Radfahren an der Polnischen Ostsee: Ostseeküstenradweg in Polen (R10 / EuroVelo 10)
Die polnische Ostseeküste lässt sich gut mit dem Rad erschließen. Der Ostseeküstenradweg in Polen bildet den Küstenabschnitt des internationalen Radfernwegs EuroVelo 10 und wird vor Ort je nach Region als R10 oder Velo Baltica ausgeschildert. Die Route folgt auf rund 600 Kilometern entlang der Ostseeküste von Swinemünde (Świnoujście) an der deutsch-polnischen Grenze bis in den Raum Braniewo nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad. Unterwegs wechselst du zwischen Strand- und Dünenabschnitten, Steilküsten, Wäldern, Schutzgebieten und klassischen Ostseebädern.
Der Ostseeküstenradweg R10/ EuroVelo 10 in Polen – Überblick & Karte
Karte des Ostseeküstenradwegs in Polen (R10 / EuroVelo 10)
Auf der Karte siehst du den Verlauf des Ostseeküstenradwegs in Polen von Swinemünde bis in den Raum Braniewo. Markiert sind die wichtigsten Orte entlang der Strecke sowie die Abschnitte, die häufig als Etappen genutzt werden. Wenn du näher hineinzoomst, erkennst du gut, wo der Radweg direkt an der Küste verläuft und wo er ins Hinterland ausweicht.
Was ist der R10 / Velo Baltica?
Der Ostseeküstenradweg in Polen ist der polnische Abschnitt des internationalen Radfernwegs EuroVelo 10, der rund um die Ostsee führt. In Polen wird diese Route meist als R10 bezeichnet, auf vielen Schildern und Karten taucht zusätzlich der Name Velo Baltica auf. Die Strecke folgt auf rund 600 Kilometern entlang der Küste der polnischen Ostsee von Swinemünde (Świnoujście) an der deutsch–polnischen Grenze bis in den Raum Braniewo nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad.
Unterwegs fährst du durch klassische Ostseebäder, Küstenstädte und Nationalparks. Abschnitte direkt an Strand und Dünen wechseln sich mit Wegen über Deiche, durch Wälder, Schutzgebiete und landwirtschaftlich geprägtes Hinterland ab. Du kannst die Route komplett als Radreise planen oder dir einzelne Teilstücke heraussuchen und sie mit Badeurlaub oder Städtebesuchen verbinden.
Viele Radreisende konzentrieren sich auf den westlichen Abschnitt von Swinemünde nach Danzig (Gdańsk). Diese Strecke ist etwa 490 Kilometer lang und lässt sich je nach Tagesetappen in rund sieben bis zehn Tagen zurücklegen. Hier ist die touristische Infrastruktur besonders dicht, und du kannst Strandtage, Küstenorte und größere Städte wie Kolberg (Kołobrzeg) oder Gdańsk gut kombinieren.
Deine Optionen
Für deine Planung hast du im Wesentlichen vier Varianten:
- Świnoujście – Gdańsk (ca. 490 km, 7–10 Tage)
Der am häufigsten gewählte Abschnitt des Ostseeküstenradwegs in Polen. Du fährst von Swinemünde über die Küste West- und Hinterpommerns bis in die Dreistadt rund um Gdańsk. Die Strecke verbindet viele Badeorte, Nationalparks und Städte mit vergleichsweise guter Infrastruktur für Radreisende. - Gdańsk – Świnoujście
Die gleiche Route in umgekehrter Richtung. Wenn du An- und Abreise lieber über Gdańsk organisierst oder erst eine Stadtbesichtigung einplanen möchtest, kannst du die Route auch von Osten nach Westen fahren. - Gesamte Route bis in den Raum Braniewo (ca. 590–600 km, 10–14 Tage)
Für Radreisende, die den gesamten polnischen Küstenabschnitt des EuroVelo 10 fahren möchten. Du erreichst nach Danzig weitere Küstenorte und fährst bis an die östliche Grenze Polens. - Einzelne Etappen und Teilabschnitte
Wenn du Radfahren mit Badeurlaub oder Städtereisen kombinieren willst, kannst du dir einzelne Etappen herausgreifen. Beliebt sind zum Beispiel kürzere Strecken zwischen den Ostseebädern, Tagesetappen rund um Kolberg oder Touren in den Nationalpark Wolin und den Slowinzischen Nationalpark.
Streckenlänge, Schwierigkeitsgrad & Wegbeschaffenheit
Der polnische Abschnitt des Ostseeküstenradwegs R10 gilt insgesamt als leicht bis mäßig anspruchsvoll. Entlang der Polnischen Ostsee ist das Profil meist flach bis sanft wellig, längere Anstiege sind selten. Die deutlichsten Steigungen findest du vor allem in den Bereichen mit Steilküste und im Woliński-Nationalpark, wo es kurzzeitig etwas steiler werden kann. Für viele Gelegenheitsradfahrer ist die Strecke gut machbar, wenn die Tagesetappen passend geplant werden und genug Zeit für Pausen bleibt.
Die Wegbeschaffenheit ist wechselnd. Viele Abschnitte verlaufen auf asphaltierten Radwegen oder ruhigen Nebenstraßen, dazu kommen befestigte Wald- und Forstwege, Promenadenstücke sowie Deich- und Küstenwege. Dazwischen können auch Abschnitte mit Betonplatten, festerem Sand oder gröberem Belag liegen. Für eine Radreise sind daher robuste Reifen und eine gewisse Bereitschaft für unterschiedliche Untergründe sinnvoll.
Die Route ist überwiegend mit orangefarbenen Wegweisern mit schwarzem Fahrradsymbol und der Nummer 10 markiert, teilweise auch in Kombination mit anderen regionalen Routen. Im Westen, etwa zwischen Świnoujście und der Region um Darłowo, ist die Beschilderung vergleichsweise dicht, weiter östlich gibt es immer wieder Lücken oder Varianten. Für die Planung und Navigation empfehlen wir deshalb zusätzlich GPS-Tracks oder Apps wie Komoot und OpenCycleMap, damit du alternative Strecken und Umleitungen im Blick behältst.

