Rowy – Ostseeurlaub am Slowinzischen Nationalpark

Rowy (deutsch: Rowe) liegt an der mittleren polnischen Ostseeküste, am Küstenabschnitt zwischen Ustka und Leba. Der kleine Badeort befindet sich an der Mündung der Łupawa, die den Gardno-See mit der Ostsee verbindet. Rund um den Hafen liegen der alte Ortskern, die Kirche und die zentralen Strandzugänge. Direkt östlich der letzten Häuser beginnt der Slowinzische Nationalpark.

Im Juli und August sind die wenigen Straßen zwischen Hafen und Strand gut gefüllt. Dort liegen die meisten Restaurants, Eisdielen und kleinen Geschäfte. Am Ortsrand ändert sich das Bild jedoch schnell. Westlich des Ortes zieht sich der Strand Richtung Dębina, östlich beginnt die geschützte Küste des Nationalparks. Von Rowy führen außerdem Rad- und Wanderwege am Gardno-See entlang und durch den Nationalpark.

Auf dieser Seite findest du eine Auswahl an Unterkünften und Restaurants sowie konkrete Tipps für Strand, Nationalpark und Ausflüge. Hinzu kommen praktische Hinweise zu Anreise, Parken, Einkaufen und Urlaub mit Hund.

Strand und Dünen bei Rowy im Abendlicht
Abendlicht über dem Strand von Rowy.

Unterkünfte in Rowy

Hotels in Rowy

Kormoran MediSpa – Wellnesshotel nahe Hafen und Strand

Das Kormoran MediSpa ist unsere erste Empfehlung für einen Hotelurlaub in Rowy. Das Hotel liegt rund 400 Meter vom Strand und nur wenige Gehminuten von Hafen, Kirche und Ortszentrum entfernt.

Seine eigentliche Stärke liegt im Wellnessbereich. Zum Hotel gehören ein Innenpool, ein Whirlpool sowie eine finnische Sauna, ein Dampfbad und eine Infrarotsauna. Darüber hinaus bietet die medizinische Abteilung unter anderem Moorpackungen, Inhalationen und Anwendungen aus der Hydrotherapie an. Einige Arrangements verbinden die Übernachtung direkt mit Behandlungen.

Das Frühstück würden wir hier dazubuchen. Neben warmen Speisen stehen regionale Produkte, frisches Obst und verschiedene vegetarische sowie glutenfreie Angebote auf dem Buffet. Die Zimmer sind eher klassisch als modern eingerichtet, wobei du zwischen einfachen Economy-Zimmern, größeren Doppelzimmern, Familienzimmern und Suiten wählen kannst. Hunde sind gegen Aufpreis erlaubt. Der überwachte Parkplatz kostet bei einigen Tarifen ebenfalls extra.

Columbus Rowy – Familienhotel direkt am Strandzugang

Beim Columbus Rowy dreht sich vieles um den Urlaub mit Kindern. Das Hotel steht zwischen Kiefern und Dünen am östlichen Ortsrand. Bis zum Strandzugang sind es nur rund 70 Meter.

Statt klassischer Doppelzimmer bietet das Columbus vor allem Suiten, Studios und Apartments mit Platz für drei bis sechs Personen. Einige Unterkünfte besitzen getrennte Schlafräume oder große Terrassen. Auf dem umzäunten Gelände liegen ein Kinderclub, mehrere Spielbereiche, ein Minigolfplatz und Sportplätze. Im Sommer kommen ein Außenpool und ein umfangreiches Animationsprogramm hinzu.

Auch die Verpflegung ist stärker auf einen längeren Familienurlaub als auf eine reine Übernachtung ausgerichtet. Im Restaurant werden Frühstück, Mittagessen und Abendessen als Buffets angeboten. Morgens werden unter anderem Omeletts, Pfannkuchen und Spiegeleier frisch zubereitet. Das Columbus passt daher vor allem, wenn du Strandnähe, Verpflegung und viele Beschäftigungsmöglichkeiten direkt an der Unterkunft verbinden möchtest.

Ferienwohnungen und Ferienhäuser in Rowy

Bei den Ferienwohnungen ist die Auswahl deutlich größer als bei den Hotels. Unsere Empfehlungen decken deshalb verschiedene Schwerpunkte ab: kurze Wege zum Strand, zusätzlichen Komfort mit Pool oder ein eigenes Ferienhaus mit Terrasse.

