Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Stettin
Die Sehenswürdigkeiten in Stettin machen die Stadt zu einem der vielseitigsten Ziele für einen Städtetrip in Polen. Einige historische Bauwerke blieben trotz der schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs erhalten. Später wurden mehrere Wahrzeichen rekonstruiert und andere Teile des Zentrums neu gestaltet. So entstand ein Stadtbild, das nicht von einer einzigen Epoche geprägt ist.
Für einen ersten Rundgang kannst du dem auf dem Boden markierten Roten Weg folgen. Er führt zu 42 Stationen und verbindet damit die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Stettins.
Der Rote Weg zu den Sehenswürdigkeiten in Stettin
Der Rote Weg ist ein guter Ausgangspunkt, wenn du Stettin zum ersten Mal besuchst. Die vollständige Runde ist sieben Kilometer lang und dauert ohne längere Innenbesichtigungen etwa drei Stunden. Dabei führt sie vom Hauptbahnhof zu 42 historischen Gebäuden, Plätzen und weiteren Sehenswürdigkeiten in Stettin.
Du folgst einer roten gestrichelten Linie auf dem Gehweg. Dabei markieren nummerierte Kreise die einzelnen Stationen, zu denen jeweils eine Informationstafel gehört. Zusätzlich bietet die kostenlose App Explore Szczecin Erläuterungen zu den Sehenswürdigkeiten. Einen gedruckten Begleiter mit Karte kannst du in den Touristinformationen kaufen.

Wenn du unterwegs das Schloss, Museen oder Kirchen besichtigst, wird aus der dreistündigen Runde schnell ein halber Tag. Du kannst allerdings auch nur einen Teil des Roten Weges nutzen und später wieder in die Route einsteigen.
Die Informationstafeln entlang des Roten Weges nennen nur kurze Angaben zu den einzelnen Stationen. Eine Stadtführung durch Stettin erklärt dagegen auch die historischen Zusammenhänge und ordnet die Stationen in die Stadtgeschichte ein.
Karte vom Roten Weg mit den Sehenswürdigkeiten in Stettin
Altstadt, Schloss und Jakobskathedrale
Rund um Schloss, Heumarkt und Jakobskathedrale stehen wiederaufgebaute Giebelhäuser, erhaltene mittelalterliche Bauten und neuere Architektur dicht nebeneinander.
Schloss der Pommerschen Herzöge
Das Schloss der Pommerschen Herzöge war über Jahrhunderte die Residenz der Greifen, die bis 1637 über das Herzogtum Pommern herrschten. Der erste steinerne Schlossbau entstand 1346 unter Herzog Barnim III. Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage zu einer repräsentativen Residenz der Renaissance mit fünf Flügeln und zwei Innenhöfen erweitert.
Sein heutiges Aussehen verdankt das Schloss größtenteils dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei diente eine Stadtansicht von Matthäus Merian aus dem Jahr 1652 als wichtige Vorlage. Die Arbeiten begannen 1958 und dauerten bis 1985.

Ausstellungen, Krypta und Aussicht
Im Nordflügel zeigt eine Dauerausstellung die Geschichte des Schlosses und der Greifendynastie. Zu sehen sind unter anderem die Große Pommernkarte des Kartografen Eilhard Lubinus, ein interaktiver Stammbaum sowie die Krypta mit 14 Sarkophagen pommerscher Herzöge. Die digitalen Inhalte stehen außerdem auf Deutsch zur Verfügung.
Mehr als 200 Stufen führen auf den Glockenturm. Von seiner Aussichtsplattform aus blickst du über die Dächer der Altstadt, die Oder und Teile des Hafens. Sehenswert ist außerdem die barocke Schlossuhr von 1693. Ihre Augen folgen dem Stundenzeiger, während im geöffneten Mund das Datum erscheint.

Wegen einer umfassenden Sanierung bleiben der Große und der Münzhof voraussichtlich bis zum Frühjahr 2028 geschlossen. Die Ausstellungen, der Glockenturm und die zugänglichen Schlossterrassen kannst du dennoch über ausgeschilderte Seiteneingänge besuchen.
Schloss der Pommerschen Herzöge
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr. Eintritt 30 PLN, ermäßigt 20 PLN.
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Eintritt 10 PLN, ermäßigt 7 PLN.
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr. Eintritt 10 PLN, ermäßigt 7 PLN.
Jakobskathedrale
Die Jakobskathedrale ist mit ihrem 110 Meter hohen Turm aus vielen Teilen Stettins sichtbar. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1187 zurück, als der Bamberger Kaufmann Beringer an dieser Stelle eine Kirche stiftete. Aus dem ersten Bauwerk entwickelte sich über mehrere Jahrhunderte hinweg die heutige gotische Backsteinkirche.

