools, Saunen, Kinderangebote und Restaurants des benachbarten Amber Park nutzen. Die Häuser liegen nicht direkt am Strand, allerdings fährt nach dem Zeitplan der Anlage ein kostenloser Shuttle dorthin. Damit verbindet Olivina Park den Platz eines Ferienhauses mit dem Angebot einer größeren Ferienanlage.

Camping in Niechorze

Der Camping Pomona an der ul. Polna 25 ist als Drei-Sterne-Campingplatz eingestuft. Die einzelnen Stellplätze verfügen teilweise über Anschlüsse für Wasser und Abwasser. Hinzu kommen eine Gemeinschaftsküche, Spülplätze mit Warmwasser und die notwendige Entsorgung für Wohnmobile. Der Platz ist in der Regel von Anfang Mai bis Ende September geöffnet. Wenn du ohne Zelt oder Wohnwagen anreist, kannst du auf dem Gelände auch in einem Ferienhaus des Camping Pomona übernachten. Die Häuser verfügen über eine eigene Küchenzeile, ein Badezimmer und eine Terrasse.

Nur etwa 150 Meter vom Strand entfernt liegt der Campingplatz Lido an der ul. Polna 28. Er nimmt Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile auf und bietet Sanitäranlagen mit Warmwasser, einen gemeinschaftlichen Küchenbereich sowie einen Spielplatz. Hunde dürfen angeleint mitgebracht werden. Lido ist etwas einfacher ausgestattet als Pomona, liegt dafür aber besonders nah am Strand.

Der kleinere Camping Zapach Morza befindet sich an der ul. Klifowa 24 nahe dem westlichen Strandabschnitt. Die Stellplätze besitzen Anschlüsse für Wasser und Strom. Außerdem stehen eine Grauwasserentsorgung, eine Entleerungsstation für Kassettentoiletten, Duschen sowie eine Waschmaschine zur Verfügung. Direkt am Platz verläuft der Küstenradweg, sodass sich Niechorze und Rewal gut mit dem Fahrrad erreichen lassen.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Niechorze

Die meisten Sehenswürdigkeiten in Niechorze liegen im westlichen und mittleren Ortsteil. Rund um den Leuchtturm erreichst du den Ethnografischen Park, den Miniaturenpark und das Schmetterlingshaus zu Fuß. Das Fischereimuseum befindet sich weiter östlich an der Bursztynowa. Für den Rundweg um Liwia Łuża solltest du dagegen mehrere Stunden einplanen.

Strand und Fischeranlegestelle

Der Sandstrand begleitet den gesamten Ort. Westlich des Leuchtturms ist die Küste etwas höher, nach Osten in Richtung Pogorzelica wird sie flacher. In der Hauptsaison werden mehrere Badeabschnitte von Rettungsschwimmern überwacht. Der zentrale Strand von Niechorze erhielt auch 2026 die Blaue Flagge.

Sonnenuntergang am Strand von Niechorze
Der lange Strand bei Niechorze im goldenen Licht des Sonnenuntergangs.

Eine Besonderheit findest du am Strandzugang nahe der ul. Pocztowa. Dort befindet sich die Fischeranlegestelle von Niechorze. Sie besitzt keinen geschützten Hafen, sondern eine Winde und zwei schmale Fischereistege. Die Boote werden deshalb direkt auf den Sand gezogen. Du erkennst die örtlichen Fischerboote am Kürzel „NIE“ am Rumpf. Wenn Fang und Wetter passen, verkaufen die Fischer morgens einen Teil ihres Fangs direkt am Strand.

In den Sommermonaten stehen an den zentralen Strandabschnitten verschiedene Wassersportangebote bereit. Je nach Wetter und Anbieter kannst du Jetski fahren oder dich auf einem Banana Boat beziehungsweise einem großen Reifen über das Wasser ziehen lassen. Außerdem werden Fahrten mit Motorbooten angeboten. Das genaue Angebot wechselt während der Saison und fällt bei starkem Wind oder hohem Wellengang aus.

Der Liwia-Łuża-See ist dagegen keine Ausweichmöglichkeit für Wassersport. Er gehört vollständig zum Naturschutzgebiet und dient vor allem als Lebensraum für Wasser- und Watvögel.