Apartamenty Amadeus Mare – moderne Wohnungen an der Łupawa

Die Apartamenty Amadeus Mare liegen am östlichen Ortsrand zwischen der Łupawa und dem Nationalpark. Bis zum Oststrand gehst du ungefähr drei Minuten. Zur Auswahl stehen Wohnungen mit einem oder zwei Schlafzimmern für bis zu sechs Personen. Einige Balkone und Terrassen blicken auf den Fluss.

Alle Apartments sind klimatisiert und besitzen eine Küchenzeile mit Geschirrspüler. Dadurch eignen sie sich auch für einen längeren Aufenthalt als Selbstversorger. Einen Parkplatz gibt es am Haus, allerdings ist die Zahl der Stellplätze begrenzt. Lass dir den Parkplatz daher am besten zusammen mit der Buchung bestätigen.

Villa Kliwer – nur wenige Schritte vom Strand entfernt

Kaum eine Ferienwohnung in Rowy liegt näher am Meer als die Villa Kliwer. Das Haus steht in der ul. Plażowa, rund 50 Meter vom Strandzugang entfernt. Auch Hafen, Restaurants und Geschäfte liegen in der unmittelbaren Umgebung.

Die Studios und Apartments verfügen über eine eigene Küchenzeile. Je nach Kategorie buchst du einen offenen Wohn- und Schlafbereich oder eine größere Wohnung mit separatem Schlafzimmer. Die Villa Kliwer ist daher eine gute Adresse, wenn du zentral wohnen und weder für den Strand noch für das Abendessen lange Wege zurücklegen möchtest.

Rosa Style – Apartments mit beheiztem Außenpool

Das Rosa Style verbindet die Freiheit einer Ferienwohnung mit einigen Leistungen eines kleinen Hotels. In den klimatisierten Studios und Apartments findest du eine Küchenzeile sowie einen Balkon oder eine Terrasse. Zum Strand sind es nur ca. 500 Meter. Der zentrale Bereich von Rowy beginnt bereits nach wenigen Gehminuten.

Im Garten liegt ein beheizter Außenpool, der während der Sommersaison geöffnet ist. Außerdem gehören eine Sauna, Spielbereiche und kostenlos ausleihbare Fahrräder zur Anlage. Frühstück kannst du dazubuchen. Gerade das Buffet ist einer der Gründe, weshalb wir das Rosa Style einer gewöhnlichen Ferienwohnung vorziehen würden.

Domki Letniskowe Korsarz – Ferienhäuser mit Pool und Spielplatz

Bei den Domki Letniskowe Korsarz wohnst du in einem eigenen kleinen Holzhaus mit zwei Schlafzimmern, Wohnbereich, Küchenzeile und überdachter Terrasse. Die Häuser bieten Platz für bis zu sechs Personen und stehen rund 1,1 Kilometer vom Strand entfernt.

Auf dem Gelände gibt es einen saisonalen Außenpool, einen Spielplatz und eine gemeinsame Grillstelle. Ein Parkplatz gehört ebenfalls zur Unterkunft. Die Häuser sind einfacher eingerichtet als die Apartments von Amadeus Mare oder Rosa Style, bieten dafür jedoch mehr Platz im Freien.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Rowy

Strand, Fischerhafen, Kirche und Nationalparkmuseum liegen direkt im Ort. Für Wanderungen und Radtouren beginnen die ausgeschilderten Wege am östlichen und westlichen Ortsrand.

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Weitere Informationen
Rowy – Strand und Natur an der polnischen Ostsee. Entdecke den kleinen Küstenort am Rande des Słowiński-Nationalparks.

Strand und Fischerhafen

Die Łupawa teilt den Strand von Rowy in einen westlichen und einen östlichen Abschnitt. Westlich der Flussmündung liegen mehrere bewachte Badebereiche mit kurzen Wegen zu Restaurants, Geschäften und Unterkünften. Im Sommer verteilen sich die Badegäste auf mehrere Strandzugänge, sodass sich ein paar Schritte abseits des Zentrums meist noch genügend Platz finden lässt.

Sandstrand von Rowy mit Rettungsturm und Küstenwald
Hinter dem Strand von Rowy beginnen die Dünen und der Küstenwald.

Am Oststrand reicht die Bebauung bis an die Grenze des Slowinzischen Nationalparks. Hinter den letzten Strandzugängen beginnt ein unbebauter Küstenabschnitt, der sich kilometerweit nach Osten zieht. Dort fehlen allerdings Strandbars, Toiletten und bewachte Badebereiche. Nimm deshalb Wasser und alles Weitere mit, wenn du länger in diese Richtung laufen möchtest.