Bei den Luftangriffen von 1944 wurden große Teile der Kathedrale und ihrer Ausstattung zerstört. Zuvor hatte man die große Köckeritz-Glocke zum Schutz in der nördlichen Vorhalle eingemauert. Dieses Versteck bewahrte sie vor der Zerstörung. Bereits 1946 wurde die Ummauerung wieder geöffnet. Ihre markante Turmspitze erhielt die Kathedrale dagegen erst 2008 zurück.
Im Inneren verteilen sich 19 Kapellen entlang der Seitenschiffe. Mehrere mittelalterliche Kunstwerke stammen aus anderen Kirchen der Region, darunter der aus gotischen Reliefs zusammengesetzte Flügelaltar in der Sakramentskapelle.

Über dem Hauptschiff hängen außerdem die großen Konzertorgeln mit 4.743 Pfeifen. Der deutsche Komponist Carl Loewe wirkte von 1820 bis 1866 als Organist und Kantor an der Kirche. Eine Gedenktafel im Kirchenraum erinnert an ihn.
Mit dem Aufzug erreichst du die Aussichtsplattform in etwa 56 Metern Höhe. Von dort siehst du die Altstadt, das Schloss, die Oder, die Lastadie und bei klarer Sicht bis zum Dammschen See.
Jakobskathedrale
Der Kirchenraum kann kostenlos besichtigt werden. Während der Gottesdienste solltest du auf eine Besichtigung verzichten.
Montag bis Freitag von 10:00 bis 19:00 Uhr, am Wochenende von 10:00 bis 20:00 Uhr.
18 PLN, ermäßigt 10 PLN. Kinder bis einschließlich fünf Jahre haben freien Eintritt.
Heumarkt und Altes Rathaus
Der wiederaufgebaute Heumarkt
Der Heumarkt, auf Polnisch Rynek Sienny, gehörte bereits im mittelalterlichen Stettin zu den zentralen Handelsplätzen. Seinen Namen erhielt er durch den Verkauf von Heu und anderen landwirtschaftlichen Waren. Heute bilden farbige Giebelhäuser den Rahmen für Restaurants, Cafés und kleinere Veranstaltungen.

Das historische Aussehen des Platzes ist allerdings größtenteils rekonstruiert, denn das Unterstadtviertel wurde im Zweiten Weltkrieg zu etwa 90 Prozent zerstört. Die heutigen Häuser entstanden überwiegend zwischen 2002 und 2009. Dabei orientieren sich ihre Fassaden an alten Fotografien und Stadtansichten. Hinter ihnen befinden sich jedoch moderne Gebäude.
Museum und gotische Kellergewölbe
Das Alte Rathaus zeigt seine wechselvolle Geschichte an den beiden unterschiedlich gestalteten Giebelseiten. Der Kern des Gebäudes stammt aus dem 15. Jahrhundert. Nach den brandenburgischen Belagerungen im 17. Jahrhundert wurde es barock umgebaut. Beim Wiederaufbau von 1967 bis 1974 rekonstruierte man auf der einen Seite den gotischen und auf der anderen den barocken Giebel.