Leuchtturm von Niechorze

Der 45 Meter hohe Leuchtturm von Niechorze steht auf dem erhöhten Küstenabschnitt im Westen des Ortes. Seit dem 1. Dezember 1866 weist sein Licht Schiffen den Weg. Die Tragweite beträgt etwa 20 Seemeilen beziehungsweise 37 Kilometer.

Der Leuchtturm von Niechorze an der polnischen Ostseeküste
Historischer Leuchtturm in Niechorze – erbaut 1866, heute ein Aussichtspunkt mit Meerblick.

Zur Aussichtsplattform auf 35,7 Metern Höhe führen 208 Stufen. Von oben blickst du über die Ostsee, Niechorze und den Liwia-Łuża-See. Im Juli und August ist der Leuchtturm täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Von März bis Juni sowie im September und Oktober kannst du ihn von 10 bis 18 Uhr besuchen. Zwischen November und Februar schließt er bereits um 16 Uhr. An Feiertagen können die Zeiten abweichen. Die aktuellen Angaben findest du beim Verein der Leuchtturmfreunde.

Mit der Schmalspurbahn entlang der Küste

Niechorze besitzt gleich zwei Haltepunkte der historischen Küstenbahn. Der Bahnhof Niechorze Latarnia an der ul. Kamieńska liegt nahe dem Leuchtturm. Niechorze Główne an der ul. Kolejowa bedient den mittleren und östlichen Ortsteil.

Die Schmalspurbahn fährt gewöhnlich vom Frühjahr bis Ende September täglich zwischen Trzęsacz, Rewal, Śliwin, Niechorze und Pogorzelica. Entlang der Küste verkehren täglich mehrere Zugpaare. Zusätzlich gibt es morgens eine Verbindung von Gryfice an die Küste und am Nachmittag zurück.

Für eine kurze Fahrt kannst du in Niechorze einsteigen, bis Pogorzelica fahren und später am Strand oder auf dem Radweg zurückkehren. In der anderen Richtung verbindet die Bahn den Ort mit Rewal und der Kirchenruine von Trzęsacz. Fahrkarten werden online, an den Bahnhöfen und je nach Einstieg auch beim Zugpersonal verkauft. Den aktuellen Fahrplan und die Preise findest du bei der Nadmorska Kolej Wąskotorowa.

Liwia Łuża – Küstensee und Naturschutzgebiet

Südlich von Niechorze liegt der flache Liwia-Łuża-See. Er ist über die Liwka mit der Ostsee verbunden. Bei starkem Wind und hohem Wasserstand kann sich die Fließrichtung des kurzen Kanals umkehren und Ostseewasser in den See gelangen.

Der See und seine Ufer bilden ein rund 240 Hektar großes Naturschutzgebiet. Geschützt werden vor allem die Schilfzonen sowie die Brut- und Rastplätze zahlreicher Wasservögel. Der Weg rund um Liwia Łuża ist ungefähr neun bis zehn Kilometer lang. Er verläuft über Asphalt, Schotter und stellenweise unebene Wege. Wegen des dichten Schilfs ist der See nicht während der gesamten Runde zu sehen.

Zu Fuß dauert die Runde ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden. Mit dem Fahrrad lässt sie sich schneller zurücklegen, allerdings eignet sich die Strecke nicht durchgehend für schmale Rennradreifen.

Fischereimuseum und Ethnografischer Park

Im Juli und August ist das Museum montags von 12 bis 15 Uhr und dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Von September bis Juni gelten kürzere Zeiten. Dann öffnet es montags von 12 bis 15 Uhr sowie dienstags bis samstags von 10 bis 16 Uhr. Feiertage und Veranstaltungen können den Plan verändern. Die aktuellen Angaben findest du auf der Website des Fischereimuseums.

Eine sinnvolle Ergänzung ist der Ethnografische Park an der ul. Ludna 22. Er wurde im Oktober 2024 eröffnet und liegt in der Nähe des Leuchtturms. Auf dem Gelände wurden Bestandteile einer früheren Fischer- und Bauernsiedlung rekonstruiert. Dazu gehören Fischerhütten, historische Arbeitsgeräte und eine Bockwindmühle aus dem Jahr 1843. Lehrpfade erklären außerdem, wie früher Fisch verarbeitet und Brot hergestellt wurde.