Das richtige Fahrrad für den R10
Da die Wegbeschaffenheit am Ostseeküstenradweg in Polen sehr unterschiedlich ist, sollte dein Rad stabil genug für Wald- und Feldwege sein und gleichzeitig längere Etappen auf Asphalt komfortabel mitmachen. Wichtig sind eine solide Basis, eine passende Übersetzung und ausreichend breite, robuste Reifen.
Geeignete Fahrradtypen: Tourenrad, Gravelbike, Mountainbike
Ein Tourenrad bzw. Trekkingrad ist für den R10 meist die praktischste Lösung. Es trägt Gepäck sicher auf dem Gepäckträger, bietet eine eher aufrechte Sitzposition und lässt sich mit breiteren Reifen ab etwa 38 Millimetern auf Asphalt, Schotter und festen Waldwegen gut fahren.
Ein Mountainbike ist ebenfalls gut geeignet, vor allem in Abschnitten mit Sand, Wurzeln oder gröberem Untergrund. Mit etwas rollfreudigeren Reifen kommst du auch auf Asphalt vernünftig voran und behältst trotzdem viel Kontrolle auf unebenen Wegen.
Gravelbikes liegen dazwischen. Sie sind leicht und eher sportlich ausgelegt, können aber mit Reifenbreiten von 40 bis 45 Millimeter und stabilen Laufrädern viele Schotter- und Waldwege gut abdecken. Sie eignen sich vor allem für Radreisende, die zügig fahren und eher mit Bikepacking-Taschen unterwegs sind.
Weniger sinnvoll sind Rennräder mit sehr schmalen Reifen, weil sie auf Schotter, Betonplatten und sandigen Stücken schnell an Grenzen stoßen. Auch einfache Citybikes sind für eine längere Tour auf dem R10 meist nur eingeschränkt geeignet, da sie oft schwer sind, nur wenige Gänge haben und auf wechselndem Untergrund schnell unhandlich werden.
Die entscheidende Rolle der Reifen auf dem R10/ EuroVelo 10
Wichtiger als der exakte Fahrradtyp sind oft die Reifen. Mit passenden Reifen lässt sich der R10 auch auf weniger typischen Reiserädern gut fahren. Bewährt haben sich Breiten ab etwa 35 Millimetern, komfortabler sind 40 bis 45 Millimeter, da du in weicheren Abschnitten weniger einsinkst und auf Schotter oder Waldwegen mehr Kontrolle behältst.
Beim Profil sind Allround- oder Gravel-Profile sinnvoll. Eine relativ glatte Lauffläche in der Mitte sorgt dafür, dass der Reifen auf Asphalt ruhig läuft, und die seitlichen Stollen bieten zusätzliche Traktion auf Schotter, Waldwegen und leicht sandigen Passagen. Viele Hersteller bieten dafür pannenresistente Modelle in ihren Touren- und Reiseradserien an, etwa von Schwalbe, Continental oder Kenda.
E-Bikes auf dem R10/ EuroVelo 10 – komfortabel unterwegs
Ein E-Bike kann den Ostseeküstenradweg in Polen deutlich entspannter machen. Längere Tagesetappen fühlen sich leichter an, und die wenigen Steigungen entlang der Küste merkst du mit der Motorunterstützung deutlich weniger. Das ist besonders für Familien, Einsteiger oder ältere Radfahrer angenehm, weil du mit Gepäck trotzdem in gleichmäßigem Tempo unterwegs bist.
Reichweite, Laden und Planung
Die Reichweite eines E-Bike-Akkus hängt stark von der Akkugröße, der Unterstützungsstufe, dem Gewicht und dem Wind ab. Typische Werte für Touren- und Trekking-E-Bikes liegen bei etwa 50 bis 100 Kilometern pro Ladung, wenn du gemischt aus Eco- und mittlerer Unterstützung fährst. Damit kommst du auf dem R10 bei normaler Etappenplanung gut zurecht, musst den Akku aber im Alltag praktisch jeden Abend laden.
In vielen modernen Touren-E-Bikes ist der Akku entnehmbar und lässt sich mit einem Schlüssel aus dem Rahmen lösen. Du lädst ihn dann in der Unterkunft an einer normalen 230-Volt-Steckdose mit deinem eigenen Ladegerät. In Hotels und Pensionen ist das in der Regel im Zimmer möglich, manchmal auch in einem separaten Raum nach kurzer Absprache an der Rezeption. Unterwegs sind viele Cafés oder Restaurants nach Nachfrage ebenfalls bereit, eine Steckdose zur Verfügung zu stellen. Unser Tipp: Das Ladegerät griffbereit packen und den Akku möglichst abends und über Nacht vollständig laden.
Etwas mehr Planung brauchst du beim Camping. Nicht jeder Campingplatz hat Strom an jedem Stellplatz oder ausreichend viele Steckdosen in den Gemeinschaftsbereichen. Hier lohnt sich vorab ein Blick in die Platzbeschreibung oder eine kurze Nachfrage, ob und wo du den Akku laden kannst.
Entlang der polnischen Ostseeküste entstehen nach und nach zusätzliche Lademöglichkeiten für E-Bikes, etwa an touristischen Punkten, in Hotels oder in größeren Orten. Verlass dich trotzdem nicht ausschließlich darauf. Plane deine Tagesetappen so, dass du mit einer vollen Akkuladung sicher an deiner nächsten Unterkunft ankommst und dort in Ruhe laden kannst.
Streckenverlauf und die 8 Etappen auf dem Velo Baltica / EuroVelo 10
Die Strecke von Świnoujście nach Gdańsk lässt sich sinnvoll in acht Tagesetappen einteilen. Diese Aufteilung ist nur eine Orientierung. Du kannst Etappen verkürzen oder zusammenlegen, je nach Kondition, Wetter, Gepäck und verfügbaren Unterkünften.
Etappenübersicht Świnoujście – Gdańsk
| Tag | Route | Distanz (ca.) | Charakter |
|---|---|---|---|
| 1 | Świnoujście – Pobierowo | 60–70 km | viel Wald- und Küstenwege, teils sandig und anspruchsvoller |
| 2 | Pobierowo – Kołobrzeg (Kolberg) | 60–70 km | überwiegend küstennah, mehrere gut ausgebaute Abschnitte |
| 3 | Kołobrzeg – Mielno | 40–50 km | eher flach, Kombination aus Radwegen und Nebenstraßen |
| 4 | Mielno – Darłowo | 42–50 km | Abschnitt am Jamno-See, Waldwege und kleinere Orte |
| 5 | Darłowo – Ustka | 45–55 km | technisch etwas fordernder, Wald- und Küstenwege |
| 6 | Ustka – Łeba | 80–95 km | längere Etappe mit Bogen durchs Binnenland um den Słowiński-Nationalpark |
| 7 | Łeba – Władysławowo | 70–80 km | lange, abwechslungsreiche Küstenetappe |
| 8 | Władysławowo – Gdańsk | ca. 65 km direkt oder ca. 68 km über die Hel-Halbinsel mit Fähre | Finale mit zwei Varianten: Festlandroute oder Hel-Halbinsel |
Für Tag 6 und Tag 7 kannst du bei Bedarf eine zusätzliche Übernachtung einplanen, wenn dir die Etappen zu lang sind oder du mehr Zeit im Slowinzischen Nationalpark oder an einzelnen Badeorten verbringen möchtest. Am letzten Tag hast du die Wahl zwischen der direkten Route über die Dreistadt und der Variante über die Halbinsel Hel mit anschließender Fährfahrt nach Gdańsk. Welche Option besser passt, hängt von deiner Zeit, dem Fahrplan der Fähre und deiner Lust auf zusätzliche Küstenkilometer ab.
Etappe 1: Swinemünde – Misdroy – Pobierowo (ca. 60–70 km)
Für viele Radreisende beginnt der polnische Abschnitt des Ostseeküstenradwegs an der Grenze bei Ahlbeck auf Usedom. Von dort folgst du dem Weg nach Swinemünde, der ersten größeren Stadt auf polnischer Seite.
Swinemünde (Świnoujście) : Fähre und Festungen
In Swinemünde musst du die Świna queren, um auf die Insel Wolin zu gelangen. Mit dem Rad nutzt du die Bielik-Fähre, die regelmäßig verkehrt und Fahrräder kostenlos mitnimmt. Der Straßentunnel unter der Świna ist für Kraftfahrzeuge vorgesehen.
In Hafennähe liegen mehrere Festungsanlagen aus dem 19. Jahrhundert, darunter das Westfort (Fort Zachodni) und die Engelsburg (Fort Anioła). Sie lassen sich als kurzer Abstecher einbauen, wenn du dich für die Militärgeschichte der Stadt interessierst. Der Leuchtturm von Świnoujście liegt etwas abseits deiner Route im Hafengebiet und ist eher ein Ziel für eine zusätzliche Rundtour als für einen Stopp auf der Durchfahrt.

Küstenweg nach Międzyzdroje
Nach der Fährüberfahrt fährst du zunächst auf Waldwegen über die Insel Wolin. Stellenweise können Wurzeln und Sandpassagen das Vorankommen etwas bremsen, mit breiteren Reifen ist die Strecke jedoch gut zu fahren. Anschließend folgst du einem ausgebauten Abschnitt nahe der Küste in Richtung Międzyzdroje, meist durch Küstenwald und mit immer wieder freiem Blick auf die Ostsee.

Misdroy (Międzyzdroje) – Seebad und Pause
Misdroy erreichst du nach gut 20 Kilometern. Das Seebad bietet eine lange Seebrücke, eine belebte Promenade sowie zahlreiche Restaurants und Cafés, sodass sich der Ort als Pausenstopp eignet. Im Park hinter der Promenade findest du den „Promenada Gwiazd“ mit den Handabdrücken polnischer Künstler in Stein.

