Sehenswürdigkeiten in Danzig

Die Sehenswürdigkeiten von Danzig (Gdańsk) lassen sich am besten zu Fuß entdecken, da die wichtigsten historischen Orte nah beieinander liegen. Diese Übersicht führt durch die Rechtstadt, die Altstadt und die Alte Vorstadt bis hin zu den äußeren Bezirken wie Oliwa und Wrzeszcz.

Insgesamt stellt dieser Guide 40 Ziele in der Stadt und der angrenzenden Dreistadt vor, die den Kern der Danziger Geschichte und Kultur bilden.

Karte der Sehenswürdigkeiten von Danzig

Diese interaktive Karte bündelt alle relevanten Sehenswürdigkeiten von Danzig und erleichtert die Routenplanung zwischen der Rechtstadt, dem Werftareal und Außenbezirken wie Oliwa. Per Klick lassen sich Standorte, weiterführende Informationen und die Route eines Rundgangs abrufen.

Must-Sees: Diese Sehenswürdigkeiten von Danzig musst du gesehen haben

Wer zum ersten Mal nach Danzig kommt, sollte sich auf die folgenden Orte konzentrieren, die das Bild der Stadt seit Jahrhunderten prägen. Diese Auswahl bildet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Danzig ab und sollte bei der ersten Besichtigung der Stadt Priorität haben.

Tipp: In Danzig bieten geführte Stadttouren eine gute Gelegenheit, um neben den bekannten Sehenswürdigkeiten auch die etwas unbekannteren Ecken und Geheimtipps kennenzulernen.

Rechtstadt mit Langgasse und Langem Markt 

Die Langgasse (Ulica Długa) und der Lange Markt (Długi Targ) bilden zusammen den repräsentativen Straßenzug der Rechtstadt, der früher für feierliche Einzüge polnischer Monarchen genutzt wurde. Die schmalen Bürgerhäuser mit ihren Giebeln wurden nach der Zerstörung 1945 originalgetreu rekonstruiert und zeigen heute Fassaden im Stil der Renaissance und des flämischen Manierismus. 

Ein Beispiel für die bürgerliche Wohnkultur ist das Uphagenhaus (Nr. 12), das als Museum Einblicke in die Ausstattung eines Patrizierhauses aus dem 18. Jahrhundert gewährt. Weitere architektonisch bedeutende Bauten sind das Ferberhaus (Nr. 28) und das Zierenberghaus (Nr. 29) mit seinen Reliefs. Im Osten schließt das Grüne Tor den Platz zur Mottlau hin ab.

Rechtstädtisches Rathaus

Das Rathaus am Übergang zum Langen Markt erhielt nach einem Brand 1556 seine heutige Gestalt im Stil der flämischen Renaissance. Auf der 82 Meter hohen Turmspitze steht eine vergoldete Statue des Königs Sigismund II. August. Im Inneren des Gebäudes befindet sich das Historische Museum. Der Rote Saal verfügt über eine Decke mit 25 allegorischen Gemälden von Isaac van den Blocke und gilt als einer der prunkvollsten Innenräume der Stadt.

Marienkirche

Die Bauzeit der Marienkirche erstreckte sich von 1343 bis 1502. Mit einer Länge von 105 Metern und einer Breite von 66 Metern ist sie die größte Backsteinkirche der Welt und gehört zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Danzig. Im Innenraum finden 25.000 Menschen Platz. Die Außenfassade besteht aus dunklem Backstein, das Innere ist weiß verputzt und mit einem hohen Netzgewölbe versehen.

Hans Düringer fertigte 1470 die astronomische Uhr an. Das über zwölf Meter hohe Werk zeigt die Uhrzeit, die Mondphasen, den Tierkreis und einen Heiligenkalender. Ebenfalls in der Kirche befindet sich eine Kopie des Memling-Altars „Das Jüngste Gericht“. Der 82 Meter hohe Turm der Basilika ist begehbar. Der Aufstieg führt über 400 Stufen an den Glocken vorbei zur Aussichtsplattform über der Rechtstadt.