Miniaturenpark und Schmetterlingshaus

Im Park Miniatur Latarni Morskich stehen die Leuchttürme der polnischen Ostseeküste im Maßstab 1:10. Weil du die Modelle von allen Seiten betrachten kannst, lassen sich Bauweise und Unterschiede besser erkennen als bei den Originalen. Zum Eintritt gehört eine Führung, die ungefähr 45 Minuten dauert. Der Park an der ul. Ludna 16 ist ganzjährig geöffnet.

Modell der Kathedrale von Kamień Pomorski im Miniaturenpark Niechorze
Der Miniaturenpark zeigt neben Leuchttürmen weitere Bauwerke der Region, darunter die Kathedrale von Kamień Pomorski.

Das Schmetterlingshaus liegt direkt beim Leuchtturm und ist eine saisonale Attraktion. Während der Saison ist es nach aktuellem Plan täglich von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet. Den genauen Saisonzeitraum und mögliche Änderungen findest du auf der Website der Motylarnia Niechorze.

An der ul. Klifowa 8 gibt es außerdem ein kleines Wachsfigurenmuseum. Die Ausstellung reicht für einen kurzen Besuch und bietet sich vor allem an, wenn das Wetter keine längere Unternehmung im Freien zulässt.

Radfahren rund um Niechorze

Durch Niechorze verläuft die Velo Baltica, die in diesem Abschnitt zugleich Teil der internationalen Ostseeküstenrouten EuroVelo 10 und 13 ist. Nach Westen führt der Radweg über Rewal und Trzęsacz. In östlicher Richtung erreichst du Pogorzelica und später Mrzeżyno. Weitere Etappen und Hinweise zur Strecke findest du in unserem Artikel über den Ostseeküstenradweg R10 in Polen.

Am Sportzentrum in der ul. Leśna 3 befindet sich eine Station des Rewal-Bike-Systems. Dort kannst du ein Fahrrad ausleihen und an einer anderen Station der Gemeinde zurückgeben. Fahrräder aus diesem System werden in der Schmalspurbahn kostenlos transportiert. Für ein eigenes Fahrrad verlangt die Bahn dagegen eine zusätzliche Fahrkarte.

Zum Sportzentrum gehören außerdem Tennisplätze, ein Skatepark und mehrere Spielfelder. Informationen zur Nutzung und zu freien Zeiten erhältst du direkt am Sportzentrum.

Reiten an der Rewaler Küste

Der Reiterhof Koński Kierat liegt wenige Kilometer westlich von Niechorze in Rewal. Angeboten werden Reitstunden für Anfänger und Fortgeschrittene, Unterricht an der Longe sowie Ausritte in der Umgebung. Kinder beginnen je nach Alter und Erfahrung auf einem Pony.

Zwei Pferde auf einer Weide an der Rewaler Küste
Im nahegelegenen Rewal werden Reitstunden und geführte Ausritte durch die Umgebung angeboten.

Ausritte bis an den Strand werden ebenfalls angeboten, richten sich jedoch vor allem an geübte Reiter und hängen von der Saison, dem Wetter und dem Strandbetrieb ab. Da die Zahl der Pferde und Termine begrenzt ist, solltest du einen Ausritt vorab telefonisch vereinbaren.

Gleitschirmfliegen bei Trzęsacz

Die höhere Küste bei Trzęsacz und Rewal wird bei geeignetem Wind als Startplatz für Gleitschirmflüge genutzt. Von Niechorze ist sie nur wenige Kilometer entfernt. Für einen Tandemflug brauchst du keine Flugerfahrung, da der Pilot Start, Steuerung und Landung übernimmt.

Kirchenruine von Trzęsacz am Kliff mit Gleitschirmfliegern über dem Strand
Bei passendem Wind starten an der Kliffküste von Trzęsacz auch Tandemflüge.

Zum Beispiel Best Tandem bietet in der Region Tandem- und Motorschirmflüge an. Dauer und genauer Startplatz richten sich nach dem gebuchten Angebot und den Windverhältnissen. Weil die Flüge kurzfristig verschoben werden können, solltest du den Termin direkt mit dem Anbieter abstimmen.

Klettern und Minigolf in Rewal

Ebenfalls in Rewal liegt der Kletterpark Gibon. Die verschiedenen Parcours unterscheiden sich in Höhe und Schwierigkeit. Für kleinere Kinder gibt es niedrige Übungen, die schwierigeren Strecken verlangen dagegen mehr Kraft und Geschick.