Sonnenuntergang mit Blick auf die polnische Ostsee
Die Molen an der Łupawa-Mündung gehören zu den schönsten Plätzen für den Sonnenuntergang in Rowy.

Zwischen beiden Stränden mündet die Łupawa in die Ostsee. An ihrem Unterlauf liegt der kleine Fischerhafen von Rowy, in dem noch immer Fischerboote festmachen. Von den Hafenmauern blickst du auf die Flussmündung und die beiden Strandseiten.

Wandern im Slowinzischen Nationalpark

Direkt am östlichen Ortsrand beginnt eine der längeren Rundwanderungen des Slowinzischen Nationalparks. Der grün markierte Weg führt von Rowy zum kleinen Dołgie-See, anschließend durch den Küstenwald zur Ostsee und am Strand zurück in den Ort. Die vollständige Runde ist 16,4 Kilometer lang. Dafür solltest du einen guten halben Tag und ausreichend Trinkwasser einplanen.

Eine kürzere Variante ist auf demselben Weg möglich. Du kannst vom Ortsrand bis zum Dołgie Małe laufen und anschließend nach Rowy zurückkehren. Im Nationalpark darfst du die markierten Wege nicht verlassen. Außerdem benötigst du vom 1. Mai bis zum 30. September für die ausgeschilderte Rundstrecke ein Eintrittsticket für den Nationalpark.

Nationalparkmuseum und Dorfkirche

In der Filiale des Nationalparkmuseums an der ul. Parkowa 1 geht es um die Landschaft rund um Rowy. Die Ausstellung erklärt, wie Wasser, Wald, Sand und Wind die Küste verändern und welche Tiere und Pflanzen im Nationalpark leben. Vom 1. Mai bis zum 30. September öffnet das Museum täglich von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet derzeit 8 PLN, ermäßigt 4 PLN. Außerhalb dieses Zeitraums ist ein Besuch nur im Rahmen vorab vereinbarter Bildungsangebote möglich.

Die Kirche der Apostel Petrus und Paulus steht wenige Gehminuten entfernt im alten Teil von Rowy. Der heutige Bau entstand zwischen 1844 und 1849 aus behauenen Findlingen. In der Außenwand fällt ein dunkler Stein auf, der nach einer örtlichen Legende vor einem Wetterumschwung feucht werden soll.

Rowy mit dem Fahrrad erkunden

Westlich von Rowy verläuft der Ostseeküstenradweg R10 durch den Küstenwald nach Dębina und Poddąbie. Bis Dębina sind es ungefähr sieben Kilometer. Verlängerst du die Tour bis Ustka, kommen für Hin- und Rückweg rund 40 Kilometer zusammen. Die Strecke führt teilweise über Wald- und Schotterwege, weshalb ein Trekkingrad oder E-Bike besser passt als ein Rennrad.

Auch im Slowinzischen Nationalpark darfst du auf den freigegebenen Wegen Rad fahren. Allerdings bestehen die Strecken dort teilweise aus sandigem Untergrund. Eine Tour solltest du deshalb anhand der aktuellen Parkkarte planen und nicht allein nach der kürzesten Verbindung auf dem Smartphone.

Paddeln und Wassersport

An der ul. Rybacka kannst du Kajaks, Ruderboote und Tretboote für eine kurze Fahrt auf der Łupawa ausleihen. Der ausgeschilderte Kajakweg verläuft vom Gardno-See durch den unteren Flussabschnitt bis nach Rowy. Für anspruchsvollere Touren auf der Łupawa solltest du einen Veranstalter wählen, der neben den Booten auch den Transport organisiert. Der Fluss hat weiter im Landesinneren schnelle und technisch schwierigere Abschnitte.

Zum Windsurfen, Segeln und Stand-up-Paddling eignet sich der freigegebene südöstliche Bereich des Gardno-Sees. Das Surfcamp Gardno verleiht dort Ausrüstung und bietet Kurse an. Von Rowy liegt das Camp zwar auf der gegenüberliegenden Seeseite, mit dem Auto musst du den Gardno-See jedoch über Gardna Wielka umrunden.