Krantor, Motława-Ufer und Lange Brücke

Das Krantor (Żuraw) aus dem 15. Jahrhundert war zugleich ein hölzernes Hebewerk und ein befestigtes Stadttor. Es gilt als größtes erhaltenes Hebewerk seiner Art im Ostseeraum. Im Inneren befinden sich zwei Paare hölzerner Treträder mit einem Durchmesser von bis zu sechs Metern. Durch die Kraft von Arbeitern, die in den Rädern liefen, konnten Lasten bis zu vier Tonnen gehoben oder Schiffsmasten aufgerichtet werden. Das Gebäude gehört zum Nationalen Maritimen Museum. 

Die Lange Brücke (Długie Pobrzeże) verläuft als Uferpromenade am Westufer der Mottlau vom Grünen Tor bis zum Fischmarkt. Früher war dieser Kai ein wichtiger Umschlagplatz des Danziger Hafens, an dem Handelsschiffe Waren löschten. Die Häuserzeile entlang des Kais besteht aus ehemaligen Speichern und Wassertoren, in denen heute Cafés und Restaurants untergebracht sind.

Frauengasse

Die Frauengasse (Ulica Mariacka) gilt als architektonisches Musterbeispiel einer hanseatischen Straße. Sie ist geprägt von den sogenannten Beischlägen – erhöhten, terrassenartigen Vorbauten mit steinernen Geländern und Wasserspeiern. Diese Konstruktionen schützten früher die Wohnräume vor Hochwasser und Schlamm. Heute befinden sich in diesen Vorbauten und den dazugehörigen Kellergewölben fast ausschließlich Bernsteinwerkstätten und Galerien. 

Die Gasse verbindet die Marienkirche direkt mit der mittelalterlichen Uferpromenade an der Mottlau und blieb in ihrer Struktur trotz der Kriegszerstörungen erhalten.

Sehenswürdigkeiten in der Rechtstadt

Die Danziger Rechtstadt, bekannt als Główne Miasto, ist das eigentliche Zentrum der ehemaligen Handelsmetropole und versammelt die wichtigsten Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten von Danzig auf engem Raum. Entlang der mit prächtigen Fassaden geschmückten Straßen und Plätze spürt man den Charme und Reichtum vergangener Jahrhunderte, während man zugleich einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Danzigs entdecken kann.

Hohes Tor und Stockturm am Beginn des Königswegs

Das Hohe Tor (Brama Wyżynna) markiert seit 1588 den Beginn des Königswegs. Willem van den Blocke gestaltete die ursprünglich mittelalterliche Wehranlage nach Vorbildern der italienischen Renaissance in einen Triumphbogen aus Sandstein um. Die Fassade trägt die Wappen Polens, Preußens und Danzigs sowie lateinische Inschriften über Gerechtigkeit, Frömmigkeit und Eintracht. Durch dieses Tor führten die feierlichen Einzüge der polnischen Monarchen in die Stadt. Heute befindet sich im Gebäude die regionale Tourismusinformation.

Das Hohe Tor in Danzig
Das Hohe Tor in Danzig ist ein herausragendes Beispiel für die Renaissance-Architektur und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Danzig

Unmittelbar hinter dem Tor steht der Stockturm aus dem 14. Jahrhundert. Zusammen mit der Peinkammer (Katownia) bildete der Backsteinbau früher die Stadtbefestigung. Später wurde er zum Gerichts- und Gefängnisgebäude. Seit Sommer 2023 ist im Komplex das Museum des Wiederaufbaus Danzigs nach 1945 (Muzeum Odbudowy Gdańska) zu Hause.

Kohlenmarkt und Großes Zeughaus

Der Kohlenmarkt (Targ Węglowy) war über Jahrhunderte der Handelsplatz für Brennstoffe und bildet heute die Grenze zwischen der historischen Rechtstadt und der modernen City. An seiner Westseite steht das Große Zeughaus (Wielka Zbrojownia), das zwischen 1602 und 1605 nach den Entwürfen von Anton van Obberghen errichtet wurde. Die Fassade gilt als bedeutendes Beispiel des flämischen Manierismus in Danzig. Wo früher Kanonen und Munition lagerten, ist heute die Akademie der Bildenden Künste untergebracht. 