Eine ruhigere Alternative ist die öffentlich zugängliche Minigolfanlage des SOLEO Family Resorts. Sie besitzt 18 Bahnen und kann auch besucht werden, wenn du nicht in der Ferienanlage wohnst. Beide Angebote liegen so nah an Niechorze, dass sie sich als einzelne Aktivität einplanen lassen und keinen eigenen Tagesausflug erfordern.

Ausflüge rund um Niechorze

Für die nahen Küstenorte brauchst du kein Auto. Rewal und Trzęsacz erreichst du mit der Schmalspurbahn, dem Fahrrad oder zu Fuß am Strand. Für Trzebiatów, Gryfice und Kolberg ist das Auto dagegen die einfachste Möglichkeit.

Rewal und die Kirchenruine von Trzęsacz

Rund fünf Kilometer westlich von Niechorze liegt Rewal. Im Zentrum stehen die beiden großen Walskulpturen auf dem Plac Wielorybów. Interessanter sind jedoch die Aussichtsterrassen oberhalb des Strands, von denen du weit entlang der Küste sehen kannst. Rewal besitzt außerdem eine längere Promenade mit Cafés und Restaurants.

Für Familien ist der Wal- und Piratenpark in Rewal eines der wichtigsten Ziele. In vier Themenbereichen stehen mehr als 100 Modelle von Walen, Haien, Fischen und anderen Meeresbewohnern. Der größte Wal ist rund 35 Meter lang. Hinzu kommen ein Piratenbereich, Schatzsuchen, ein Spielplatz und kleinere Mitmachangebote. Es handelt sich nicht um ein Aquarium, sondern um einen Freizeit- und Lernpark mit teilweise lebensgroßen Modellen. Der Park ist jedoch nur saisonal geöffnet, gewöhnlich vom späten Frühjahr bis Ende September.

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Der Wal und Piratenpark in Rewal

Noch ein Stück weiter westwärts erreichst du Trzęsacz. Am Rand der Steilküste steht die letzte erhaltene Mauer einer gotischen Kirche, die ursprünglich weit vom Meer entfernt gebaut wurde. Durch den Küstenabbruch rückte die Ostsee immer näher an das Gebäude heran. Heute blickst du von einer Aussichtsplattform auf die Ruine und den Strand.

Direkt daneben erklärt das Multimediale Museum MuzeON die Geschichte der Kirche, die Küstenerosion und die Legenden des Ortes mit Bildern, Licht und Ton. Rewal und Trzęsacz lassen sich an einem Tag verbinden. Die Schmalspurbahn hält in beiden Orten.

Trzebiatów – historische Stadt an der Rega

Trzebiatów liegt etwa 17 Kilometer südöstlich von Niechorze. Die Altstadt hat ihren mittelalterlichen Straßenverlauf bewahrt und eignet sich für einen Rundgang von zwei bis drei Stunden. Im Zentrum steht das barocke Rathaus mit seinem kleinen Innenhof. Über den Dächern erhebt sich die große Marienkirche, deren älteste Glocke aus dem Jahr 1399 stammt.

An einer Hauswand in der ul. Zajazdowa findest du das berühmte Elefanten-Sgraffito. Die Darstellung geht auf den Elefanten Hansken zurück, der im 17. Jahrhundert durch Europa reiste und auch von Rembrandt gezeichnet wurde. Zum Rundgang gehören außerdem Reste der Stadtmauer, der Kaszana-Turm und der ehemalige herzogliche Palast an der Młynówka. Eine Übersicht der Bauwerke bietet die Stadt Trzebiatów.

Gryfice und die Geschichte der Schmalspurbahn

Gryfice liegt ungefähr 30 Kilometer von Niechorze entfernt. Das wichtigste Ziel ist die Ausstellung der Westpommerschen Schmalspurbahnen am Błonie 2. Auf dem Freigelände stehen historische Dampflokomotiven, Personen- und Güterwagen sowie weitere Fahrzeuge der früheren pommerschen Kleinbahnen.

In der Sommersaison kannst du Gryfice sogar mit der Schmalspurbahn erreichen. Allerdings fährt auf dem langen Streckenabschnitt nur ein Zug pro Tag in jede Richtung. Vor dem Ausflug solltest du deshalb den Fahrplan und die Rückfahrt kontrollieren. Mit der Bahn wird Gryfice zu einem nahezu ganztägigen Ausflug.

