Das Hohe Tor in Danzig

Das Hohe Tor (Brama Wyżynna) ist das westliche Eingangstor zur Danziger Rechtstadt. Es steht am Beginn des Königswegs, der über die Langgasse zum Grünen Tor führt. Gemeinsam mit dem Stockturm und dem Goldenen Tor war es Teil der befestigten Stadtanlage.

Baugeschichte und Architektur

Willem van den Blocke errichtete das Tor zwischen 1586 und 1588 im Stil des flämischen Manierismus. Als gestalterisches Vorbild dienten die Entwürfe Cornelis Floris de Vriendts für das Antwerpener Stadttor. Das Bauwerk besteht aus einem dreigeschossigen Block mit drei Durchfahrten. Die breite mittlere Passage war für Wagen vorgesehen, die seitlichen Gänge für Fußgänger.

Ursprünglich war das Gebäude in die Erdwälle der Stadtbefestigung eingebettet. Nach deren Abbruch Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Tor freigestellt. In dieser Zeit erhielt das Mauerwerk seine Verkleidung aus Buckelquadern (Rustika) und die Seitenfassaden wurden an die Schauseite angepasst.

Heraldik und Inschriften

Die Sandsteinfassade an der Westseite zeigt die politischen Verhältnisse des 16. Jahrhunderts durch drei Wappenreliefs. Das mittlere Wappen der Polnisch-Litauischen Union mit dem weißen Adler steht für die Oberhoheit der polnischen Krone. Rechts daneben befindet sich das Danziger Stadtwappen mit zwei Kreuzen unter einer Krone. Die linke Seite nimmt das Wappen von Königlich-Preußen ein, erkennbar an dem bewehrten Adlerarm.

Unterhalb der Attika fassen drei lateinische Sentenzen die bürgerlichen Ideale der Stadt zusammen.

  • Pax libertas et concordia nennt Frieden, Freiheit und Eintracht als die erstrebenswertesten Güter für ein Staatswesen.ändnis Danzigs als freie Handelsstadt und in die politische Philosophie der damaligen Zeit.
  • Sapientissime fiunt omnia quae pro republica fiunt fordert, alle Handlungen dem Gemeinwohl unterzuordnen.
  • Iustitia et pietas fundamenta sunt regnorum benennt Gerechtigkeit und Frömmigkeit als Fundamente eines Reiches.

Entwicklung und heutige Nutzung

Fast drei Jahrhunderte blieb das Hohe Tor in seiner ursprünglichen Substanz erhalten. Eine Fassadenrenovierung erfolgte 1861. Um die Durchfahrt für den zunehmenden Verkehr zu verbreitern, wurde 1878 das Innentor abgebrochen. Die Verkleidung mit Buckelsteinplatten von 1884 gab dem Bauwerk sein heutiges wehrhaftes Aussehen.

Das Hohe Tor überstand die Kämpfe von 1945 nahezu unbeschädigt. Es beherbergt heute die Touristeninformation der Woiwodschaft Pommern. Hier erhalten Besucher Stadtpläne sowie Auskünfte zu Unterkünften und regionalen Zielen. Der Platz vor dem Tor wird für Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen genutzt.

Das Hohe Tor ist ein guter Startpunkt für den historischen Königsweg zu anderen Sehenswürdigkeiten in Danzig, etwa zur Peinkammer oder zum Goldenen Tor.

Praktische Informationen

  • Service Stadtpläne und regionale Beratung durch die Tourismusinformation
  • Adresse Wały Jagiellońskie 2A, 80-853 Gdańsk
  • Anbindung Etwa fünf Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof Danzig