Durch den Wolin-Nationalpark
Hinter Międzyzdroje führt der R10 durch den Wald im Wolin-Nationalpark. Der Radweg verläuft überwiegend im Hinterland, nicht direkt an den Steilküsten. Der Untergrund wechselt zwischen festen Waldwegen, Schotter und einzelnen sandigen Abschnitten. Ein möglicher Abstecher ist das Wisentgehege nördlich von Międzyzdroje, in dem europäische Wisente und andere Wildtiere gehalten werden. Öffnungszeiten und Eintrittspreise solltest du vorab prüfen.
Über Warnowo und Kołczewo erreichst du anschließend neu ausgebaute, straßenbegleitende Radwege, auf denen du zügig vorankommst, allerdings mit etwas Verkehrslärm von der parallel verlaufenden Landstraße.
Küstenorte bis Pobierowo
Auf dem weiteren Weg passierst du die Badeorte Międzywodzie, Dziwnów und Dziwnówek, in denen du Verpflegung, Unterkünfte und Strandzugänge findest. Ab Dziwnówek führt die Strecke überwiegend auf ruhigeren Straßen und Wegen weiter in Richtung Pobierowo. Der Ort bietet zahlreiche Pensionen, Ferienhäuser und Restaurants und eignet sich daher gut als Etappenziel für die erste Nacht.
Etappe 2: Pobierowo – Trzęsacz – Niechorze – Kolberg (ca. 70 km)
Start in Pobierowo und Kirchenruine von Trzęsacz
Kurz hinter Pobierowo erreichst du Trzęsacz, bekannt für die Kirchenruine direkt an der Steilküste. Die erste Kirche an diesem Ort wurde im Mittelalter errichtet, damals noch deutlich weiter landeinwärts. Über mehrere Jahrhunderte fraß sich die Ostsee immer näher an den Ort heran, bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts große Teile des Gebäudes abstürzten. Heute steht nur noch ein Teil der westlichen Kirchenwand direkt an der Abbruchkante und erinnert sehr anschaulich an die Küstenerosion. Ein kurzer Stopp mit Blick auf die Ruine und die Steilküste lohnt sich für viele Radreisende.
Von Trzęsacz nach Niechorze – neue Wege, mehr Verkehr
Hinter Trzęsacz verändert sich die Streckencharakteristik. Du verlässt die eher naturbelassenen Waldwege der ersten Etappe und fährst zunehmend auf ausgebauten Radwegen mit Asphaltbelag. Das macht das Vorankommen deutlich leichter, allerdings verlaufen diese Wege oft parallel zu stärker befahrenen Straßen. Du kommst also zügig voran. Dafür sind Straßenlärm und Autoverkehr stärker präsent als zuvor.
Du passierst kleinere Küstenorte wie Rewal und erreichst anschließend Niechorze.
Niechorze – Leuchtturm und Küstenblick
In Niechorze steht einer der markanten Leuchttürme der polnischen Ostsee. Der Backsteinbau mit seinem achteckigen Turm wurde im 19. Jahrhundert errichtet und steht auf einer Steilküste über dem Strand. Bei geöffnetem Turm kannst du die Stufen zur Aussichtsplattform hinaufsteigen und den Blick über Küste, Ostsee und Hinterland genießen. Öffnungszeiten und eventuelle Eintrittspreise hängen von Saison und Wetter ab und sollten vor Ort oder vorab geprüft werden.

Radweg entlang der Schmalspurbahn
Zwischen Niechorze und Pogorzelica verläuft ein Radweg abschnittsweise entlang der Trasse einer historischen Schmalspurbahn. Du fährst dabei teilweise nahe an den Gleisen, teilweise durch Küstenwald. Der Untergrund ist überwiegend asphaltiert, einzelne Abschnitte führen über befestigte Wege durch Kiefernwald. In den Orten entlang dieser Strecke findest du Zugänge zum Strand sowie Möglichkeiten für Pausen.
Nach Pogorzelica wechseln wieder Abschnitte mit Schotter und festen Waldwegen, bevor du auf weitere neue, straßenbegleitende Radwege triffst. Auch hier gilt: komfortabler Belag, dafür mehr Nähe zum Autoverkehr als auf den Waldpassagen der ersten Etappe.
Kolberg (Kołobrzeg) – Hafen- und Kurstadt als Etappenziel
Nach insgesamt rund 65 bis 70 Kilometern erreichst du Kolberg (Kołobrzeg), eine traditionsreiche Hafen- und Kurstadt an der polnischen Ostsee. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte als Handels- und Kurort zurück und verbindet heute Hafen, Strand und Innenstadt auf engem Raum.
Am Hafen findest du den Leuchtturm von Kolberg und die Mole, von der aus du auf die offene Ostsee und den Schiffsverkehr blickst. In der Altstadt stehen unter anderem das neugotische Rathaus und die Marienbasilika, dazu kommen Fußgängerzonen mit Restaurants, Cafés und Geschäften. Kolberg verfügt über eine breite Auswahl an Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, weshalb viele Radreisende hier übernachten oder einen zusätzlichen Ruhetag einplanen.

Etappe 3: Kolberg (Kołobrzeg) – Mielno (ca. 40–50 km)
Ruhigere Etappe zwischen Kolberg und Mielno
Nach den längeren und teils anspruchsvolleren ersten beiden Tagen wirkt die Etappe des Eurovelo 10 von Kolberg (Kołobrzeg) nach Mielno insgesamt ruhiger. Das Profil ist überwiegend flach und der Wegzustand ist meist besser. Du fährst viel auf asphaltierten Radwegen und festen Wegen, sodass sich diese Etappe gut als etwas entspannterer Radtag eignet.
Durch den Eastern Ecopark (Ekopark Wschodni)
Am Ortsrand von Kolberg startest du auf der Promenade und folgst dann der Strecke durch den Eastern Ecopark (Ekopark Wschodni). Das Schutzgebiet umfasst Feuchtwiesen, Salzmoore und Torfgebiete und ist für seine Vogelwelt sowie die Küstenvegetation bekannt. Der Radweg verläuft hier auf breiten, gut fahrbaren Wegen zwischen Ostsee und Schutzgebiet, teilweise asphaltiert, teilweise mit festem Belag. Abschnitte mit Stegen und Bohlenwegen machen deutlich, dass du dich in einem empfindlichen Naturraum bewegst, entsprechend sind Tempoanpassung und Rücksicht auf Fußgänger wichtig.
Kleine Seebäder und der Leuchtturm von Gąski
Hinter dem Ecopark erreichst du Ustronie Morskie, wo es erste Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten gibt. Von dort führt die Route weiter entlang der Küste durch kleinere Orte in Richtung Gąski.
In Gąski steht ein markanter Leuchtturm aus dem späten 19. Jahrhundert, der zu den höheren Leuchttürmen an der polnischen Ostsee zählt. Die Anlage mit Turm und Nebengebäuden ist erhalten und wirkt wie ein geschlossenes Ensemble. Bei geöffnetem Turm kannst du die Stufen zur Aussichtsplattform hinaufsteigen und den Blick über das Meer und die Küstenlandschaft genießen.

Vor Mielno: Küstenwald und kombinierter Weg
Im letzten Abschnitt vor Mielno führt dich der R10 überwiegend durch Küstenwald. Du fährst auf einem breiten, kombinierten Rad- und Fußweg, der überwiegend eben und gut zu fahren ist. Entlang der Strecke triffst du immer wieder auf Hinweise auf die militärische Vergangenheit der Küste, etwa auf einzelne Betonbauten und kleinere Bunkerreste aus dem 20. Jahrhundert in der Nähe des Weges.
Ankunft in Mielno
Nach insgesamt etwa 40 bis 50 Kilometern erreichst du Mielno. Der Badeort liegt zwischen Ostsee und Jamno-See und bietet eine Promenade, Zugänge zum Strand sowie Restaurants und Unterkünfte. Für viele Radreisende ist Mielno ein angenehmer Ort für eine Übernachtung, bevor es auf der nächsten Etappe weiter Richtung Darłowo geht.