Neben der Eisenbahnausstellung besitzt die Stadt eine gotische Marienkirche, zwei erhaltene Stadttore und einige Reste der mittelalterlichen Befestigung. Das Zentrum lässt sich vom Bahngelände aus zu Fuß erreichen.

Kolberg – Hafen, Altstadt und Museen

Kolberg liegt rund 45 Kilometer östlich von Niechorze. Bei normalem Verkehr dauert die Fahrt mit dem Auto ungefähr eine Stunde. Da die Stadt deutlich mehr bietet als die kleinen Badeorte der Rewaler Küste, solltest du dafür einen ganzen Tag einplanen.

Im Zentrum stehen die Marienbasilika, das Rathaus und mehrere historische Bürgerhäuser. Anschließend kannst du durch den Kurpark zum Hafen laufen. Dort befinden sich der Leuchtturm, das Denkmal der Vermählung Polens mit dem Meer und die lange Seebrücke. Vom Hafen starten außerdem Ausflugsschiffe zu kurzen Fahrten auf die Ostsee.

Blick vom Leuchtturm über den Strand und die Seebrücke von Kolberg
Vom Kolberger Leuchtturm reicht der Blick über den Strand bis zur Seebrücke.

Für einen Museumsbesuch bieten sich das Museum der Polnischen Waffen, das Stadtmuseum im Braunschweiger Haus oder das Museum im Leuchtturm an.

Restaurants und Cafés in Niechorze

Für Fisch gibt es in Niechorze gleich zwei Restaurants mit jahrzehntelanger Geschichte. Daneben findest du polnische Hausmannskost, ein Restaurant für einen längeren Abend, neapolitanische Pizza sowie mehrere Cafés. Viele Lokale öffnen allerdings nur während der Urlaubssaison.

Fischrestaurants in Niechorze

Die Kergulena gehört seit 1976 zu Niechorze und ist unsere erste Empfehlung für Fisch. Neben gebratenem Dorsch und Flunder stehen Ostseesprotten, Fischrouladen, Pierogi mit Heilbutt sowie mehrere kräftige Fischsuppen auf der Karte. Besonders bekannt ist die leicht scharfe Halászlé, die bereits seit den Anfangsjahren serviert wird.

Bei den klassischen Fischgerichten der Kergulena wird nach dem Gewicht abgerechnet. Achte bei der Bestellung deshalb auf den Preis pro 100 Gramm. Du findest das Restaurant an der Mazowiecka 5A.

Fast nebenan liegt die Smażalnia Ryb U Cywila an der Mazowiecka 7A. Die Karte geht deutlich über eine klassische Fischbraterei hinaus. Zur Auswahl gehören unter anderem Fisch in unterschiedlichen Zubereitungsarten, Leber vom Dorsch, Fischtatar sowie Suppen mit Lachs, Krebsen oder Meeresfrüchten. U Cywila ist deshalb die spannendere Adresse, wenn du verschiedene Fischarten oder weniger alltägliche Gerichte probieren möchtest.

Die Przystań Rybacka an der Parkowa 9A liegt direkt bei der Fischeranlegestelle am Strand. Serviert werden Fisch, Meeresfrüchte und polnische Gerichte. Zwischen Strand und Fischerbooten sitzt du hier deutlich näher am Wasser als in den Restaurants an der Mazowiecka. Die Przystań ist nur saisonal geöffnet.

Polnische Küche abseits der Fischbratereien

Für klassische polnische Küche lohnt sich die Finezja Smaku an der Kolejowa 18. Das kleine Restaurant konzentriert sich auf bodenständige Gerichte wie Pierogi, Kartoffelpuffer, Suppen und Schnitzel. Hier steht nicht die maritime Kulisse im Mittelpunkt, sondern ein ordentliches polnisches Mittagessen. Zudem gehört die Finezja Smaku zu den wenigen ganzjährig geöffneten Restaurants im Ort.

Die Zatoka Kulinarna befindet sich im Amber Park Spa an der Zaciszna 8, ist jedoch auch für Gäste von außerhalb geöffnet. Auf der Karte stehen Ostseefisch, Meeresfrüchte und frisch zubereitete Pasta. Dazu kommen Fleischgerichte sowie vegetarische und vegane Alternativen. Eine Spezialität des Hauses ist die kräftige „Suppe des Fischers von Niechorze“.