Goldenes Tor und St. Georgshalle

Das Goldene Tor (Złota Brama) entstand zwischen 1612 und 1614 nach Entwürfen von Abraham van den Blocke und Jan Strakowski. Die Architektur orientiert sich am Stil eines römischen Triumphbogens. Die zweigeschossige Fassade ist mit Säulen und Rundbogenfenstern gegliedert. Auf der Balustrade befinden sich acht allegorische Figuren, die die Bürgertugenden Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Eintracht, Klugheit, Friede, Freiheit, Reichtum und Ruhm darstellen. Das Tor bildet den Übergang zur Langgasse innerhalb des Königswegs.

Das Goldene Tor in Danzig
Das Goldene Tor in Danzig verbindet die Langgasse mit dem Stadtkern der Rechtstadt

Unmittelbar nördlich schließt die St. Georgshalle (Dwór Św. Jerzego) an. Der Backsteinbau wurde 1494 als Sitz der St.-Georgs-Bruderschaft errichtet. In dem Gebäude finden heutzutage Veranstaltungen und Ausstellungen des Verbands polnischer Architekten statt.

Artushof und Neptunbrunnen

Der Neptunbrunnen steht seit 1633 auf dem Langen Markt. Der Entwurf stammt von Abraham van den Blocke. Peter Husen und Johann Rogge gossen die Bronzefigur des Meeresgottes. Das Gitter um das Becken wurde 1634 angebracht und trägt das Danziger Stadtwappen sowie den polnischen Adler. Eine lokale Erzählung verknüpft den Brunnen mit der Entstehung des Danziger Goldwassers. Demnach soll Neptun mit seinem Dreizack so heftig ins Brunnenbecken geschlagen haben, dass die darin liegenden Goldmünzen in jene kleinen Flocken zerfielen, die heute den Likör charakterisieren.

Unmittelbar hinter dem Neptunbrunnen befindet sich der Artushof. Das Gebäude wurde im 14. Jahrhundert als Versammlungsort für Kaufleute und Bruderschaften errichtet. Die heutige Fassade im Stil des Manierismus entstand 1617 nach Plänen von Abraham van den Blocke. Im Inneren befindet sich ein elf Meter hoher Kachelofen aus der Renaissance, der aus 520 einzeln verzierten Kacheln besteht und Porträts europäischer Herrscher sowie Wappen zeigt.

Grünes Tor und Speicherinsel

Am Ende des Langen Marktes in Danzig steht das Grüne Tor (Zielona Brama). Es war ursprünglich als königliche Residenz vorgesehen, wurde jedoch nie als solche genutzt. Heute verbindet es den Langen Markt mit der Mottlau-Promenade.

Gegenüber der Rechtstadt liegt die Speicherinsel, die jahrhundertelang als feuerfestes Lagerareal genutzt wurde, auf dem man in bis zu 300 Speichern Getreide, Holz und andere Handelsgüter aufbewahrte. Nach der fast vollständigen Zerstörung 1945 blieb das Gelände lange eine Ruinenlandschaft. Erst in den letzten Jahren entstand hier ein modernes Viertel mit Hotels und Restaurants. Hier ist auch die MS Sołdek vertäut, der erste in Polen nach dem Krieg gebaute Hochseeadampfer, der heute als Museumsschiff besichtigt werden kann.

Ein kleiner Höhepunkt auf der Speicherinsel ist das AmberSky-Riesenrad. Es ist 50 Meter hoch und bietet eine spektakuläre Aussicht über die Stadt und den Hafen. Bei Sonnenuntergang ist der Ausblick unvergesslich.

Johanneskirche

Die Bauzeit der dreischiffigen Johanneskirche (Kościół św. Jana) erstreckte sich von 1377 bis 1465. Nach den Zerstörungen im Jahr 1945 blieb das Gebäude jahrzehntelang eine Ruine und wurde erst in den 1990er-Jahren umfassend gesichert. Heute wird die Kirche als Veranstaltungsort für Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen genutzt.

Im Innenraum befindet sich der zwölf Meter hohe Hochaltar aus dem Jahr 1612, den Abraham van den Blocke aus grauem Sandstein und Marmor fertigte. Die Reliefs zeigen biblische Szenen, darunter die Taufe Christi. Da die Kirche während des Wiederaufbaus nicht vollständig in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde, sind an den Wänden teilweise noch Brandspuren und unverputzte Backsteinsegmente sichtbar.

Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Danzig

Nördlich der prächtigen Rechtstadt beginnt die bescheidenere, aber nicht weniger faszinierende Altstadt von Danzig (Stare Miasto). Diese Vierte war einst von Handwerkern und Fischern geprägt. 

Spiegelt die Rechtstadt den Reichtum und die Macht Danzigs wider, so zeigt sich in der Altstadt ein unverstellteres Bild des mittelalterlichen Lebens. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten von Danzig bietet die Altstadt eine spannende Gelegenheit, das weniger prunkvolle, aber ebenso geschichtsträchtige Gesicht der Stadt zu entdecken.

Katharinenkirche und Große Mühle

Die Katharinenkirche ist das älteste Kirchengebäude der Altstadt und stammt in ihren Grundzügen aus dem 13. Jahrhundert. In ihrem Inneren befindet sich die Grabstätte des Astronomen Johannes Hevelius. Im Turm sind ein Carillon mit 50 Glocken sowie ein Turmuhrenmuseum. 

Direkt gegenüber liegt die Große Mühle, die der Deutsche Orden im 14. Jahrhundert auf einer Insel im Radaunekanal errichtete. Mit ihren ehemals 18 Wasserrädern galt sie als eines der größten Industriegebäude des mittelalterlichen Europas. Heutzutage begrüßt das Bernsteinmuseum im Backsteinbau seine Besucher.

Altstädtisches Rathaus, Hevelius-Platz und Jacek-Turm

Das Altstädtische Rathaus entstand Ende des 16. Jahrhunderts im Stil der niederländischen Renaissance. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebäuden überstand es den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt, wodurch die originale Innenausstattung mit geschnitzten Portalen und Deckenmalereien erhalten blieb. 

Unmittelbar davor erinnert der Hevelius-Platz mit einem Denkmal an den Astronomen Johannes Hevelius, der hier im Viertel lebte und forschte. 

In direkter Nachbarschaft steht der Jacekturm, ein massives Relikt der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Dieser Bereich bildet im Sommer das Zentrum des Dominikanermarktes, eines der ältesten und größten Kunsthandwerks- und Antiquitätenmärkte Europas.

Sehenswürdigkeiten in der Alten Vorstadt 

Südlich der Rechtstadt liegt die Alte Vorstadt (Stare Przedmieście), die weniger durch prunkvolle Gassen als durch sakrale Bauten und Festungsanlagen geprägt ist. Die Trinitatiskirche, eine spätgotische Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert, bildet zusammen mit dem angrenzenden ehemaligen Franziskanerkloster ein wichtiges Ensemble. Im Kloster befindet sich heute das Nationalmuseum Danzig. 

Am südlichen Rand des Viertels steht das Niedertor von 1626, das als eines der wenigen Stadttore den Krieg unversehrt überstand. Es ist in ein System aus Bastionen und der Großen Steinschleuse eingebunden, die nach niederländischem Vorbild zur Regulierung des Wasserstandes und zur Verteidigung der Stadt angelegt wurden.

Wrzeszcz (Langfuhr) – Das neue Szeneviertel

Nördlich des Zentrums hat sich Wrzeszcz vom Industriestandort zum lebendigen Stadtteil mit studentischer Prägung entwickelt. Mit der Mischung aus moderner urbaner Kultur und grünen Rückzugsorten wie dem Kuźniczki-Park ist das Viertel eine Ergänzung zu den klassischen Sehenswürdigkeiten von Danzig.

In Unter-Langfuhr ist die Ulica Wajdeloty mit ihren sanierten Gründerzeithäusern, Cafés und Kaffeeröstereien am interessantesten. Die Mischung aus Gastronomie und Altbausubstanz erzeugt eine Atmosphäre, wie man sie in Berlin-Neukölln oder in den Szenevierteln Warschaus findet. Ein bauliches Schwergewicht im Viertel ist das Hauptgebäude der Technischen Universität von 1904, das im Stil der niederländischen Renaissance errichtet wurde.

Abseits der belebten Straßen finden sich in der Ulica Jaśkowa Dolina elegante Villen des 19. Jahrhunderts, die den Weg zum angrenzenden Waldpark säumen. Dort nutzt man  im Sommer das historische Waldtheater (Teatr Leśny) als Freilichtbühne für Konzerte unter den hohen Bäumen. 