Seit 1975 beherbergt das Rathaus das Museum zur Geschichte Stettins. Die Ausstellung beginnt bei den frühesten archäologischen Funden und führt durch die Zeit der pommerschen Herzöge, die schwedische und preußische Herrschaft sowie das deutsche Stettin bis in die polnische Nachkriegszeit. Dabei wird besonders anschaulich, warum die heutige Altstadt anders aussieht als die historischen Zentren vieler anderer ehemaliger Hansestädte.
Unter dem Museum liegen die spätgotischen Kellergewölbe des Rathauses. Sie gehören zu den wertvollsten erhaltenen gotischen Innenräumen Westpommerns. Heute befindet sich darin die Restaurantbrauerei Wyszak, die ihr Bier direkt vor Ort braut. Für einen Blick in die Gewölbe brauchst du daher kein Museumsticket, sondern kannst sie bei einem Essen oder Getränk im Restaurant ansehen.
Museum zur Geschichte Stettins
Di und So 10:00–16:00 Uhr, Mi bis Sa 10:00–18:00 Uhr, montags geschlossen
20 PLN, ermäßigt 12 PLN. Samstags ist die Dauerausstellung kostenlos.
Die Ausstellung im Erdgeschoss ist zugänglich. In die oberen Etagen führt kein Aufzug.
Loitzenhaus – das ehemalige Bankhaus der Familie Loitz
Das orangefarbene Loitzenhaus steht wenige Schritte vom Schloss entfernt und gehört zu den wenigen rekonstruierten Bürgerhäusern der Stettiner Altstadt. Errichtet wurde es 1547 für die Familie Loitz, die mit Salz und Heringen handelte und eines der bedeutendsten Bankhäuser im Ostseeraum führte.
Zu ihren Schuldnern gehörten der brandenburgische Kurfürst Joachim II. und der polnische König Sigismund II. August. Nachdem große Kredite nicht zurückgezahlt worden waren, brach das Bankhaus 1572 zusammen. Die Familie verließ daraufhin heimlich Stettin und floh nach Polen.

Am Gebäude fallen besonders die spätgotischen Verzierungen und die schräg angeordneten Fenster des Treppenhauses auf. An der Fassade befindet sich außerdem eine Kopie des Reliefs der Bekehrung Sauls. Das Original wird im Nationalmuseum Stettin aufbewahrt. Heute nutzt ein staatliches Kunstgymnasium das Haus. Daher kannst du es normalerweise nur von außen ansehen. Einblicke in die Werkstätten und die historischen Räume gibt es gelegentlich bei Veranstaltungen wie der Langen Nacht der Museen.
St.-Johannes-Evangelist-Kirche
Südlich der Jakobskathedrale steht die St.-Johannes-Evangelist-Kirche, eines der ältesten gotischen Bauwerke Stettins. Herzog Barnim I. ließ hier 1240 für die neu angekommenen Franziskaner eine Kirche und ein Kloster errichten. Der heutige dreischiffige Backsteinbau entstand größtenteils im 14. Jahrhundert.
Anders als viele große Kirchen besitzt das ehemalige Franziskanerkloster keinen hohen Turm. Über dem Dach sitzt lediglich ein kleiner Dachreiter mit einer Glocke. Die siebenseitige Apsis soll in ihrer Form an das Heilige Grab in Jerusalem erinnern. Bei Arbeiten am Dach wurden außerdem Balken aus dem Jahr 1368 entdeckt, an denen noch mittelalterliche Zimmermannszeichen erhalten sind.

Im Inneren findest du die einzigen erhaltenen Reste mittelalterlicher Wandmalereien in Stettin. Auf einem der Fragmente ist ein Knappe mit dem Stadtwappen zu erkennen. Sehenswert sind außerdem der Triumphbogen mit figürlichen Konsolen sowie mehrere Grabplatten aus dem 14. und 17. Jahrhundert.
Nach der Reformation verließen die Franziskaner die Stadt. Später diente die Kirche zeitweise als Lagerhaus und musste im 19. Jahrhundert wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Das Kloster wurde abgerissen, die Kirche blieb jedoch erhalten. Nach Kriegsschäden wurde sie restauriert und 1957 den Pallottinern übergeben.
Hakenterrassen, Oderufer und Lastadie
Hakenterrassen
Die Hakenterrassen, auf Polnisch Wały Chrobrego, sind eine 500 Meter lange Anlage am westlichen Oderufer. Ihre obere Promenade liegt rund 19 Meter über dem Fluss. Von dort blickst du über die Oder, die Hafenbecken und die gegenüberliegende Lastadie.
Entstanden sind die Terrassen auf dem Gelände des abgetragenen Forts Leopold. Oberbürgermeister Hermann Haken gab den Anstoß für den Bau, den Stadtbaurat Wilhelm Meyer-Schwartau plante. Die zentrale Anlage mit Aussichtsterrassen, Pavillons und Freitreppen wurde zwischen 1902 und 1907 errichtet. Die umliegenden Gebäude kamen schrittweise hinzu, sodass das gesamte Ensemble erst 1921 vollendet war.