Neapolitanische Pizza und Cocktails

Das BoMorze an der Mazowiecka 5B verbindet eine Pizzeria mit einer Cocktailbar. Der Pizzateig reift 72 Stunden und neben den neapolitanischen Pizzen gibt es hausgemachte Pasta, Salate und einige Gerichte für Kinder. Das BoMorze ist saisonal geöffnet und bietet sich besonders für einen späteren Abend an.

Kaffee, Kuchen und Eis

Für eine Kaffeepause empfehlen wir das Może Kawy? an der Bursztynowa 43. Das Café serviert Kaffee der polnischen Rösterei Qualia, hausgemachte Kuchen, Waffeln und Eis. Außerdem gibt es pflanzliche Milchalternativen und einen kleinen Garten.

Außerhalb der Hauptsaison wird die gastronomische Auswahl deutlich kleiner. Finezja Smaku sowie die Restaurants im Amber Park Spa und Puchacz Spa sind dann die verlässlicheren Adressen.

Praktische Tipps für deinen Urlaub in Niechorze

Anreise nach Niechorze

Mit dem Auto sind es von Berlin aus rund 250 Kilometer bis Niechorze. Ohne größere Verzögerungen dauert die Fahrt etwa zweieinhalb bis drei Stunden. Die übliche Route führt über Stettin und anschließend in Richtung Kamień Pomorski und Rewal. An den typischen Anreisetagen im Juli und August kann es auf den letzten Kilometern entlang der Küste allerdings deutlich länger dauern.

Eine direkte Alternative ist der FlixBus von Berlin nach Niechorze. Die schnellsten Verbindungen benötigen jedoch etwa sechseinhalb Stunden. Im Ort hält der Bus an der Kolejowa beim Bahnhof sowie an der Bursztynowa 70. Auch von Stettin fahren direkte Busse, die für die Strecke etwas mehr als zwei Stunden brauchen.

Mit der Bahn ist die Anreise umständlicher. Du kannst zunächst nach Gryfice fahren und dort in einen Bus umsteigen. Während der Saison kannst du morgens mit der Schmalspurbahn von Gryfice direkt nach Niechorze fahren. Die Rückfahrt nach Gryfice startet erst am späten Nachmittag. Zwischen den Küstenorten verkehren dagegen mehrere Züge am Tag.

Unterwegs in Niechorze

Im Ort selbst brauchst du normalerweise kein Auto. Strand, Leuchtturm, Fischereimuseum, Bahnhof und die meisten Restaurants liegen nah genug beieinander, um sie zu Fuß zu erreichen.

Für Fahrten nach Pogorzelica, Rewal und Trzęsacz ist die Schmalspurbahn die interessanteste Verbindung. In Niechorze gibt es die beiden Stationen Niechorze Główne an der Kolejowa und Niechorze Latarnia beim Leuchtturm. Die Züge verkehren gewöhnlich vom Frühjahr bis Ende September mehrmals täglich entlang der Küste.

Daneben fahren Busse von PKS Gryfice nach Rewal, Pobierowo, Pogorzelica, Gryfice und teilweise bis Kolberg. Viele dieser Verbindungen gehören jedoch zum Sommerfahrplan. Außerhalb der Saison ist die Auswahl deutlich kleiner.

Parken in Niechorze

Vom 1. Juni bis zum 15. September sind zahlreiche Parkplätze in Niechorze zwischen 9 und 20 Uhr kostenpflichtig. Dabei wird zwischen Stellplätzen an öffentlichen Straßen und kommunalen Parkplätzen unterschieden. An den Straßen wird die Gebühr nur an Werktagen erhoben. Auf den kommunalen Parkplätzen gilt sie dagegen an allen Wochentagen.

Größere kommunale Parkplätze befinden sich unter anderem an der Klifowa beim Leuchtturm, an der Kolejowa und an der Śląska. Die erste Stunde kostet aktuell 5 zł, der Tagestarif 40 zł. Bezahlen kannst du am Automaten oder über eine unterstützte Park-App. Die genauen Regeln stehen in der aktuellen Parkordnung der Gemeinde Rewal.

Einkaufen, Bezahlen und Kurtaxe

Den größten Supermarkt im Ort findest du an der Trzebiatowska 1E. Der Dino-Markt liegt etwas südlich des Zentrums und eignet sich auch für einen größeren Einkauf. Entlang der Bursztynowa und in den Seitenstraßen gibt es außerdem mehrere kleinere Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und Żabka-Filialen. Eine Biedronka befindet sich im benachbarten Rewal.