Kleine Freizeitangebote in Rowy

An der ul. Bałtycka 4 öffnet in der Saison der Gigapark Rowy. Der Freiluftpark besteht aus großen Hüpfburgen, Rutschen, Trampolinen und aufblasbaren Hindernisbahnen. Begleitende Erwachsene benötigen kein eigenes Ticket.

An der Bałtycka gibt es außerdem eine Minigolfanlage sowie das Mario’s Center mit Spielautomaten und kleinen Fahrgeschäften. Diese Angebote arbeiten saisonabhängig und veröffentlichen ihre Öffnungszeiten nicht immer langfristig. Vor Ort erkennst du daher am zuverlässigsten, welche Anlagen gerade geöffnet sind.

Ausflüge rund um Rowy

Bei Zielen östlich und südlich von Rowy bestimmt der Gardno-See die Fahrstrecke. Czołpino, Kluki und Smołdzino liegen auf der Karte nah, sind mit dem Auto aber erst nach einer Fahrt um den See erreichbar. Für diese Ziele solltest du deshalb jeweils einen halben oder ganzen Tag einplanen.

Czołpino – Leuchtturm, Wanderdüne und Ostseestrand

Wenn du nur einen größeren Naturausflug unternimmst, ist Czołpino die nähere Wahl. Dort verbindet ein knapp acht Kilometer langer Rundweg den Leuchtturm, die ehemalige Siedlung der Leuchtturmwärter, die Czołpińska-Wanderdüne und den Ostseestrand.

Ausgangspunkt ist einer der ausgeschilderten Parkplätze bei Czołpino. Der blaue Weg führt durch den Wald zum 25 Meter hohen Leuchtturm, der auf einer bewaldeten Düne steht. Von seiner Galerie blickst du über die Ostsee, den Gardno-See und die Dünenlandschaft des Nationalparks. In der restaurierten Leuchtturmwärtersiedlung befindet sich außerdem das zentrale Museum des Parks.

Für Leuchtturm, Museum und Parkeintritt gibt es ein gemeinsames Ticket. Die aktuellen Öffnungszeiten und weitere Hinweise findest du in unserem Reiseführer zum Slowinzischen Nationalpark und auf der Website des Nationalparks.

Łącka-Wanderdüne und Łeba

Die Łącka-Wanderdüne ist das bekannteste Ziel im Slowinzischen Nationalpark. Je nach Verteilung des Sandes erreicht sie etwa 30 bis 42 Meter Höhe. Rund um die Düne erstreckt sich das größte zusammenhängende Wanderdünengebiet an der polnischen Ostsee. Wind treibt den Sand jedes Jahr mehrere Meter weiter nach Osten und begräbt dabei Teile des angrenzenden Waldes.

Łącka-Wanderdüne bei Łeba mit Blick auf die Ostsee
Markierte Wege führen durch die offene Landschaft der Łącka-Wanderdüne.

Der Zugang beginnt in Rąbka am westlichen Stadtrand von Łeba. Zu Fuß führt eine gut 15 Kilometer lange Rundstrecke über die ehemalige Raketenstation zur Düne und am Ostseestrand zurück. In der Saison fahren außerdem Elektrofahrzeuge bis zur Raketenstation. Die letzten Kilometer zur Łącka-Düne legst du zu Fuß zurück. Alternativ kannst du einen großen Teil der Strecke mit dem Fahrrad fahren.

Von Rowy sind es über die Straße rund 62 Kilometer, weil du den Nationalpark und die Seen südlich umfahren musst. Für die einfache Fahrt solltest du ungefähr eine Stunde und zwanzig Minuten rechnen. Plane deshalb einen ganzen Tag ein und verbinde die Wanderdüne anschließend mit dem Hafen oder dem Zentrum von Łeba.

Wanderdünen im Slowinzischen Nationalpark zwischen Wald und Ostsee
Von den Wanderdünen reicht der Blick über Wald und Sand bis zur Ostsee.

Kluki und Rowokół – Freilichtmuseum und Aussicht über den Nationalpark

Im Freilichtmuseum von Kluki stehen originale Wohnhäuser, Scheunen und Werkstätten der Slowinzen. Die Ausstellungen zeigen, wie die Bewohner zwischen Łebsko-See, Mooren und Ostsee von Fischfang, Landwirtschaft und Handwerk lebten. Besonders interessant sind die Veranstaltungstage, an denen in den historischen Höfen Brot gebacken, Netze geknüpft und alte Handwerkstechniken vorgeführt werden.