In der Mitte steht das heutige Nationalmuseum, in dem sich auch das Teatr Współczesny befindet. An den Seiten schließen sich die Gebäude der Maritimen Universität und der westpommerschen Woiwodschaftsverwaltung an. Die symmetrischen Treppen führen von der oberen Promenade zum Passagierkai hinunter. Dabei kommst du an der Brunnenanlage und der Skulptur vorbei, die Herkules im Kampf mit einem Kentauren zeigt.
Am eindrucksvollsten wirkt das Ensemble vom gegenüberliegenden Oderufer. Erst aus dieser Entfernung wird sichtbar, wie die Terrassen, Treppen und großen öffentlichen Gebäude zu einer gemeinsamen Stadtansicht zusammengefügt wurden.
Lange Brücke und Piastenboulevard
Die Lange Brücke, auf Polnisch Most Długi, führt vom Rand der Altstadt über die Westoder auf die Lastadie. Eine Brücke an dieser Stelle wird bereits 1283 erwähnt. Sie war damals die wichtigste Verbindung zu den Lagerplätzen und Speichern auf der Insel. Schiffe mussten vor der niedrigen Brücke anhalten und ihre Waren in Stettin umladen oder an örtliche Kaufleute verkaufen.

1903 ersetzte die Stadt die mittelalterliche Holzkonstruktion durch eine stählerne Klappbrücke, die den Namen Hansabrücke erhielt. Nach ihrer Zerstörung im Jahr 1945 wurde sie Ende der 1950er-Jahre auf den vorhandenen Pfeilern wiederaufgebaut. Bis zum Jahr 2000 ließ sich die Brücke noch öffnen. Anschließend wurde der Klappmechanismus bei einer Sanierung dauerhaft verschlossen.
Direkt an der Brücke beginnt der Piastenboulevard, der am westlichen Oderufer in Richtung Hakenterrassen verläuft. In die lange Stützmauer sind 42 Reliefs der „Maritimen Chronik Stettins“ eingelassen. Sie zeigen Motive aus der Geschichte der Werften, des Hafens, der Seefahrt und der Fischerei. Treppen und Sitzstufen führen stellenweise bis dicht ans Wasser, während auf der gegenüberliegenden Seite die Speicher und Neubauten der Lastadie zu sehen sind.

Lastadie – Hafenkräne und neues Oderufer
Über die Lange Brücke erreichst du die Lastadie, auf Polnisch Łasztownia. Die Insel diente über Jahrhunderte als Lager- und Umschlagplatz des Stettiner Hafens. Zwischen erhaltenen Speicher- und Industriegebäuden entstanden inzwischen breite Uferwege, Veranstaltungsflächen und das Maritime Wissenschaftszentrum.
Am nördlichen Teil des Altstadtkais stehen drei Hafenkräne aus dem Jahr 1929. Wegen ihrer langen Ausleger werden sie Dźwigozaury, also „Kranosaurier“, genannt. Seit 2018 sind die Kräne dauerhaft beleuchtet und fallen nach Einbruch der Dunkelheit auch vom gegenüberliegenden Oderufer sofort ins Auge.
Für einen Rundgang folgst du der Promenade von der Langen Brücke am grünen Schriftzug „SZCZECIN“ vorbei zu den Kränen. Dahinter steht das schiffsförmige Maritime Wissenschaftszentrum mit interaktiver Ausstellung und Planetarium. Über eine Fußgängerbrücke gelangst du anschließend auf die Grodzka-Insel.

Im Sommer öffnen auf der Lastadie außerdem der Food Port und ein saisonaler Freizeitpark. Wir würden den Inselrundgang deshalb eher auf den späten Nachmittag legen. Dann kannst du am Wasser essen und auf dem Rückweg die beleuchteten Kräne sehen. Mit etwas Glück zieht dabei sogar der Geruch der nahe gelegenen Schokoladenfabrik über die Promenade.
Moderne Architektur am Solidarność-Platz
Philharmonie Stettin
Die weiße Philharmonie gehört zu den auffälligsten modernen Gebäuden Stettins. Ihre schmalen Giebel erinnern je nach Blickwinkel an eine Reihe dicht stehender Häuser oder an eine Eislandschaft. Entworfen wurde sie vom Architekturbüro Barozzi Veiga aus Barcelona und 2014 am Standort des früheren Stettiner Konzerthauses eröffnet. Bereits 2015 erhielt der Bau den Mies-van-der-Rohe-Preis für zeitgenössische europäische Architektur.