Etappe 4: Mielno – Darłówko (ca. 42–50 km)
Entspannt entlang des Jamno-Sees
Auf der vierten Etappe wird der Ostseeküstenradweg in Polen (R10 / EuroVelo 10) etwas ruhiger. Du verlässt Mielno zunächst entlang des Jamno-Sees – ein spürbarer Wechsel von der offenen Ostseeküste hin zu einem Binnengewässer. Der Weg ist überwiegend flach und verläuft größtenteils auf asphaltierten oder stabilen, gut fahrbaren Wegen, sodass sich diese Etappe als entspannter Tag nach den ersten drei Abschnitten anbietet.
Kleine Seebäder und Kirche in Iwięcino
Hinter Mielno passierst du kleinere Orte wie Łazy und Dąbki. Der R10 führt hier teils auf eigenständigen Radwegen, teils parallel zu Landstraßen. Zwischen Łazy und Dąbki entfernt sich die Route nach und nach von der direkten Küstenlinie und verläuft weiter im Hinterland.
Unterwegs erreichst du die Ortschaft Iwięcino mit einer gotischen Backsteinkirche, deren Innenraum unter anderem für seine Ausmalungen bekannt ist. Wer sich für regionale Geschichte und Kirchenarchitektur interessiert, kann hier einen kurzen Stopp einplanen.
Darłowo (Rügenwalde) und Darłówko – Stadt und Seebad
Nach rund 40 bis 50 Kilometern erreichst du Darłowo (Rügenwalde), eine historische Stadt mit langer Tradition als Hafen- und Handelsort. Am Marktplatz (Rynek) stehen das Rathaus und die umliegenden Bürgerhäuser, und im Stadtgebiet befindet sich das Schloss der Pommerschen Herzöge mit einem kleinen Museum zur Regionalgeschichte. Die Marienkirche prägt das Stadtbild mit ihrem Turm und ihrem gotischen Baukörper.
Der eigentliche Badeort ist Darłówko, der Seebezirk direkt an der Ostsee. Hier findest du Strand, Promenade, Hafen sowie zahlreiche Restaurants und Unterkünfte. Auffällig ist die bewegliche Brücke über die Wieprza, die regelmäßig geöffnet wird, um Schiffe passieren zu lassen, und die beiden Ufer des Hafenbereichs verbindet.
Viele Radreisende übernachten lieber in Darłówko als in Darłowo, um näher am Strand zu sein und abends noch einen Spaziergang entlang der Promenade oder am Hafen einbauen zu können.

Etappe 5: Darłówko – Ustka (ca. 47–55 km)
Zwischen Ostsee und Binnensee Kopań
Hinter Darłówko wird der Ostseeküstenradweg (R10 / EuroVelo 10) spürbar ursprünglicher. Du verlässt den Badeort und folgst einem schmalen Landstreifen zwischen der Ostsee und dem Binnensee Kopań. Auf der einen Seite Blick auf die offene See, auf der anderen Seite das ruhigere Binnengewässer mit Schilf und Feuchtgebieten. Der Untergrund besteht überwiegend aus festem, teils geschottertem Weg, der sich mit breiteren Reifen gut fahren lässt, aber weniger „promenadenartig“ wirkt als auf den vorherigen Etappen.
Ruhigere Küstenorte und Abschnitte im Hinterland
Nach der Passage zwischen Meer und See folgst du dem R10 durch ruhigere Küstenabschnitte und kleinere Orte im Hinterland. Die Route wechselt hier zwischen asphaltierten Wegen, Nebenstraßen und Abschnitten auf Wald- oder Feldwegen. Insgesamt ist weniger touristische Infrastruktur direkt an der Strecke vorhanden als in den westlich gelegenen Seebädern. Du solltest Pausen und Verpflegung daher etwas stärker im Blick behalten.
Waldstrecke vor Ustka
Kurz vor Ustka führt dich der Radweg längere Zeit durch einen Küstenwald. Du fährst dort auf einem breiten, kombinierten Rad- und Fußweg, der überwiegend eben und gut zu fahren ist. Entlang des Weges triffst du auf Spuren der militärischen Vergangenheit der Region, darunter einzelne Bunkerreste und Betonstellungen aus dem 20. Jahrhundert, die nahe der Strecke liegen und als Teil einer lokalen Themenroute ausgeschildert sind.
Ustka (Stolpmünde) – Hafen- und Badeort an der Stolpe
Nach etwa 45 bis 55 Kilometern erreichst du Ustka (Stolpmünde), eine Hafen- und Kurstadt an der Mündung der Stolpe (Słupia). Der Ort kombiniert Strand und Seebad-Charakter mit einem aktiven Hafenbereich, in dem Fischerei, Ausflugsschiffe und Promenade dicht beieinander liegen. Ein kleiner Leuchtturm markiert die Hafeneinfahrt, und entlang der Promenade findest du Restaurants, Bars und Unterkünfte.
Ustka eignet sich gut als Etappenziel, bevor du auf der nächsten Etappe in Richtung Łeba und des Słowiński-Nationalparks weiterfährst, wo die Strecke abschnittsweise noch ursprünglicher und dünner besiedelt wird.

Etappe 6: Ustka (Stolpmünde) – Łeba (Leba) (ca. 75–85 km)
Längste Etappe zwischen Küste und Binnenseen
Die Etappe von Ustka nach Łeba gehört zu den längsten Abschnitten des Ostseeküstenradwegs in Polen (R10 / EuroVelo 10). Der Charakter unterscheidet sich deutlich von den vorherigen Tagen. Du fährst weniger direkt an der Ostsee entlang, dafür häufiger durch Wälder und an großen Binnenseen vorbei. Die Wegbeschaffenheit ist gemischt, mit Abschnitten auf Asphalt, festen Schotterwegen und einzelnen Stücken, die deutlich naturbelassener und stellenweise auch sandig sind. Entsprechend solltest du genug Zeit und Reserven einplanen oder die Strecke bei Bedarf in zwei Tage aufteilen.
Ehemalige Bahntrasse von Ustka nach Rowy
Zwischen Ustka und Rowy nutzt der R10 abschnittsweise die Trasse einer stillgelegten Bahnlinie. Der Radweg ist hier überwiegend asphaltiert, relativ flach und autofrei, sodass du gleichmäßig vorankommst. Du fährst im Hinterland der Küste durch Waldgebiete und in der Nähe größerer Seen, die du von der Strecke aus immer wieder erahnen kannst.
Rowy selbst ist ein vergleichsweise kleiner Badeort am Rand des Słowiński-Nationalparks mit Hafen, Strandzugängen und einigen Unterkünften sowie Restaurants. Der Ort eignet sich als Zwischenstopp oder, wenn du die Etappe aufteilen möchtest, auch als zusätzlicher Übernachtungsort.
R10 südlich um den Słowiński-Nationalpark
Ab Rowy führt der offizielle Verlauf des Ostseeküstenradwegs südlich um den Słowiński-Nationalpark herum in Richtung Łeba. Die Route verläuft durch ländlich geprägte Gebiete, kleinere Orte und ausgedehnte Wälder. Der Untergrund wechselt zwischen Asphalt, Betonplatten und gut fahrbaren Wegen mit fester Oberfläche, dazwischen können kürzere Abschnitte mit gröberem oder sandigerem Belag liegen. Du passierst unterwegs kleinere Orte mit Einkaufsmöglichkeiten, weshalb es sich lohnt, die Versorgungspunkte im Voraus zu markieren.
Insgesamt ist dieser Abschnitt weniger touristisch geprägt als die Küstenorte der ersten Etappen. Du erlebst mehr ruhige Landstriche, Felder und Waldgebiete und bist stärker auf eigene Planung angewiesen als in den dichter besiedelten Seebädern.
Łeba – Seebad am Słowiński-Nationalpark
Nach etwa 75 bis 85 Kilometern erreichst du Łeba (Leba), ein Seebad am Rand des Słowiński-Nationalparks. Der Ort ist deutlich kleiner als Kolberg oder die großen Seebäder im Westen, bietet aber eine gute Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Geschäften. Strand, Dünenlandschaft und der Zugang zum Nationalpark liegen in erreichbarer Nähe, sodass sich Łeba gut als Etappenziel für eine längere Pause eignet.
Abstecher zu den Wanderdünen
Von Łeba aus lohnt sich an einem zusätzlichen Tag ein Abstecher zu den Wanderdünen im Słowiński-Nationalpark. Die beeindruckenden Sanddünen liegen westlich von Łeba und sind über den Parkzugang in Rąbka erreichbar. Je nach Regelung und Saison kannst du einen Teil der Strecke mit dem Rad, zu Fuß oder mit einem Shuttle zurücklegen. Da der Nationalpark ein geschütztes Gebiet ist, gelten vor Ort klare Vorgaben zu Wegen, Öffnungszeiten und Eintritt. Diese solltest du vor dem Besuch prüfen und deine Tour entsprechend planen.