Reetgedecktes Fachwerkhaus im Freilichtmuseum Kluki
Historische Häuser in Kluki zeigen das frühere Leben der Slowinzen.

Von Juni bis August öffnet das Museum der Slowinzischen Dörfer regulär dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Montags ist ein kürzerer Besuch zwischen 10 und 13 Uhr möglich. Im Frühjahr und Herbst gelten kürzere Zeiten, von Dezember bis Ende Januar bleibt das Museum geschlossen.

Aussichtsturm auf dem Rowokół im Slowinzischen Nationalpark
Der Aussichtsturm steht auf dem 115 Meter hohen Rowokół bei Smołdzino.

Kluki lässt sich mit dem Aussichtsturm auf dem Rowokół verbinden. Der bewaldete Hügel erhebt sich bei Smołdzino 115 Meter über die Umgebung. Vom Parkplatz führt ein etwa einen Kilometer langer, ansteigender Weg zum Gipfel. Oben reicht der Blick über den Gardno-See, den Łebsko-See und weite Teile des Nationalparks. Der Turm ist gewöhnlich von Mai bis September geöffnet.

Ustka – Hafen, Leuchtturm und Promenade

Rund 20 Kilometer westlich von Rowy liegt Ustka. Der Ausflug lohnt sich vor allem für den Hafen, das Kurviertel und die Museen.

Am besten beginnst du am Hafen. Auf der östlichen Seite stehen der Leuchtturm und die Ustka-Meerjungfrau, dahinter folgen Promenade und Kurviertel. In den Straßen am Hafen sind außerdem mehrere alte Fischer- und Kapitänshäuser erhalten. Auf der westlichen Hafenseite kannst du die Bunker der ehemaligen Blücher-Batterie besichtigen. Für Hafen, Promenade und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reicht ein halber Tag. Mit einem Museumsbesuch oder einem längeren Spaziergang am Strand wird daraus ein Tagesausflug.

Słupsk – Schloss und Witkacy-Sammlung

Słupsk liegt ungefähr 30 Kilometer südlich von Rowy. Im Zentrum stehen das Schloss der Pommerschen Herzöge, die Schlossmühle und zwei historische Speicher dicht beieinander. Das Schloss zeigt Ausstellungen zur Geschichte der Stadt und zu den pommerschen Herzögen. Bei gutem Wetter ist im Sommer auch der Schlossturm zugänglich.

Im Weißen Speicher befindet sich die umfangreiche Sammlung mit Werken von Stanisław Ignacy Witkiewicz, besser bekannt als Witkacy. Seine ausdrucksstarken Porträts sind der wichtigste Grund, das Museum nicht nur wegen des Schlosses zu besuchen. Anschließend kannst du durch die Innenstadt zum Rathaus, zur Marienkirche und zum Neuen Tor laufen.

Zoo Charlotta und Fokarium

Zwischen Ustka und Słupsk liegt die Dolina Charlotty mit Zoo, Fokarium und einer Märchenwelt. Im Fokarium leben Kegelrobben in drei großen Becken. Zu bestimmten Zeiten finden öffentliche Fütterungen und medizinische Trainingseinheiten statt.

Zum Gelände gehören außerdem ein Zoo, das mit Booten befahrene Wodne Zoo Safari und die Kraina Bajek mit Figuren aus bekannten Märchen. Da nicht alle Bereiche zu jeder Jahreszeit dieselben Öffnungszeiten haben, solltest du den Besuch auf der Website der Dolina Charlotty vorbereiten.

Restaurants in Rowy

Die meisten Restaurants in Rowy liegen rund um die Straßen Plażowa und Nadmorska sowie in der Nähe des kleinen Hafens. Fischrestaurants bestimmen das Angebot, doch inzwischen gibt es auch gute Adressen für Pizza, Burger und Frühstück. Viele Lokale öffnen saisonal, weshalb du außerhalb des Sommers die aktuellen Zeiten prüfen solltest.

Fisch und polnische Küche

Die Bosmańska Plaża an der ul. Nadmorska 3B öffnet bereits zum Frühstück. Neben Rührei und Schakschuka stehen später gebratener Fisch, hausgemachte Pierogi und einfache polnische Gerichte auf der Karte. Eine Besonderheit ist der selbst zubereitete Paprykarz – ein würziger Fischaufstrich, den du ebenso wie Hering und Lachstatar mitnehmen kannst. Welche Ostseefische angeboten werden, hängt vom aktuellen Fang ab.