Nach Einbruch der Dunkelheit kann die halbtransparente Fassade in verschiedenen Farben beleuchtet werden. Im Inneren gelangst du durch das weiße Foyer mit seinen verzweigten Treppen in den goldenen Symphoniesaal, der wegen seiner Wandgestaltung auch Sonnensaal genannt wird. Er bietet 953 Plätze. Außerdem gibt es einen kleineren Kammermusiksaal für 192 Personen.
Die etwa 40-minütige Führung umfasst beide Konzertsäle, das Foyer, die Ausstellungsbereiche und die Galerie auf Ebene vier. Dabei kannst du den goldenen Symphoniesaal auch unabhängig von einer Veranstaltung sehen.
Führungen werden je nach Saison an ausgewählten Tagen auf Deutsch, Englisch und Polnisch angeboten. Einzelbesucher müssen sich nicht vorher anmelden, benötigen aber ein Ticket. Die aktuellen Termine findest du im Veranstaltungskalender der Philharmonie. Allerdings können Proben und Veranstaltungen die Route kurzfristig verändern.
Dialogzentrum Przełomy und Solidarność-Platz
Direkt gegenüber der Philharmonie liegt das Dialogzentrum Przełomy fast vollständig unter dem Solidarność-Platz. Sein begehbares, ansteigendes Dach bildet einen Teil der Platzfläche. Dadurch wirkt das Gebäude von außen eher wie eine Verformung des Bodens als ein klassisches Museum. Entworfen wurde es von Robert Konieczny und seinem Büro KWK Promes. 2016 erhielt der Bau beim World Architecture Festival die Auszeichnung „World Building of the Year“.
Das Museum liegt an einem historischen Ort, denn bei den Protesten im Dezember 1970 kamen auf diesem Platz zwölf Menschen ums Leben. Daran erinnert heute der Freiheitsengel. Unter der Platzfläche zeigt das Museum die Geschichte Stettins und Westpommerns von 1939 bis 1989. Informationen zur Ausstellung, zu den Öffnungszeiten und zum Eintritt findest du in unserem Artikel über die Museen in Stettin.
Historische Kirchen, Stadttore und Denkmäler
Basilika St. Johannes der Täufer
Die Basilika St. Johannes der Täufer steht am Plac Zwycięstwa, wenige Schritte vom Berliner Tor entfernt. Anders als die mittelalterlichen Kirchen der Altstadt entstand sie erst zwischen 1888 und 1890. Damals war sie eine der ersten katholischen Kirchen, die in Pommern nach der Reformation neu gebaut wurden. Bis 1931 blieb sie sogar die einzige römisch-katholische Kirche in Stettin.

Der neugotische Backsteinbau wurde als dreischiffige Hallenkirche errichtet. Ein Detail an der Außenfassade wird leicht übersehen: An den Portalen und Gebäudeecken sitzen metallene Wasserspeier in Form geflügelter Drachen. Im Inneren sind noch einzelne Teile der ursprünglichen Ausstattung erhalten. Dazu gehören Stücke im Querhaus und drei eiserne Glocken aus einer Bochumer Gießerei.
Nach schweren Kriegsschäden wurde die Kirche wiederaufgebaut. Am 6. Mai 1945 fand hier der erste katholische Gottesdienst im Nachkriegsstettin statt. Eine zweisprachige polnisch-deutsche Gedenktafel erinnert außerdem an katholische Geistliche aus Stettin, die 1942 von der Gestapo verhaftet und später ermordet wurden. Seit 2008 trägt die Kirche den Rang einer Basilica minor.
St.-Peter-und-Paul-Kirche
Die St.-Peter-und-Paul-Kirche gilt als älteste Kirche Stettins. Ihre Geschichte begann 1124 mit einer hölzernen Kirche, die während der Missionsreise Ottos von Bamberg errichtet wurde. Der heutige Backsteinbau ist allerdings deutlich jünger. Er entstand zwischen 1425 und 1440 und gehört zu den bedeutenden spätgotischen Kirchen Westpommerns.

