Museen in Ustka und Umgebung
Ustka hat für seine Größe erstaunlich viele Museen. Das Museum des Ustkaer Landes beschäftigt sich mit der Geschichte der Hafenstadt und ihrer früheren Werft. Daneben gibt es eigene Ausstellungen über historische Schiffe, das Bäckerhandwerk, Bernstein und Mineralien. Die Blücher-Bunker unterscheiden sich deutlich von diesen kleineren Sammlungen, denn dort besichtigst du eine erhaltene Küstenbatterie aus den 1930er-Jahren.
Drei weitere Museen liegen außerhalb der Stadt. Das Heringsmuseum in Starkowo lässt sich gut mit dem nahe gelegenen Freilichtmuseum in Swołowo verbinden. Kluki liegt dagegen rund 40 Kilometer von Ustka entfernt und eignet sich daher eher für einen eigenen Ausflug.
Museen in Ustka
Museum des Ustkaer Landes – Hafen, Werft und Alltag
Das Museum des Ustkaer Landes (Muzeum Ziemi Usteckiej) beschäftigt sich als einziges Haus mit der Geschichte der Stadt in ihrer ganzen Breite. Alte Fotos und persönliche Gegenstände erzählen vom Alltag der Einwohner, während Modelle und Erinnerungsstücke an die frühere Ustkaer Werft an einen Wirtschaftszweig erinnern, der lange viele Arbeitsplätze in der Stadt sicherte.
Zu den ungewöhnlicheren Ausstellungsstücken gehört ein Badeanzug vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Er stammt aus der Zeit, als sich Ustka bereits zu einem Seebad entwickelte. Die dauerhafte Ausstellung befindet sich im Erdgeschoss, im oberen Raum werden wechselnde Ausstellungen gezeigt. Da das Museum insgesamt nur zwei Ausstellungsräume besitzt, fällt der Besuch kürzer aus als bei den Blücher-Bunkern oder den großen Freilichtmuseen.
Brotmuseum – Backhandwerk über der Familienbäckerei
Das Brotmuseum (Muzeum Piekarstwa i Cukiernictwa) entstand aus der privaten Sammlung des Ustkaer Bäckers und Konditors Eugeniusz Brzóska. Er eröffnete das Museum 1998 auf dem Dachboden der Familienbäckerei, die bereits seit 1945 besteht.
In zwei Räumen stehen mehr als 2.000 Werkzeuge und Maschinen aus dem Bäcker- und Konditorhandwerk. Sie zeigen, wie früher Teig geknetet, Zutaten abgewogen, Waffeln gebacken oder Speiseeis hergestellt wurde. Zu den auffälligsten Stücken gehören ein alter Arbeitstisch für Lebkuchenteig, ein Kühlschrank ohne Strom und ein beinahe hundert Jahre alter Süßigkeitenautomat. Gerade diese Originalgeräte machen das kleine Museum interessanter als eine rein chronologische Ausstellung zur Geschichte des Brotes.
Bernsteinmuseum – vom Rohbernstein zum Schmuckstück
Das private Bernsteinmuseum wurde 2020 eröffnet. Die Ausstellung beginnt mit der Entstehung des baltischen Bernsteins und zeigt anschließend, wie das Material früher bearbeitet wurde. Ein nachgebauter mittelalterlicher Arbeitsplatz steht dabei einer modernen Werkstatt gegenüber, in der bis heute Schmuck hergestellt wird.
In weiteren Räumen siehst du rohe Bernsteinstücke, Schmuck und Gebrauchsgegenstände sowie Einschlüsse mit Pflanzen und Insekten. Das größte ausgestellte Bernsteinstück wiegt 1.776 Gramm. Wenn du die Verarbeitung selbst ausprobieren möchtest, bietet das Museum nach vorheriger Anmeldung Workshops für Kinder und Erwachsene an.
Schiffsmuseum – berühmte Schiffe im Modell
Im Schiffsmuseum (Muzeum Statków) stehen keine geborgenen Wrackteile oder historischen Navigationsgeräte, sondern aufwendig gebaute Holzmodelle. Die Ausstellung zeigt Passagierschiffe, Frachter und Kriegsschiffe aus verschiedenen Epochen und erzählt die Geschichten der jeweiligen Vorbilder.
Besonders groß fallen das etwa zwei Meter lange Modell der Wilhelm Gustloff und ein rund vier Meter langes Containerschiff aus. Daneben sind unter anderem die Titanic, die polnische Fähre Jan Heweliusz und die Schwarze Perle aus den Filmen „Fluch der Karibik“ nachgebaut. Wenn du nicht nur die Modelle ansehen möchtest, kannst du für den Rundgang einen Audioguide nutzen.
Mineralogisches Museum – Kristalle im ehemaligen Schutzraum
Das Mineralogische Museum befindet sich in einem früheren Luftschutzraum unterhalb der Promenade. Die Ausstellung zieht sich durch einen etwa 100 Meter langen unterirdischen Gang, in dem Mineralien, Fossilien und Muscheln aus verschiedenen Teilen der Welt gezeigt werden.