Wenn du vor allem guten Fisch und eine große Portion suchst, ist Ryba na Widelcu an der ul. Plażowa 5P eine der zuverlässigsten Adressen im Ort. Neben gebratenem Fisch gibt es Suppen, Fleischgerichte und üppige Beilagen. Bestellt wird am Tresen, anschließend nimmst du an einem der Tische Platz. Da die Portionen großzügig ausfallen, solltest du mit der Bestellung nicht zu hoch ansetzen.

Eine breitere Speisekarte bietet der Klipper an der ul. Plażowa 10. Dort bekommst du nicht nur klassisch gebratenen Dorsch, Flunder oder Heilbutt, sondern beispielsweise auch Dorsch mit Steinpilzsauce, Pierogi, Pizza und polnische Hausmannskost. Der Klipper ist deshalb eine gute Wahl, wenn nicht alle am Tisch Fisch essen möchten.

In Fischrestaurants wird der Preis häufig für 100 Gramm angegeben. Das tatsächliche Gewicht des Stücks bestimmt dann den Endpreis. Lass dir bei größeren Fischen deshalb vor der Zubereitung sagen, wie schwer die Portion ungefähr ist.

Pizza, Burger und Toasts

Für Pizza empfehlen wir die Pizzeria Francesca an der ul. Parkowa 3. Die Karte reicht von bekannten Klassikern bis zu etwas ungewöhnlicheren Kombinationen. Außerdem gibt es Calzone und mehrere vegetarische Varianten. Sitzplätze stehen sowohl innen als auch draußen zur Verfügung.

Red Burger Rowy konzentriert sich auf frisch zubereitete Burger mit Rindfleisch, verschiedenen Saucen und Pommes. Weil der Imbiss nur saisonal öffnet und nicht direkt an der zentralen Plażowa liegt, lohnt sich vor dem Weg ein kurzer Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten.

Für einen Toast und ein Getränk am Abend passt die Tościarnia Pub Rowy. Das kleine Lokal an der ul. Plażowa 5P ist keine Adresse für ein großes Abendessen, sondern für belegte, heiß überbackene Toasts, Bier oder einen Drink.

Praktische Tipps für deinen Urlaub in Rowy

Anreise mit Auto, Bahn und Bus

Von Berlin sind es mit dem Auto rund 400 Kilometer bis Rowy. Ohne längere Pausen dauert die Fahrt etwa viereinhalb bis fünf Stunden. An den Ferienwochenenden kann es besonders auf der S6 und den letzten Kilometern durch die Küstenorte länger dauern.

Rowy besitzt keinen Bahnhof. Mit der Bahn oder dem Fernbus fährst du deshalb zunächst nach Słupsk. FlixBus bietet direkte Verbindungen von Berlin an. Vom Verkehrsknotenpunkt in Słupsk fahren die PKS-Linien 201 und 305 nach Rowy. Während der Sommerferien ergänzen sich beide Linien zu einem dichten Takt, außerhalb der Saison gibt es jedoch deutlich weniger Verbindungen. Die aktuellen Abfahrten findest du bei PKS Słupsk.

Zwischen Rowy und Ustka verkehrt außerdem die Buslinie 300. Sie fährt über Dębina, Poddąbie und weitere Küstenorte, weshalb sie sich auch für Ausflüge ohne Auto eignet.

Parken in Rowy

Viele Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäuser bieten einen eigenen Stellplatz. Gerade im Juli und August ist das ein wichtiger Vorteil, denn die öffentlichen Parkflächen im Zentrum füllen sich schnell. Weitere Parkmöglichkeiten findest du unter anderem an der Bałtycka sowie im Bereich der Straßen Nadmorska und Kościelna. Ein Teil dieser Stellplätze ist während der Saison kostenpflichtig.

Für einen Tagesausflug solltest du nicht versuchen, möglichst nah an den zentralen Strandzugang heranzufahren. Die letzten Wege durch Rowy sind kurz, während die Straßen rund um den Hafen und die Plażowa im Sommer schnell voll werden.

Einkaufen und medizinische Versorgung

Für einen größeren Lebensmitteleinkauf gibt es an der ul. Bałtycka 4F einen Dino-Markt. Im Zentrum findest du außerdem kleinere Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und saisonale Verkaufsstände. Fisch bekommst du rund um den Hafen sowohl frisch als auch geräuchert.