Bezahlt wird in polnischen Złoty. Kartenzahlung funktioniert in Supermärkten, Restaurants und an vielen anderen Stellen. Etwas Bargeld ist trotzdem praktisch, denn kleinere Verkaufsstände und manche Parkautomaten nehmen nur Münzen an. Weitere Hinweise findest du in unseren Informationen zu Währung und Bezahlen in Polen.

Zusätzlich zum Übernachtungspreis wird in Niechorze eine Kurtaxe erhoben. Sie beträgt aktuell 3 zł pro Person und angefangenem Aufenthaltstag und wird in der Regel direkt von der Unterkunft eingezogen.

Niechorze mit Hund

Der ausgewiesene Hundestrand liegt westlich des Leuchtturms beim Strandzugang Nummer 18 an der Klifowa. Der Abschnitt ist nicht eingezäunt und unterscheidet sich optisch kaum vom übrigen Strand. Während der Hauptsaison gelten an den zentralen Badeabschnitten Einschränkungen für Hunde.

Für längere Spaziergänge bieten sich die Wege in Richtung Rewal und Pogorzelica an. Im Naturschutzgebiet rund um den Liwia-Łuża-See solltest du deinen Hund an der Leine führen und die ausgewiesenen Wege nicht verlassen. Weitere Hinweise zur Einreise und zu den Vorschriften findest du in unserem Artikel über den Urlaub mit Hund in Polen.

Sandstrand von Niechorze mit Steinbuhnen in der Ostsee
Am Strand von Niechorze reichen an mehreren Stellen Steinbuhnen ins Wasser.

Geschichte von Niechorze – Aus zwei Dörfern wird ein Seebad

Die Geschichte von Niechorze reicht bis ins Mittelalter zurück. Eine Quelle erwähnt bereits für das Jahr 1180 eine Siedlung am Liwia-Łuża-See. Der Ort ist eindeutig seit dem 14. Jahrhundert belegt, damals allerdings noch unter dem slawischen Namen Nansin. Ein genaues Gründungsjahr lässt sich deshalb nicht bestimmen.

Das heutige Niechorze entwickelte sich aus zwei Dörfern. Klein Horst lag direkt an der Küste und lebte vor allem vom Fischfang. Das weiter südlich am See gelegene Groß Horst war dagegen landwirtschaftlich geprägt. Über mehrere Jahrhunderte bestanden beide Orte nebeneinander.

Der Aufstieg zum Seebad

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte der Wandel zum Ferienort ein. Im Jahr 1866 wurde der Leuchtturm fertiggestellt, zwei Jahre später erhielt Klein Horst offiziell den Status eines Seebads. Schon 1889 kamen rund 700 Sommergäste. Weil die Unterkünfte nahe der Küste nicht mehr ausreichten, vermieteten schließlich auch die Bewohner von Groß Horst Zimmer an Urlauber.

Für weiteres Wachstum sorgte die Schmalspurbahn. Ab 1896 verband sie Niechorze mit dem heutigen Gryfice. 1913 wurde die Strecke über Pogorzelica bis nach Trzebiatów verlängert und bis 1923 stieg die Zahl der Urlauber auf ca. 3.000.

Für den Badebetrieb traten beide Dörfer bereits gemeinsam als Horst-Seebad auf. Verwaltungstechnisch wurden Klein Horst und Groß Horst jedoch erst 1936 vereinigt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs trug der Ort offiziell den Namen Ostseebad Horst.

Nach dem Krieg kam der Ort unter polnische Verwaltung und hieß zunächst Horzewo. Die deutsche Bevölkerung wurde daraufhin vertrieben, und polnische Bewohner siedelten sich an. Erst seit 1947 trägt er den Namen Niechorze. Der im Krieg beschädigte Leuchtturm wurde wiederaufgebaut und nahm 1948 seinen Betrieb wieder auf.

Im Jahr 1994 eröffnete das Fischereimuseum. Die Initiative dazu kam von einem ehemaligen Fischer und weiteren Einwohnern des Ortes. Viele der ersten Ausstellungsstücke stammten von örtlichen Fischern und aus der maritimen Sammlung der Schule.