Polen Doku - Städtetrip Danzig und Road trip an der Ostsee

Auf den Spuren von Günter Grass

Wrzeszcz ist untrennbar mit der „Danziger Trilogie“ von Günter Grass verbunden. Wer hier durch die Straßen geht, kann sich auf Spurensuche der Weltliteratur begeben. Das Geburtshaus des Nobelpreisträgers steht in der Ulica Lelewela 13. Auch die damalige Pestalozzi-Schule und die neogotische Herz-Jesu-Kirche, in der Grass getauft wurde, stehen noch heute fast unverändert an ihrem Platz. Am Plaza Wybickiego im Kuźniczki-Park sitzt Grass sogar selbst als Bronzefigur auf einer Bank, direkt neben Oskar Matzerath, seiner berühmtesten Figur, aus „Die Blechtrommel“.

Oliwa

Oliwa liegt am nordwestlichen Rand von Danzig und bildet den Übergang zum Landschaftsschutzpark der Dreistadt. Den Mittelpunkt des Stadtteils bildet der Oliwa-Park, eine Anlage, die französische Barockelemente mit einem englischen Landschaftsgarten verbindet. Im Park befindet sich der barocke Abtpalast, in dem heute die Abteilung für Moderne Kunst des Nationalmuseums untergebracht ist. In unmittelbarer Nähe zeigt das Ethnografische Museum in einer historischen Mühle die regionale Kulturgeschichte.

Ein bauliches Gegengewicht zum historischen Kern ist das Geschäftszentrum mit dem Olivia Star. Mit 180 Metern Höhe ist es das höchste Gebäude Nordpolens. Im 32. Stockwerk befindet sich eine öffentliche Aussichtsplattform mit Blick über die Danziger Bucht und die gesamte Dreistadt. Im Erdgeschoss des Wolkenkratzers wachsen im Olivia Garden rund 4.000 exotische Pflanzen in einer verglasten Tropenlandschaft mitten im Büroviertel.

Oliwa-Kathedrale

Die Oliwa-Kathedrale blickt auf eine Baugeschichte zurück, die bis ins 13. Jahrhundert reicht. Der dreischiffige Backsteinbau ist vor allem für seine große Orgel aus dem 18. Jahrhundert bekannt. Das Instrument verfügt über bewegliche Engel- und Sonnenfiguren, die während des Spiels rotieren oder in Schwingung geraten. 

In den Sommermonaten finden hier täglich Vorführungen statt, die die akustische Bandbreite des Instruments und die mechanischen Effekte demonstrieren. Mit einer Länge von über 100 Metern gehört die Basilika zu den bedeutendsten sakralen Sehenswürdigkeiten von Danzig. Auch die Grabmäler der pommerschen Herzöge haben hier ihren Platz gefunden.

Danziger Zoo

Am Fuß der Moränenhügel erstreckt sich der Danziger Zoo. Das 36 Hektar große Gelände nutzt die natürliche Hügellandschaft und die Waldgebiete von Oliwa als weitläufige Gehege für rund 1.000 Tiere. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Erhaltung und Zucht bedrohter Arten wie Przewalski-Pferden, Wisenten und afrikanischen Zwergflusspferden. Aufgrund der Größe des Areals, das zu den flächenmäßig größten Zoos Polens gehört, verkehrt eine Kleinbahn zur Orientierung der Besucher.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Danzigs Umgebung

Westerplatte

Die Halbinsel Westerplatte ist der Ort, an dem am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach. Die polnische Garnison verteidigte sich sieben Tage lang gegen den Beschuss des deutschen Schulschiffs „Schleswig-Holstein“. Heute ist das gesamte Gelände eine Gedenkstätte. Zu sehen sind die Ruinen der Kaserne, ein kleines Museum im Wachhaus Nr. 1 und das 23 Meter hohe Denkmal der Verteidiger der Küste. Das Mahnmal dokumentiert die Schrecken des Kriegsausbruchs und den polnischen Widerstand.

Leuchtturm Neufahrwasser 

Der 1894 in Betrieb genommene Leuchtturm in Neufahrwasser (Nowy Port) orientiert sich architektonisch am heute nicht mehr existierenden Leuchtfeuer von Cleveland (Ohio). Das 27 Meter hohe Backsteingebäude markierte bis 1984 die Hafeneinfahrt von Danzig. Historische Bekanntheit erlangte der Turm am 1. September 1939, als von seinen Fenstern aus die ersten Schüsse auf die gegenüberliegende Westerplatte abgegeben wurden, was faktisch den Beginn des Zweiten Weltkriegs auslöste.