Etappe 7: Łeba (Leba) – Władysławowo (Putzig) (ca. 72–78 km)
Vorletzte lange Etappe durch Kiefernwälder und Küstenorte
Die Etappe zwischen Łeba und Władysławowo gehört zu den längeren Abschnitten des Ostseeküstenradwegs (R10 / EuroVelo 10) in Polen. Über weite Strecken fährst du durch Kiefernwälder und Küstenlandschaften, meist auf eher flachen Wegen. Der Untergrund wechselt zwischen gut fahrbaren Waldwegen, Schotter- und Sandpassagen sowie asphaltierten Abschnitten. Größere Höhenunterschiede gibt es dabei nicht.
Tipp: Abstecher nach Osetnik (Leuchtturm Stilo)
Gleich zu Beginn bietet sich ein kurzer Abstecher nach Osetnik an. Der Leuchtturm Stilo ist das Highlight. Der Aufstieg lohnt sich für den Blick über die Baumkronen und die Küstenlinie. Im Wald versteckt sich auch eine kleinere Düne, auf die man hinaufwandern kann. Wenn du die großen Dünen im Nationalpark auf Etappe 6 ausgelassen hast, bekommst du hier ein schönes Ersatzmotiv. Strandzugänge sind zudem in der Umgebung vorhanden, sodass sich eine Badepause einlegen lässt.


Küstenwald und kleine Seebäder
Zwischen Łeba und Władysławowo verläuft der R10 über längere Strecken durch Küstenwald und passiert mehrere kleinere Badeorte. Du fährst dabei überwiegend auf Wald- und Schotterwegen sowie auf Abschnitten mit Asphalt oder Betonplatten. In Orten wie Białogóra und Dębki findest du Restaurants, Cafés und Einkaufsmöglichkeiten, die sich als Pausenstopps eignen. Die Route führt meist küstennah, verläuft aber nicht durchgehend direkt am Strand, sondern oft ein Stück landeinwärts durch den Wald.
Jastrzębia Góra und der Abschnitt an der Czarna Woda
Im Bereich von Ostrowo und Jastrzębia Góra erreicht die Strecke wieder deutlich ausgeprägte Küstenformen. Der R10 verläuft hier teilweise in der Nähe der Czarna Woda, eines kleinen Flusses, der durch Wiesen- und Waldgebiete Richtung Ostsee fließt. Es gibt mehrere Brücken und Rastmöglichkeiten, an denen du pausieren kannst.
Jastrzębia Góra selbst ist ein Badeort mit markanter Steilküste und Zugängen zum Strand. Die höhere Lage des Ortes sorgt für weite Ausblicke auf die Küste und macht den Abschnitt landschaftlich besonders interessant.

Władysławowo – Tor zur Halbinsel Hel
Nach insgesamt etwa 72 bis 78 Kilometern erreichst du Władysławowo (Putzig), einen größeren Badeort und wichtigen Verkehrsknotenpunkt am Beginn der Halbinsel Hel. Die Stadt ist ein klassischer Küstenort mit Hafen, Strand, Promenade und einem markanten Aussichtsturm am sogenannten Fisherman’s House. In Władysławowo gibt es eine breite Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
Viele Radreisende nutzen Władysławowo als Etappenziel, um sich nach der langen Strecke auszuruhen und am nächsten Tag entweder direkt nach Danzig (Gdańsk) weiterzufahren oder die Halbinsel Hel mit einer zusätzlichen Etappe und anschließender Fährfahrt einzubauen.
Etappe 8: Władysławowo (Putzig) – Danzig (Gdańsk) (ca. 65–70 km)
Für die letzte Etappe des Ostseeküstenradwegs in Polen (R10 / EuroVelo 10) gibt es zwei gängige Varianten: die direkte Route über die Dreistadt Gdynia–Sopot–Gdańsk und die Kombination aus der Halbinsel Hel und der Fährfahrt.
Option A: Direkte Route über Gdynia und Sopot (ca. 65 km)
Eine Möglichkeit ist die Festlandroute von Władysławowo über die Dreistadt nach Danzig. Du fährst dabei zunächst durch küstennahe Wald- und Siedlungsbereiche und nährst dich anschließend der Dreistadt.
Der Weg führt über Gdynia (Gdingen), eine größere Hafenstadt mit Fähr- und Handelshafen, und weiter nach Sopot (Zoppot), einem bekannten Seebad mit langer Tradition. In Sopot lohnt sich ein Stopp an der Mole, einer der längeren Seebrücken an der Ostseeküste, sowie ein kurzer Rundgang durch die Innenstadt mit ihren Restaurants und Cafés.

Zwischen den Städten verläuft die Route abschnittsweise auf Radwegen, kombinierten Fuß- und Radwegen sowie ruhigeren Straßen. In der Dreistadt musst du mit mehr Verkehr, Ampeln und Kreuzungen rechnen als auf den vorherigen Etappen. Dafür ist die Infrastruktur mit Bahnanschlüssen, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie dicht.
Von Sopot aus folgst du dem Radweg weiter nach Danzig (Gdańsk) und erreichst schließlich die Innenstadt mit der historischen Bebauung entlang der Motława. Je nach Unterkunft fährst du bis in die Altstadt oder in benachbarte Stadtviertel.
Option B: Halbinsel Hel und Fähre nach Danzig (ca. 35–40 km Rad + Fähre)
Viele Radreisende wählen als Abschluss die Route über die Halbinsel Hel mit anschließender Fährfahrt nach Danzig. Von Władysławowo aus folgst du dem Radweg entlang der schmalen Landzunge in Richtung Hel. Die Strecke verläuft zwischen der Ostsee und der Danziger Bucht durch Kiefernwald, Dünenbereiche und kleinere Orte wie Jastarnia und Jurata. Der Untergrund ist überwiegend asphaltiert oder gut befestigt, sodass du zügig vorankommst.
Am Ende der Halbinsel liegt der Ort Hel, ein kleiner Hafen- und Badeort mit Strandabschnitten, militärhistorischen Spuren und einem Leuchtturm. Hier kannst du einen Stopp einlegen, bevor du die Fährpassage einplanst.