Wenn du ein Ferienhaus für mehrere Personen beziehst und dich selbst versorgen möchtest, kannst du größere Einkäufe bereits unterwegs in Słupsk oder Ustka erledigen.

An der ul. Parkowa 3 gibt es einen Apothekenpunkt. Da die Öffnungszeiten saisonal wechseln können, solltest du sie vor dem Besuch prüfen.

Kurtaxe und Touristeninformation

Die Kurtaxe beträgt 2026 in Rowy 3 Złoty pro Person und angefangener Übernachtung. In der Regel wird sie direkt von der Unterkunft kassiert.

Die saisonale Touristeninformation befindet sich an der ul. Nadmorska 17. Sie öffnet im Juli und August montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr. Dort erhältst du Wanderkarten, Fahrpläne und Informationen zu Veranstaltungen.

Reisezeit und Saison

Im Juli und August sind die bewachten Strandabschnitte geöffnet, die Busverbindungen fahren häufiger und nahezu alle Restaurants sowie Freizeitangebote stehen zur Verfügung. Gleichzeitig sind Unterkünfte knapp und das Zentrum ist deutlich voller als im übrigen Jahr.

Im Frühling und Herbst eignet sich Rowy besonders für Wanderungen und Radtouren im Nationalpark. Allerdings öffnen dann nicht alle Restaurants täglich und auch die Busse fahren seltener. Im Winter bleibt der Nationalpark zugänglich, doch Rowy befindet sich klar in der Nebensaison. Viele Unterkünfte, Geschäfte und Lokale schließen für mehrere Monate.

Urlaub mit Hund

Der ausgewiesene Hundestrand liegt westlich des Ortes beim Strandzugang Nummer 8 in Richtung Dębina. An den bewachten Badeabschnitten sind Hunde dagegen nicht erlaubt.

Hund mit einem Stock am Strand der polnischen Ostsee
Mit Hund an den Strand – in Rowy ist dafür der Abschnitt am Zugang Nummer 8 ausgewiesen.

Im Slowinzischen Nationalpark darfst du deinen Hund angeleint auf ausgewiesene Wanderwege und Lehrpfade mitnehmen. Die zum Nationalpark gehörenden Strandabschnitte sind für Hunde jedoch gesperrt. Diese Trennung ist in Rowy besonders wichtig, weil unmittelbar östlich des Hafens bereits das Schutzgebiet beginnt. Weitere Hinweise findest du in unserem Artikel zum Urlaub mit Hund in Polen.

Geschichte von Rowy

Rowy wurde 1282 erstmals urkundlich erwähnt. Im Dokument erscheint der Ort noch unter dem Namen Roune. Damals diente die Siedlung als kleiner Hafen für Gardna Wielka. Fischfang prägte das Leben von Beginn an, und bereits im 14. Jahrhundert sind organisierte Heringsfänge vor Rowy belegt.

Über viele Jahrhunderte lebten hier Slowinzen, eine mit den Kaschuben verwandte Bevölkerungsgruppe. Ihre Sprache hielt sich in der Küstenregion besonders lange. Im Jahr 1799 wurde in der damaligen Kirche von Rowy zum letzten Mal eine Predigt auf Slowinzisch gehalten.

Auch Schiffbrüche gehörten zur Geschichte des Ortes. In der Kirchenchronik sind zwischen 1796 und 1936 mindestens 25 vor Rowy und Dębina gestrandete Segler und Schiffe verzeichnet. Die freiwilligen Seenotretter des Dorfes retteten in dieser Zeit 88 Menschen. An ihre Arbeit erinnert das ehemalige Rettungshaus mit dem Malteserkreuz nahe der Küste.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Badegäste nach Rowe, wie der Ort bis 1945 hieß. Später entdeckten auch Maler die abgeschiedene Landschaft. Der Expressionist Max Pechstein verbrachte von 1927 bis 1944 regelmäßig die Sommer im Dorf und malte Fischer, Boote sowie die Küste am Gardno-See. Neben ihm arbeiteten weitere Künstler zeitweise in Rowe, weshalb der Ort als kleine pommersche Künstlerkolonie bekannt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Ort den polnischen Namen Rowy und entwickelte sich schrittweise zum Ferienort. Seit der Gründung des Slowinzischen Nationalparks im Jahr 1967 grenzt das geschützte Gebiet unmittelbar an den Ort. Der kleine Fischereihafen blieb dennoch erhalten und wird bis heute genutzt.