Bevor du hineingehst, lohnt sich ein Rundgang um die Außenfassade. Dort sitzen kleine Terrakottaköpfe, deren Gesichter vermutlich mittelalterliche Einwohner Stettins darstellen. Besonders ungewöhnlich ist außerdem die alte Almosennische an der Nordseite. Ihre Steinreliefs zeigen die Apostel Petrus und Paulus.
Im Inneren fällt vor allem die bemalte Holzdecke auf. Sie ersetzte nach schweren Schäden im 17. Jahrhundert die früheren Gewölbe. Das große Deckengemälde von Philipp Ernst Eichner zeigt unter anderem die ägyptischen Plagen, eine Vision des Propheten Ezechiel sowie das Lamm auf dem Berg Zion. Hinzu kommen alte Grabplatten, barocke Leuchter und ein Gemälde der Auferstehung Christi.
Der Innenraum ist außerhalb der Gottesdienste nicht zuverlässig geöffnet. Häufig kannst du jedoch wenigstens durch den Vorraum hineinsehen. In der Nähe stehen außerdem die sogenannten Professorenhäuser. Sie gehörten einst zum Marienstift und dienten später Professoren des herzoglichen Pädagogiums als Wohnhäuser.
Königstor & Berliner Tor – Barocktore der preußischen Festung
Vom barocken Festungsring Stettins sind nur das Königstor und das Berliner Tor erhalten geblieben. Beide entstanden in den 1720er-Jahren nach Plänen des Festungsbaumeisters Gerhard Cornelius von Walrave. Sie sicherten die damaligen Zufahrten zur Stadt und demonstrierten mit ihren aufwendigen Reliefs zugleich die Macht des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I.
Das Königstor steht zwischen der Philharmonie und dem Solidarność-Platz. Ursprünglich hieß es Anklamer Tor. Seinen heutigen Namen erhielt es allerdings erst nach einem Besuch Friedrich Wilhelms IV. im Jahr 1841. Über dem Durchgang erkennst du den preußischen Adler, eine goldene Krone sowie die Figuren von Mars und Herkules. Im Tor befindet sich heute die Pijalnia Czekolady E.Wedel, ein Café für Trinkschokolade, Kuchen und Desserts.
Das frühere Berliner Tor heißt auf Polnisch heute Brama Portowa. Schau dir hier vor allem die Westfassade an: Über dem Durchgang zeigt ein Relief eine historische Ansicht Stettins, über der der Flussgott Viadrus liegt. Auf der gegenüberliegenden Seite erscheint das Monogramm Friedrich Wilhelms I. Im Tor befindet sich heute das Teatr Kameralny, ein kleines Theater mit rund 80 Plätzen.
Als Stettins Festungsanlagen ab 1873 abgetragen wurden, bewahrten Denkmalschützer beide Tore vor dem Abriss. Ihre oberen Schmuckelemente wurden 1942 zum Schutz vor Luftangriffen entfernt und im Arkoński-Wald versteckt. Seit 1957 sitzen sie wieder an ihrem ursprünglichen Platz.

Denkmal der Polnischen Tat
Das 22,5 Meter hohe Denkmal der Polnischen Tat steht am Übergang von den Jasne Błonia zum Kasprowicz-Park. Wenn du vom Rathaus über die große Grünanlage in Richtung Park gehst, läufst du direkt auf die drei bronzenen Adler zu. In Stettin wird das Monument daher auch als Denkmal der Drei Adler bezeichnet.
Entworfen wurde es von Gustaw Zemła und 1979 enthüllt. Das Denkmal stammt aus der Zeit der Volksrepublik Polen. Nach der Inschrift stehen die Adler für drei Generationen: die polnische Bevölkerung Stettins vor dem Zweiten Weltkrieg, die ersten polnischen Bewohner der Nachkriegszeit und die Generation, die am Wiederaufbau und Ausbau der Stadt beteiligt war.

Der Sockel entstand in der Stettiner Werft, die Adler wurden dagegen in Warschau gegossen. Wegen ihrer Größe kamen sie auf dem Wasserweg nach Stettin: über die Weichsel nach Danzig, weiter über die Ostsee und schließlich durch das Stettiner Haff und die Oder. Das Denkmal und die umliegenden Parkanlagen sind jederzeit frei zugänglich.
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