In der Saison verkehren von Hel aus Fähren nach Danzig und teilweise auch nach Gdynia. Die Überfahrt dauert je nach Verbindung und Route in der Regel zwischen gut einer und wenigen Stunden. In der Regel ist die Fahrradmitnahme möglich. Die genauen Bedingungen, Fahrpläne und Preise hängen jedoch von der Reisezeit ab. Es empfiehlt sich, die Verbindungen vorab zu prüfen und gegebenenfalls Plätze zu reservieren, insbesondere in den Sommermonaten.
Ankunft in Danzig (Gdańsk)
Unabhängig von der gewählten Variante erreichst du am Ende deiner Radreise Danzig (Gdańsk). Die Stadt bietet eine kompakte historische Innenstadt mit rekonstruierten Bürgerhäusern, Kirchen, Speichergebäuden sowie der Uferpromenade an der Motława. Nach mehreren Etappen auf dem Ostseeküstenradweg ist Danzig ein naheliegender Ort, um die Reise mit einem Stadtaufenthalt zu verbinden, bevor du die Rückreise planst oder gegebenenfalls mit der Bahn oder dem Fernbus weiterfährst.

Beste Reisezeit – Wann solltest du den R10 fahren?
Für den Ostseeküstenradweg in Polen (R10 / EuroVelo 10) bietet sich vor allem die Zeit von Mai bis September an. Je nach Monat ändern sich Wetter, Betrieb und Preisniveau spürbar.
Juni–August – Wärme, Badestopps, viel Betrieb
Von Juni bis August sind die Temperaturen an der polnischen Ostsee am höchsten. Tageshöchstwerte liegen meist zwischen 18 und 24 Grad. Im Juli erreicht auch die Ostsee ihre wärmsten Badetemperaturen. Strandpausen und Badestopps lassen sich in dieser Zeit gut einplanen.
Die polnischen Sommerferien sind landesweit einheitlich geregelt. In dieser Zeit fahren sehr viele Familien aus ganz Polen an die Küste. Entsprechend voll wird es an beliebten Stränden, in größeren Badeorten und auf den Hauptpromenaden. Unterkünfte sind oft früh gebucht und die Preise steigen spürbar. Die Strecke bleibt gut befahrbar, du musst jedoch mit mehr Verkehr in Orten und auf den Zubringerwegen rechnen.
Mai und September – ruhiger, meist angenehme Temperaturen
Mai und September eignen sich, wenn du es etwas ruhiger magst. Mit etwa 15 bis 20 Grad ist es tagsüber oft mild, nachts kann es frischer werden. Viele Unterkünfte, Restaurants und Läden sind noch oder schon geöffnet, gleichzeitig ist der Andrang an den Stränden und im Hinterland geringer und das Preisniveau meist moderater. Im Mai erlebst du viel frisches Grün, im September eher spätsommerliche Farben.
März–April und Oktober – eher für Erfahrene
Im späten Frühjahr und im Herbst ist das Wetter an der Küste wechselhaft. Es kann bereits oder noch kühl sein, und Regenperioden sind wahrscheinlicher. Dafür sind die Wege sehr ruhig, und kleinere Orte wirken deutlich leerer. Einige Hotels, Pensionen und Cafés schließen außerhalb der Saison. In größeren Städten und Badeorten bleibt die Grundversorgung aber gewährleistet. Wer ausrüstungstechnisch gut vorbereitet ist und flexibel planen kann, findet in dieser Zeit viel freie Strecke und leere Strände.
November–Februar – nur für gut ausgerüstete Radreisende
Im Winter ist es an der Polnischen Ostsee oft kühl bis kalt, windig und nass. Viele Unterkünfte machen eine Winterpause, und mit kurzen Tagen ist die Fahrzeit im Hellen begrenzt. Für klassische Radreisen auf dem R10 ist diese Periode nur eingeschränkt geeignet. Wer dennoch fährt, sollte auf wetterfeste Kleidung, Beleuchtung und Reserven bei der Etappenplanung achten.
Tipp für Familien
Mit Kindern bieten sich vor allem der Juni sowie die zweite Augusthälfte an. Das Wetter ist in der Regel stabiler, das Wasser ist ausreichend temperiert und die Strände sind weniger überlaufen als in der Hochphase der Sommerferien im Juli. Viele Orte entlang des R10 bieten familienfreundliche Unterkünfte, Spielplätze und Abschnitte mit überwiegend autofreien Wegen, was die Planung mit Kindern erleichtert.
Anreise & Rückreise – mit dem Fahrrad in der Bahn
Für den polnischen Abschnitt des Ostseeküstenradwegs R10 brauchst du meist eine Anreise an die Küste und eine Rückfahrt vom Zielort. Entlang der Strecke zwischen Świnoujście (Swinemünde), Kołobrzeg (Kolberg) und Gdańsk (Danzig) spielen vor allem die Fernzüge von PKP Intercity sowie verschiedene Regionalzüge eine Rolle.
PKP Intercity – Fernzüge mit Fahrradplatz
PKP Intercity ist für längere Distanzen innerhalb Polens oft die bequemste Option, zum Beispiel für Verbindungen in Richtung Świnoujście, Kołobrzeg oder Gdańsk. In den Fahrplänen findest du vor allem TLK- und IC-Züge, vereinzelt auch EIC- und EIP-Verbindungen (Pendolino).
Wichtig für Radreisende:
- Dein Fahrrad darf nur mitfahren, wenn der Zug in der Verbindungssuche mit einem Fahrrad-Symbol gekennzeichnet ist.
- Du brauchst neben deiner Fahrkarte ein zusätzliches Fahrradticket. Dies ist in der Regel eine Pauschale und kostet aktuell etwa 9,10 PLN pro Fahrt. Der genaue Betrag kann sich ändern. Deshalb solltest du vor der Reise kurz die aktuellen Preise prüfen.
- In vielen Zügen ist ein reservierter Stellplatz für das Rad vorgesehen, den du direkt beim Ticketkauf mitbuchst. Ohne Reservierung und Fahrradticket kann es passieren, dass du dein Rad nicht mitnehmen darfst oder Zuschläge zahlen musst.
Am einfachsten buchst du Fahrkarte und Fahrradmitnahme in einem Schritt über die Webseite von PKP Intercity, die App (Android/iOS) oder am Schalter. Gerade in der Hauptsaison lohnt es sich, Verbindungen frühzeitig zu prüfen und die Plätze mit Fahrradmitnahme zu reservieren.
Regionale Züge – Polregio, SKM & Co.
Für kürzere Strecken entlang der Küste sind Regionalzüge wichtig, zum Beispiel Verbindungen von Polregio oder die S-Bahn SKM im Raum Gdańsk–Gdynia–Sopot. Sie eignen sich gut, um einzelne Abschnitte des R10 abzukürzen, bei schlechtem Wetter auszuweichen oder vom Zielort zurück zum Auto oder zum Startpunkt zu fahren.
Typisch für Regionalzüge:
- In der Regel ist keine Reservierung für das Fahrrad nötig.
- Es wird meist eine separate Fahrradkarte oder ein kleiner Zuschlag fällig.
- Die Mitnahme ist immer vom Platzangebot im Zug abhängig.
Die genauen Regeln (Preis, Gültigkeit, wo das Rad stehen soll) hängen vom jeweiligen Betreiber ab und werden in der Verbindungsauskunft oder im Zug angegeben. Für die Planung hilft es, vor der Reise kurz zu prüfen, welche Regionalbahnen auf deinem Abschnitt verkehren und wie dort die Fahrradmitnahme geregelt ist.
Was du für den R10 mitnehmen solltest
Kleidung und Ausrüstung
An der Polnischen Ostsee kann das Wetter schnell wechseln, deshalb sind gute Regensachen wichtiger als eine sehr große Garderobe. Ins Gepäck gehören in jedem Fall:
- eine wasserdichte Jacke und Regenhose
- bequeme Radhosen und atmungsaktive Oberteile, am besten in mehreren Wechsel-Sets