Eine technische Besonderheit ist der Zeitball an der Turmspitze. Dieses Instrument nutzten früher Kapitäne, um ihre Chronometer genau einzustellen, denn die Kugel fiel zu festgesetzten Zeiten. Der heutige Zeitball ist eine Rekonstruktion und wird täglich mehrmals automatisch ausgelöst. Von der Galerie des Turms hat man einen Ausblick auf das Hafengelände, die Westerplatte und die Danziger Bucht. Eine Fähre verbindet den Stadtteil Neufahrwasser direkt mit dem Denkmalareal auf der gegenüberliegenden Seite der Mottlau-Mündung.

Kaiserliche Werft 

Die 1871 erfolgte Gründung der Kaiserlichen Werft (Stocznia Cesarska) war die Geburtsstunde des modernen Stahlschiffbaus in Danzig. Nach 1945 ging das Areal in der Lenin-Werft auf, die 1980 durch die Streiks der Gewerkschaft Solidarność weltweite Bekanntheit erlangte. 

Heute wandelt sich das Industriegelände zum Stadtteil „Jungstadt“ (Młode Miasto). Zwischen denkmalgeschützten Montagehallen und rostigen Dockanlagen haben sich Ateliers und Gastronomiebetriebe etabliert. Auf dem Gelände steht unter anderem der Kran M3. Der ehemalige Werftkran verfügt über eine 30 m hohe Aussichtsplattform, die den Blick über die Tote Weichsel (Martwa Wisła) und auf die Altstadt ermöglicht.

Marienburg

Die etwa 60 km südöstlich von Danzig gelegene Marienburg (Malbork) ist die flächenmäßig größte Backsteinburg der Welt. Die im 13. Jahrhundert errichtete Festung war Hauptsitz des Deutschen Ordens und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Areal gliedert sich in das Vorschloss, das Mittelschloss und das Hochschloss.

Die Burg ist per Zug in etwa 60 Minuten erreichbar. Die Fahrt mit dem Auto dauert rund 45 Minuten. Vor Ort stehen geführte Touren und private Transfers zur Verfügung. 

Rundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Danzig an einem Tag

Dieser Rundgang nimmt hauptsächlich die Rechtstadt und das angrenzende Uferareal in den Blick. An einem Tag lassen sich sowohl die bedeutendsten Bauwerke als auch das moderne Hafenviertel besichtigen.

  • Rechtstadt: Der Weg führt über den Königsweg, durch das Goldene Tor, in die Langgasse und zum Langen Markt. Hier liegen mit dem Neptunbrunnen, dem Rathaus und dem Artushof die bekanntesten Fotomotive der Stadt.
  • Marienkirche und Frauengasse: Nördlich des Rathauses folgen die Marienkirche mit ihrem begehbaren Turm und die Frauengasse. Von dort führt der Weg direkt in die Frauengasse, die für ihre Bernsteingalerien und historischen Beischläge bekannt ist.
  • Mottlau-Ufer und Speicherinsel:Die Route mündet am Krantor in die Uferpromenade. Über das Grüne Tor geht es zur Speicherinsel, wo man vor der Kulisse der historischen Speicher in ein Restaurant gehen kann.

Zeitplan für eine Tagestour durch Danzig

UhrzeitStationSehenswürdigkeiten
09:00 – 10:30RechtstadtHohes Tor, Langgasse, Langer Markt & Neptunbrunnen
10:30 – 11:30MarienkircheInnenbesichtigung und optionaler Turmaufstieg
11:30 – 12:15FrauengasseArchitektur und Bernsteinwerkstätten
12:15 – 13:15Mottlau-UferKrantor und Spaziergang an der Langen Brücke
13:15 – 14:30MittagspauseGastronomie an der Langen Brücke oder Speicherinsel
14:30 – 16:00SpeicherinselRundgang durch das Viertel mit Blick auf den Hafen
16:00 – 17:00AusklangRückweg durch die Altstadt oder Café-Stopp