Zu den wichtigsten Stücken gehören der größte ausgestellte Bergkristall Polens und der Abguss eines Dinosaurierskeletts am Ende des Rundgangs. Durch die Mischung aus engen Bunkergängen, farbigen Mineralien und großen Einzelstücken spricht das Museum auch Kinder an, die mit einer klassischen Mineraliensammlung sonst wenig anfangen können.
Blücher-Bunker – deutsche Küstenbatterie am Hafen
Die Blücher-Bunker entstanden in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre auf den Dünen westlich des Hafens. Zur Küstenbatterie gehörten mehrere Geschützstellungen, Unterkünfte für die Besatzung sowie ein Bunker zur Feuerleitung. In der größten Stellung war eine Kanone mit einem Kaliber von 105 Millimetern vorgesehen. Das Stahlfundament ihres drehbaren Geschützes ist bis heute erhalten.

In 22 unterirdischen Räumen zeigt das Museum Ausrüstung, Uniformen und Alltagsgegenstände aus den 1930er- und 1940er-Jahren. Rekonstruierte Räume, lebensgroße Figuren, Filme und Tonaufnahmen veranschaulichen den Dienst der dort stationierten Soldaten. Du kannst das Gelände selbstständig besichtigen oder einen Audioguide auf Deutsch nutzen. Für Kinder gibt es eine eigene, einfacher erzählte Audiospur.
Museen rund um Ustka
Heringsmuseum in Starkowo – vom Fang bis zur Räucherei
Das Heringsmuseum gehört zur Zagroda Śledziowa, einem restaurierten pommerschen Vierseithof in Starkowo. Das Torgebäude stammt aus dem Jahr 1832, das Wohnhaus wurde 1902 errichtet. Die kleine Ausstellung erklärt, wie Heringe in der Ostsee und anderen europäischen Gewässern gefangen, haltbar gemacht und gehandelt wurden.
Auf dem Hof gehören Backofen und Fischräucherei zum Museumskonzept. In der angeschlossenen Gaststätte kannst du anschließend verschiedene Heringsgerichte probieren. Dadurch ist die Zagroda Śledziowa weniger ein klassisches Museum als eine Verbindung aus regionaler Ausstellung, historischem Hof und Gastronomie.
Freilichtmuseum Swołowo – Bauernhöfe im „Land im Schachbrettmuster“
Swołowo ist kein abgeschlossenes Museumsdorf, sondern ein weiterhin bewohnter Ort mit zahlreichen erhaltenen Fachwerkhöfen. Wegen der dunklen Holzbalken und weiß verputzten Gefache wird die Region auf Polnisch Kraina w Kratę genannt, das „Land im Schachbrettmuster“.
Das Museum nutzt 13 restaurierte Gebäude, die sich auf mehrere Grundstücke im Dorf verteilen. Der Rundgang führt durch eingerichtete Wohnhäuser, Ställe, Scheunen und Werkstätten. Die Ausstellungen zeigen, wie pommersche Bauernfamilien lebten und wie unter anderem Zimmerleute, Tischler und Weber arbeiteten. Für die vollständige Route solltest du ungefähr drei Stunden einplanen. An ausgewählten Tagen ergänzen Handwerksvorführungen und Workshops die Dauerausstellungen.
Slowinzisches Dorfmuseum in Kluki – Leben zwischen See und Moor
Kluki liegt am Łebsko-See in einer Landschaft aus Wasser, Wiesen und Mooren. Hier lebten die Slowinzen, eine kleine kaschubische Bevölkerungsgruppe, deren Alltag eng mit dem Fischfang verbunden war. Das Freilichtmuseum bewahrt ihre reetgedeckten Fachwerkhäuser, Ställe und Scheunen. Die eingerichteten Räume zeigen, wie die Familien vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts lebten und arbeiteten.

Neben dem Fischfang spielte Torf eine wichtige Rolle, denn er diente den Bewohnern als Brennstoff. An diese Tradition erinnert bis heute die „Schwarze Hochzeit“ am 1. Mai. Bei diesem Fest wird gezeigt, wie die Dorfgemeinschaft früher gemeinsam Torf stach und die schwere Arbeit anschließend mit Essen, Musik und Tanz beendete. Auch an anderen Aktionstagen werden in den Höfen Brot gebacken, Fischernetze repariert und traditionelle Handwerke vorgeführt.
Kluki liegt rund 40 Kilometer von Ustka entfernt. Für das Freilichtmuseum solltest du deshalb einen eigenen Ausflug einplanen. Die aktuellen Öffnungszeiten ändern sich je nach Jahreszeit.
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Ustka im Überblick
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Sehenswürdigkeiten in Ustka
Leuchtturm, Hafenmolen, Drehbrücke, Promenade und das alte Fischerviertel.
Aktivitäten in Ustka
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