- eine warme Schicht (Fleece oder dünne Isolationsjacke) für kühle Abende und windige Tage
- Radhandschuhe und ggf. eine dünne Mütze oder ein Tuch für unter dem Helm
Ein Fahrradhelm ist in Polen zwar nicht vorgeschrieben, aber klar zu empfehlen. Schuhe mit fester Sohle oder Klickpedal-Schuhe sorgen für besseren Halt und ermüden die Füße weniger.
Fahrrad-Ersatzteile und Werkzeuge
Für den Ostseeküstenradweg R10 brauchst du kein Profi-Werkstattset, aber ein paar grundlegende Teile sollten immer dabei sein:
- 2–3 passende Ersatzschläuche
- Flickzeug mit Vulkanisierkleber und Flicken
- ein Multitool mit Inbus, Torx und Schraubendreher
- eine handliche Luftpumpe
- falls vorhanden: Kettennieter oder Ersatzkettenglied, ein paar Ersatzspeichen oder mindestens passende Speichennippel
Diese Kleinteile sind leicht und können im Fall einer Panne den Unterschied machen, ob du weiterfahren kannst oder einen Transport organisieren musst.
Navigation und Technik
Zur Orientierung auf dem Ostseeküstenradweg in Polen lohnt sich eine Kombination aus digitaler und analoger Navigation:
- eine GPS-App wie Komoot, OsmAnd oder ähnliche, mit der du die Route als Track speicherst
- die wichtigsten Abschnitte und Karten offline herunterladen, damit du auch bei schwachem Netz navigieren kannst
- eine Powerbank mit 10.000–20.000 mAh, um Smartphone oder GPS-Gerät unterwegs laden zu können
Wer lieber mit Karte fährt, kann zusätzlich einen klassischen Radreiseführer nutzen, zum Beispiel das Bikeline-Radtourenbuch zum Ostseeküstenradweg in Polen (Preis je nach Ausgabe und Händler, meist um 15 Euro).
Sonstiges – sinnvoll, aber gern vergessen
Einige Dinge sind klein, werden aber oft erst vermisst, wenn sie fehlen:
- Beleuchtung vorn und hinten (fest montiert oder mit Akku), gesetzlich vorgeschrieben und wichtig in Tunneln, Wäldern oder bei schlechtem Wetter
- stabiles Schloss (z. B. Bügel- oder Faltschloss) für Städte, Bahnhöfe und Übernachtungsorte
- Sonnencreme für lange Tage auf dem Rad, gerade an windigen Küstentagen
- Insektenschutzmittel, da Mücken an Seen, in Wäldern und in der Dämmerung an der Ostsee lästig werden können
- eine kleine Reiseapotheke mit Pflastern, Blasenpflastern und deinen persönlichen Medikamenten
Mit dieser Grundausstattung bist du für eine mehrtägige Radreise auf dem R10 an der polnischen Ostsee solide vorbereitet, ohne unnötig viel Gepäck auf dem Rad zu tragen.
Unterkunft & Verpflegung
Hotels, Pensionen, Hostels und Campingplätze
Entlang des Ostseeküstenradwegs in Polen (R10 / EuroVelo 10) findest du in nahezu jedem größeren Ort Unterkünfte. In Küstenorten wie Swinemünde, Kolberg, Ustka, Łeba, Władysławowo oder Danzig reicht das Angebot von Hotels über Pensionen bis hin zu Ferienwohnungen und Campingplätzen.
Die folgenden Preisangaben sind nur Richtwerte für zwei Personen im Doppelzimmer bzw. pro Person auf dem Campingplatz und können je nach Saison, Standard und Buchungszeitpunkt deutlich abweichen:
- Hotels: häufig etwa 50–120 Euro pro Nacht
- Pensionen und Gästehäuser: oft etwa 30–70 Euro
- Hostels: einfache Mehrbettzimmer oder einfache Doppelzimmer etwa 15–35 Euro pro Person
- Campingplätze (Zeltplatz): meist etwa 6–15 Euro pro Person
Viele Unterkünfte sind auf Radreisende eingerichtet und bieten überdachte oder abgeschlossene Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, teils auch einfache Reparaturhilfen sowie die Möglichkeit, Kleidung zu waschen und zu trocknen. In einigen Häusern findest du zudem eine Bett+Bike-Zertifizierung oder ähnliche Hinweise auf fahrradfreundliche Angebote. Diese Zertifikate sind an der polnischen Ostseeküste nicht flächendeckend, können aber ein zusätzlicher Anhaltspunkt bei der Auswahl sein.
In der Hochsaison (Juli und August) ist es sinnvoll, Übernachtungen vor allem in den beliebten Badeorten frühzeitig zu reservieren, da dort viele polnische und internationale Gäste Urlaub verbringen. In der Vor- und Nachsaison (Mai, Juni, September) ist es ruhiger, und du hast meist mehr Auswahl bei moderateren Preisen.
Essen und Trinken unterwegs
An der Küste ist es leicht, unterwegs etwas zu essen zu finden. Denn in den Seebädern reihen sich Imbisse, Strandstände und kleine Bars aneinander. Typisch sind Fischbrötchen (bułka z rybą), einfache Gerichte mit gebratenem oder geräuchertem Fisch, Pommes, Suppen und Kleinigkeiten für zwischendurch. In vielen Häfen bekommst du geräucherten Dorsch, Hering oder Lachs direkt aus der Räucherei.
In den Restaurants stehen meist klassische polnische Gerichte und regionale Spezialitäten auf der Karte. Insgesamt ist Essen und Trinken an der polnischen Ostsee in der Regel deutlich günstiger als in vielen deutschen Küstenorten. Für eine warme Mahlzeit im Restaurant solltest du mit etwa 8 bis 18 Euro rechnen, in einfacheren Lokalen und Bars oft weniger.
Entlang des Ostseeküstenradwegs R10 triffst du regelmäßig auf Supermärkte wie Biedronka oder Lidl sowie auf kleinere Żabka-Läden. Dort bekommst du alles für Frühstück, Snacks und einfache Mahlzeiten unterwegs. Viele Campingplätze, Ferienwohnungen und einige Pensionen haben Küchen oder Gemeinschaftsküchen, in denen du selbst kochen kannst.
Wenn du dich genauer für die polnische Küche interessierst, findest du auf unserer Seite über Essen in Polen sowie in unserem Beitrag zu polnischen Spezialitäten eine Übersicht über typische Gerichte und Getränke.
Ressourcen & Weiterlesen
Apps & digitale Karten
Komoot (https://www.komoot.com)
Eine der am häufigsten genutzten Navigations-Apps für Radreisen. Du kannst eigene Routen planen oder vorhandene Touren entlang des Ostseeküstenradwegs in Polen (R10 / EuroVelo 10) übernehmen und offline speichern. Nutzerkommentare geben zusätzliche Hinweise zur Wegbeschaffenheit und zu Punkten unterwegs.
Bikemap (https://www.bikemap.net)
Plattform mit vielen Community-Strecken, auch entlang der polnischen Ostsee. GPX-Downloads und einige erweiterte Funktionen sind in der Regel an einen kostenpflichtigen Account gebunden.
Mapy.cz (https://mapy.cz)
Beliebt bei Touren in Mittel- und Osteuropa. Bietet detaillierte Karten, auf denen auch kleinere Wege und Pfade gut sichtbar sind. Karten lassen sich offline speichern und sind hilfreich, wenn du Varianten abseits der Hauptstrecke des R10 planst.
Google Maps (https://maps.google.com)
Für Städte, Adressen, Unterkünfte, Supermärkte und Bahnhöfe sehr praktisch. Als reine Radnavigation weniger spezialisiert, funktioniert sie mit mobilen Daten aber zuverlässig als Ergänzung.
Bücher & Karten
Bikeline Radtourenbuch „Ostseeküsten-Radweg 3: Polen“
Weit verbreiteter Führer für die Strecke von Świnoujście (Swinemünde) nach Gdańsk (Danzig). Enthält Karten im Maßstab 1:75.000, Höhenprofile, Orts- und Unterkunftshinweise sowie Kurzinfos zu Sehenswürdigkeiten und Service.
ISBN: 978-3-7111-0143-3, Preis je nach Händler meist um 17 €.
Offizielle EuroVelo-Karten
Auf der Website von EuroVelo findest du Kartenübersichten und Informationen zu den einzelnen Abschnitten des EuroVelo 10, einschließlich des polnischen Küstenabschnitts. Sie eignen sich gut, um dir einen Überblick über den Verlauf des Ostseeküstenradwegs R10 in Polen sowie über seine Einbindung ins EuroVelo-Netz zu verschaffen.
Geführte Touren auf dem Ostseeküstenradweg R10
Mehrere Reiseveranstalter bieten organisierte Radreisen entlang der polnischen Ostsee an, darunter z. B. Anbieter wie Radweg-Reisen, Eurobike oder Sackmann Fahrradreisen. Typisch sind Pauschalangebote mit vorgebuchten Hotels oder Pensionen, Gepäcktransport zwischen den Etappen und vorbereitete Tagesrouten auf dem Ostseeküstenradweg in Polen (R10 / EuroVelo 10).
Viele Reisen dauern etwa 8 Tage und umfassen den Abschnitt zwischen Świnoujście (Swinemünde) und Gdańsk (Danzig). Als grobe Orientierung liegen die Preise je nach Saison, Komfort und Verpflegung meist zwischen rund 1.000 und 1.400 Euro pro Person im Doppelzimmer.
Geführte oder organisierte Touren sind sinnvoll, wenn du dich unterwegs möglichst wenig um Etappenplanung, Unterkunftssuche und Gepäck kümmern möchtest. Wer lieber flexibel reist und seine Tagesetappen selbst festlegt, kann den R10 auch gut in Eigenregie fahren. Denn mit etwas Vorbereitung, Reservierungen in der Hauptsaison und passender Ausrüstung lässt sich die Strecke selbst organisiert gut bewältigen.
Fazit
Der Ostseeküstenradweg in Polen (R10 / EuroVelo 10) folgt auf rund 600 Kilometern der polnischen Ostsee von Swinemünde (Świnoujście) an der deutsch-polnischen Grenze bis in den Raum Braniewo. Auf dem Weg liegen lange Sandstrände, Küstenwälder, Binnenseen, Nationalparks wie Wolin und Słowiński, dazu Hafenstädte wie Kołobrzeg (Kolberg), Ustka, Łeba oder Gdańsk (Danzig) und kleinere Badeorte und Fischerdörfer. Dadurch erlebst du auf vergleichsweise kurzer Strecke viele unterschiedliche Küstenabschnitte.
Viele Radreisende wählen als Reisezeit Juni oder September, weil es dort in der Regel angenehm warm ist und die Küste etwas ruhiger wirkt als in der Hochsaison im Juli und August. Grundsätzlich kannst du den R10 aber von Mai bis in den frühen Herbst gut fahren, wenn du Wetter und Tageslicht bei der Planung berücksichtigst.
Für die Strecke eignen sich vor allem Trekking- oder Gravelräder mit breiten Reifen, die sowohl Asphalt als auch feste Wald- und Schotterwege mitmachen. Ein klassisches Rennrad ist auf manchen Abschnitten aufgrund von Belag und Wegführung daher nur eingeschränkt praktisch. Für den Abschnitt Świnoujście–Gdańsk planen viele 7 bis 10 Tage ein. Wenn du die gesamte polnische Küste entlangfahren möchtest, sind 10 bis 14 Tage mit Pausen und möglichen Abstechern ein realistischer Zeitrahmen.
Mit einer ehrlichen Einschätzung der eigenen Kondition, etwas Vorbereitung auf Etappen, Unterkünfte und Bahnverbindungen sowie passender Ausrüstung lässt sich der R10 gut in Eigenregie fahren. Wenn du Küstenlandschaften magst und gern zwischen Strand, kleineren Orten und Städten wechselst, ist der Ostseeküstenradweg in Polen eine sehr überzeugende Option für deine nächste Radreise.
❓ FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Ostseeküstenradweg R10
Der R10 entlang der Polnischen Ostsee ist überwiegend flach bis leicht wellig. Du fährst allerdings nicht nur auf glattem Asphalt, sondern auch auf Betonplatten, Schotter und festen Waldwegen. Wenn du es gewohnt bist, regelmäßig 30 bis 50 Kilometer am Stück zu fahren, kannst du mit passenden Tagesetappen eine Tour auf dem R10 gut bewältigen. Sportlich orientierte Radreisende schaffen den Abschnitt Świnoujście–Gdańsk in etwa sieben Tagen. Wenn du mehr Pausen und Besichtigungen einplanen möchtest, sind zehn bis vierzehn Tage für die gesamte polnische Küste ein realistischer Zeitrahmen. Küstenwind und wechselhaftes Wetter können die Tagesleistung spürbar beeinflussen.
Nein. Strand- und Dünenbereiche sind an der Polnischen Ostsee häufig geschützt. Deshalb ist Radfahren dort in der Regel nicht erlaubt. Du solltest auf Promenaden, ausgeschilderten Wegen und Radwegen bleiben. In Nationalparks wie dem Woliński-Nationalpark und dem Słowiński-Nationalpark darfst du nur auf freigegebenen Routen fahren. Schilder und Hinweise vor Ort haben immer Vorrang. Daher lohnt sich vor dem Start ein Blick auf die aktuellen Regeln am Parkeingang.
Viele Radreisende fahren den Ostseeküstenradweg in Polen von Westen nach Osten, also von Świnoujście (Swinemünde) nach Gdańsk (Danzig). In der Saison kommt der Wind an der Küste gefühlt etwas häufiger aus westlicher Richtung, dadurch hast du eher Rücken- oder Seitenwind als in der Gegenrichtung. Außerdem endet die Tour mit einem klaren Zielpunkt in der Dreistadt rund um Gdańsk, mit guten Bahnverbindungen und vielen Übernachtungsoptionen. Grundsätzlich ist der R10 jedoch in beide Richtungen gut fahrbar.
Die Beschilderung des R10 ist nicht überall gleich. Im Westen, etwa zwischen Świnoujście und der Region um Darłowo, findest du meist eine recht dichte Ausschilderung mit Routennummern und Fahrradsymbolen. Östlich davon gibt es jedoch immer wieder Abschnitte, in denen Schilder fehlen oder mehrere Varianten parallel verlaufen. Deshalb empfehlen wir, zusätzlich mit GPS-Tracks oder einer Karten-App zu navigieren und nicht nur nach Wegweisern zu fahren.
Mit Kindern ist der Radweg an der Polnischen Ostsee auf ausgewählten Teilstücken gut machbar, zum Beispiel auf ausgebauten Promenaden, ruhigen Küstenwegen und auf kürzeren Abschnitten zwischen Badeorten. Für eine komplette Durchquerung mit Tagesetappen von 60 bis 80 Kilometern brauchst du Erfahrung im Radreisen mit der Familie und solltest viele Pausen einplanen. Hilfreich sind möglichst autofreie Abschnitte, Orte mit Spielplätzen sowie familienfreundliche Unterkünfte. Für An- und Rückreise sind Regionalzüge mit Fahrradmitnahme oft die praktikabelste Lösung.
Wildes Zelten ist in Polen grundsätzlich nicht erlaubt, auch nicht in den meisten Küstenwäldern entlang des R10. Entlang der Polnischen Ostsee findest du jedoch zahlreiche Campingplätze, Pensionen und Hotels, die sich gut in eine Radreise integrieren lassen. In einigen Regionen Polens gibt es spezielle Waldzonen, in denen Biwakieren unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist. Diese liegen aber nicht immer direkt an der Küste. Für den Ostseeküstenradweg in Polen ist es am einfachsten, mit Campingplätzen oder festen Unterkünften zu planen und in der Hochsaison vorab zu reservieren.